Band-Websites“Ah ja, die Band-Website. Brauchen wir sowas eigentlich? Reicht das Profil auf Facebook oder Reverbnation nicht aus?”. Kurze Antwort: Das hängt, wie so oft, vom Ziel ab. Wer einen professionellen Auftritt hinlegen möchte, sollte – neben der Fähigkeit musikalisch zu begeistern – auch in der Lage sein, sich selbst zu vermarkten. Dazu gehört auch eine eigene Website.

Der Grund dafür liegt auf der Hand. Während man auf Facebook, Reverbnation & Co kaum die Möglichkeit hat, sein Image mit einem stimmigen Design zu versehen und immer eineR unter Tausenden ist, sind auf der eigenen Website praktisch keine Grenzen gesetzt. Eine gute Möglichkeit, sich von den MitbewerberInnen abzusetzen.

Schön und gut. Was soll sie denn nun können, die ideale Website für Bands, Ensembles oder SolokünstlerInnen?

Ganz einfach. Sie soll der Band ein Gesicht geben. Jedes Gesicht ist einzigartig und wird an bestimmten Merkmalen erkannt. Genau diese Merkmale gilt es auf der Band-Website herauszuarbeiten. Möglichst klar, versteht sich:

Hörproben

Keine Band-Website ohne Hörproben. Darum dreht sich schließlich alles. Idealerweise stehen die aktuellsten oder signifikantesten Titel zumindest als Preview eingebettet in einem Player zur Verfügung.

Bandbiografie

Ebenso essenziell ist die Bandbiografie. In möglichst kurzer Form sollte der Text die folgenden Fragen beantworten:

  • Wer: Wer sind die Mitglieder, wer spielt was?
  • Was: Um welche Stilrichtung handelt es sich? Wichtig hierbei: Die LeserInnen sollen mit der Stilrichtung was anfangen können. “Funk-Rock-Pop-Barock-Volksmusik” oder “Eine Mischung aus Black Label Society, Lady Gaga und den Paldauern” grenzt es nicht gerade ein…
  • Wo bzw. Woher: Woher kommt die Formation bzw. der/die EinzelkünstlerIn?
  • (Seit) Wann: Seit wann gibt es die Formation bzw. das Projekt?
  • Warum: Was ist der Antrieb gerade diese Musik bzw. überhaupt Musik zu machen?

Tipp: Für VeranstalterInnen, Agenturen und die Presse sollte zusätzlich eine Fassung als PDF-Download zur Verfügung stehen.

Pressefoto

Zusammen mit der Biographie soll ein Pressefoto in Printqualität zum Download bereitgestellt werden. Sicherlich nicht schaden kann auch ein alternativer Download für die Online-Verwendung.

Diskografie

Wurden bereits Alben oder Singles veröffentlicht, sollte auf jeden Fall eine Diskografie vorhanden sein. Jedes Album mit Titel, Erscheinungsjahr, Kurzbeschreibung und Links zum Download (iTunes, Amazon, CdBaby, Bandcamp, etc.). Eventuell auch Hörproben zu den Tracks.

Konzerte

Es sollte eine stets aktuelle Übersicht aller vergangenen Gigs (zB. als Archiv) sowie aller kommenden Gigs vorhanden sein. Nicht nur Fans – VeranstalterInnen und Booking-Agenturen interessieren sich in aller Regel auch dafür, wo und wie oft eine Formation auftritt.

Tipp: Um den Fans das Auffinden des jeweiligen Veranstaltungsortes zu erleichtern, sollte bei jedem Termin ein Link zur Website der Location oder zur Veranstaltungsseite (z.B. auf Facebook) stehen.

Bilder, Videos

Bilder sagen oft mehr als tausend Worte. Für alle BesucherInnen, die gerne stöbern oder sich einen tiefergehenden Eindruck verschaffen möchten, sollte natürlich Material vorhanden sein. Eine Übersicht über Videos bzw. Live-Mitschnitte (zB. über YouTube eingebettet) sowie die besten Fotos von Konzerten oder Foto-Shootings dürfen da natürlich nicht fehlen.

