Ein Tag Politcamp was gibt es zu sagen

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Heute war das erste barcamp zum Überthema politische Kommunikation. Mit Heinz Wittenbrink habe ich schon am barcamp im September 2007 bei einem Vortrag über Politik und Bloggen über Nutzen und Möglichkeiten von Web 2.0-Anwendungen in der politischen Arbeit gesprochen. Damals stolperten wir in einer Diskussion darüber, dass eigentlich die Politiker, die nicht immer in der ersten Reihe stehen durch Blogs und social media Anwendungen, extrem profitieren können. Sozusagen die Longtailtheorie.
Für datenwerk sind Feedback und Diskussionsveranstaltungen, durch die beiden social networks campa und humanitynetwork, extrem spannend.
Am Vormittag und frühen Nachmittag war E-Voting mit all seinen technischen und organisatorischen Herausforderungen themenführend. Durch unseren holländischen Gast Ton Zijlstra aus dem Bereich des Knowlegemanagements und seiner Beschreibung eines Arbeitsalltags (networked live) schwenkte die Auseinandersetzung stärker in Richtung Web 2.0, und mit dem Vortrag „Making Data Available (and Accessible) to the General Public“ von Keith Andrews nahm der Nachmittag dann eine starke Wende. Er proklamiert – und das unterstrichen mit einem Interview von Tim Berner Lee – das semantic web auf Basis von drei Technologien: RDF – data and relationships, SPARQL – query language for RDF, OWL – ontologies. Mit diesem Technologieset und dem Willen Informationen für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, könnten ganz neue Abfragen programmiert werden, und so ganz andere gesellschaftliche Bezüge hergestellt werden. Wie das aussehen könnte hat Hans Rosling bewiesen. Seine Datenzusammenführungen bringen sehr überwältigende Zahlen. Als Video und seine Seite mit mehreren Grafikanimationen.

Am späteren Nachmittag besuchten neben den teilnehmenden Politikern (Christoph Chorherr und Jutta Reichenpfader), Christoph Stark (Bürgermeister von Gleisdorf), Lisa Rücker (Vizebürgermeisterin von Graz), Toni Vukan (Landesgeschäftsführer SPÖ Graz) das politcamp. Ihre Vorträge zeichneten ein immer ernüchternderes Bild des Medienbewusstseins. Der Raum lehrte sich stetig. Dann habe ich eine Session gemeinsam mit Christoph Chorherr gemacht. Meine Aufgabe war mit der Perspektive Userdriven Contents campa vorzustellen, und Christoph Chorherr hatte als einer der meist gelesenen österreichischen Politikblogger die Aufgabe aus Politikersicht das Bloggen zu beschreiben. Da auf campa auch einige PolitikerInnen bloggen (Jürgen Wutzlhofer , Bettina Stadlbauer und Siegi Lindenmayer) wurde es zu einem sehr netten Austausch. Fein war auch, dass Michaela Mojzis in dieser Zeit ankam, ein wenig mitgehört hat und dann die Session mit ihrer Präsentation fortsetzte. Sie beschrieb sehr eindrücklich die ÖVP-Strategie im Web, ihr Verständnis von Web 2.0 Anwendungen und stellte uns dann ihr neuestes Produkt für den Europawahlkampf Öropa vor. Eine geodatenbasierende Community, die ÖVP-Mitglieder und SympathisantInnen zur Wahl bewegen soll. Bei der Anwendung waren sich jedoch viele einig, dass es keine politische Message hat, sondern rein der Mobilisierung dient.

Fazit: In dieser letzten Session haben drei Parteien und ihre Services Platz gefunden um sich nicht nur vorzustellen, sondern sich auch miteinander über die Erfahrungen mit Web 2.0-Anwendungen auszutauschen. Ich empfand die Stimmung von den Speakern und vom Publikum extrem produktiv. Leider bin ich am Samstag nicht mehr da. Ich habe das Gefühl die Diskussionen werden gut weitergehen.

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