Lisa Fuchs und Ingrid Gogl waren bei der OGD KonferenzDie Location passte wie die Faust aufs Aug: Den Wissensturm in mitten der wunderbaren Open Commons Region Linz wählte das Open Knowledge Forum Österreich als Veranstaltungsort für die Open Government Data Konferenz 2012, kurz #OGD2012, am 26. Juni. datenwerks Social Media Beraterinnen, Ingrid Gogl und Lisa Fuchs, die beide ihre Studienabschlussarbeiten zu verwandten Thema verfasst hatten, waren mit dabei.

Was ist Open Government Data?

Zwar wurde diese Frage bei einer ExpertInnen-Konferenz wie dieser in Linz nicht diskutiert, wahrscheinlich schadet es dennoch nicht, zu klären, mit welchem Themenfeld sich die Konferenz beschäftigte. So beschreibt die private Initiative Open Government Data Austria, die mit der öffentlichen Hand und diversen Bundesämtern und Organisationen kooperiert und auch die OGD-Konferenz mitgetragen hat, ihr Ziel damit, “öffentliche Daten (GIS-Daten, Mikrozensus, Volkszählung, Umweltdaten, Verkehrsdaten, Daten versch. NPOs, NGOs, etc.) in Menschen- und maschinenlesbarer Form der Bevölkerung und der Wirtschaft frei verfügbar zu machen.” Viele AnhängerInnen von Open Government Data sehen es sogar als Pflicht öffentlicher Institutionen, die Daten frei zu geben, da die Erhebung dieser durch die Steuerzahlung der BürgerInnen finanziert werde. Die inhaltlichen Schwerpunkte, auf die sich die OGD-Konferenz in diesem Jahr konzentrierte, reichten von Datenjournalismus über Open Data Life Cycle bis Transparenz und Demokratie. Einen genaueren Einblick in einige der Sessions bietet beispielsweise der Blogbeitrag auf freienetze.at.

Open Data in Österreich

Wie ein roter Faden zog sich vor allem eine Frage durch die vielen Diskussionen auf der Konferenz: Wie können wir Open Government Data in Österreich vorantreiben? Die Lösungsansätze waren so breit wie die Erfahrungen und Interessen der TeilernehmerInnen und ExpertInnen auf der Veranstaltunge selbst. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Erinnerung an den/die UrheberInnen des Ratschlags seien hier einige Tipps aufgelistet, die dazu beitragen können, die heimische OGD-Landschaft florierender zu gestalten:

  • Wir brauchen einen Kulturwandel in der Verwaltung.
  • Wir müssen uns an internationalen best-practice-Modellen orientieren.
  • Die öffentliche Hand muss ausreichend Ressourcen zur Verfügung stellen.
  • Die Nachhaltigkeit in der OGD-Arbeit muss sichergestellt werden. Der erste Schritt dazu ist die Sicherung der bestehenden Projekte.
  • OGD-Projekte dürfen klein starten. Wenige Daten sind besser als keine Daten.
  • OGD-Projekte brauchen die Unterstützung der politischen EntscheidungsträgerInnen.
  • Je mehr Teilbereiche und Ebenen der öffentlichen Hand sich beteiligen, desto besser. Man muss gemeinsam am Fortschritt arbeiten.
  • Die öffentlichen Hand darf/muss auf die Kreativität der Privaten bauen.
  • Die öffentlichen Hand und die politische Entscheidungsebene müssen das ökonomischen Potential in OGD-Projekten erkennen und diese fördern.
  • EntwicklerInnen von Daten-Portalen müssen sich über eventuelle Use-cases Gedanken machen.
  • Die Kommunen müssen den Dialog mit der Community und die Vernetzung mit der Wirtschaft suchen.
  • Es müssen Business-Modelle kreiert werden, die über die Entwicklung von Apps und Webservices zur Visualisierung von Daten hinausgehen.
  • Quick-Win-Projekte sind erlaubt, um OGD für die Öffentlichkeit greifbarer zu machen.
  • Die Bewusstseinsbildung in Sachen OGD muss weitergehen!

Und letztendlich waren sich die VeranstalterInnen und die TeilnehmerInnen der Konferenz auch einig, dass Events wie diese nur positiv zum Fortschritt von Open Government Data beitragen können.

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Geschrieben von am 30. Juni 2012 | abgelegt unter Events, experten, web 2.0