Impressum

Die Impressumspflicht für Webseiten gilt auch für MusikerInnen!

Kontakt

Es ist immer hilfreich, wenn man für Anfragen, etc. kontaktiert werden kann ;) . Angegeben werden sollte zumindest ein Name, eine Telefonnummer und eine E-Mailadresse, die regelmäßig auf Posteingang überprüft wird.

Social Media

Nicht weniger wichtig ist die Integration von sozialen Medien wie Facebook, Twitter, YouTube, Reverbnation & Co. Zumindest auf der Startseite sollten gut sichtbare Links zum KünstlerInnen-Profil auf den wichtigsten Plattformen verfügbar sein. Um BesucherInnen das Teilen von Inhalten in soziale Netzwerke so einfach wie möglich zu machen, sollte auf jeden Fall ein Sharing-Dienst wie ShareThis integriert werden.

Regelmäßige Updates

Auch Band-Websites müssen regelmäßig aktualisiert werden um für BesucherInnen interessant zu bleiben. Alle Neuigkeiten, Konzert-Reviews etc. sollten in der Form von News bzw. Blogbeiträgen auf der Website veröffentlicht werden.

Tipp: Das regelmäßige Einstellen von aktuellem Content kann auch für das Suchmaschinen-Ranking förderlich sein.

Usability

Im Rahmen des WAVESVienna Festival konnte man Wolfgang Zeglovits (Chief-Checker-Bunny bei datenwerk) beim Workshop “Feedback Sessions Website” zum Thema “Usability auf Band-Websites” befragen. Für alle, die nicht teilnehmen konnten, gibt’s hier die folgenden Tipps:

Don’t make me think!

Das ist der Usability Leitspruch von Steve Krug, um Websites benutzungsfreundlicher zu machen. Die UserInnen sollen nicht nachdenken müssen, wo sie welche Inhalte auf der Seite vermuten würden. Kreativ ist die Musik der Band, auch die Bilder und Texte auf der Website. Was aber verwirrt sind originelle Menübezeichnungen in der Navigation. “About us” oder “Über uns” schlägt immer “meet the crowd” oder “das Kollektiv”.

Das Wichtigste zuerst

Im Internet ist zwar viel Platz, aber UserInnen nehmen sich nicht viel Zeit. Daher sollte das Wichtigste immer für alle beim Aufruf der Seite sichtbar sein und man nicht erst scrollen müssen. Ob das Wichtigste der “Kauf das Album”-Button ist oder die Hörprobe, entscheidet die Band. Verwendet man Google Analytics, dann kann man mit dem “Page-Insights”-Feature sehen, wie viel UserInnen aufgrund ihrer Bildschirmauflösung an Inhalten überhaupt ohne Scrollen zu Gesicht bekommen. Ist sehr heilsam, sich das einmal anzusehen. Da ist wirklich nicht viel Platz.

An Plattitüden sparen

Wenn jemand eine Website erstellt, auf der sich UserInnen wohl fühlen sollen, ist davon auszugehen, dass die UserInnen auch “Willkommen” sind. Also kann man sich ein “Willkommen” oder auch ein “Hello World” einfach sparen. Viel sinnvoller ist da schon ein Satz, der für die Quintessenz der Band und der Inhalte auf der Website steht.

Offen bleibt jetzt noch, wie man die UserInnen auf seine Website bekommt. Nach reiflicher Überlegung könnte das eigentlich ein Beitrag für eine Fortsetzung des Themas sein. Von Zeit zu Zeit in den datenwerk Blog zu sehen, zahlt sich also aus.

Wenn Sie MusikerIn sind und eine Website für Ihr (Band-)Projekt oder Beratung für Ihren Social Media Auftritt benötigen, kontaktieren Sie uns doch einfach – wir helfen Ihnen gerne weiter!

 

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Geschrieben von am 5. Oktober 2012 | abgelegt unter datenwerk, experten, Social Media, umsetzung, usability