Oops, they did it again – Twitter Trends

Schriftzug: "How to Twitter Trend"

Twitter und wir – es ist Liebe. Und die zeigt sich zum Beispiel in den Twitter Trends wie #lopiworldtour, #oidaRP oder #taferlgate, bei denen immer wieder auch datenwerkerInnen maßgeblich beteiligt oder sogar Hashtag-ErfinderInnen waren. Ein bisserl Eigenlob darf auch mal sein.

Aber was sind eigentlich Twitter Trends? Und wie wird man ein „trending topic“?

Twitter Trends

Wer wissen will, was auf Twitter gerade passiert, sollte einen Blick auf die Trends werfen – und vorher nicht vergessen, die Region einzustellen, die man genauer betrachten will. Also zum Beispiel „Österreich“. Die Trends findet man in der Desktopeinstellung links neben der Timeline und in der mobilen Version bei Klick auf die Such-Lupe. Seit gestern ist dort #lopiworldtour zu finden.

Mit Newsjacking zu #lopiworldtour

ÖVP-Parlamentsklubobmann @ReinholdLopatka ist derzeit als Beobachter in den USA beim Wahlkampf von Donald Trump. Von dort hat er ein Selfie geschickt, dass einige wohl witzig, lächerlich oder unpassend fanden. Aber doch passend genug, um sich einen Scherz zu erlauben: @davsow postete eine Montage des Lopatka-Selfies und auf Nachfrage von datenwerkerin Ingrid  aka. @eskarina auch das freigestellte Bild. Und dann ging es auf Twitter los – innerhalb kürzester Zeit wurde der Hashtag #lopiworldtour ein Trend und Lopatka auf Twitter-Weltreise geschickt. Die Bilder der UserInnen sind witzig und böse, sie nehmen den ursprünglichen Beitrag auf die Schaufel, spinnen weiter und besetzen das Thema neu. Ein perfektes Beispiel für Newsjacking, also sozusagen „Nachrichtenraub“.

Einpaar Zahlen dazu (vom 21.7.2016, von hashtracking.com)

Bildschirmfoto 2016-07-22 um 11.42.45

Derzeit gibt es bereits in Summe fast 800 Tweets dazu, die Reichweite liegt bei etwa 500.000 Twitter-UserInnen und über 1.2 Millionen Mal wurden die Tweets UserInnen in ihre Timeline gespült. Woran man erkennt, dass ein Thema oder eine Hashtag-Kampagne nicht nur die Twitter-Blase beschäftigt? Daran, dass auch andere Medien aufspringen. Die schnellen und Social-Media-affinen unter den Redaktionen – wie zum Beispiel derStandard.at oder futurezone.at– reagierten zu erst auf den Trend und berichteten darüber.

Bildschirmfoto 2016-07-22 um 11.59.41

Noch ein Beispiel: #taferlgate (September 2015)

Wir erinnern uns: am 21. September 2015 veröffentlichte die ÖVP ein Foto auf Facebook. Darauf waren vier Regierungsmitglieder der ÖVP zu sehen, die eine Tafel mit dem neuen „ÖVP-Aktionsplan Asyl“ in die Kamera hielten.

Das hätten sie nie tun sollen. (Sebastian Fiebrig in buzzfeed, 21.9.2015)

„Denn dann ging Twitter kaputt“, erinnert sich @eskarina. Was war passiert? Wieder hatte @davsow die ausschlaggebende Idee und den richtigen Blick – er stellte eine graphische Vorlage zur Verfügung, @eskarina hatte sofort die passende Idee und vor allem den passenden Hashtag: #taferlgate – der war zwar nicht neu, aber sie kombinierte perfekt und war die erste, die #taferlgate mit dieser Aktion in Verbindung brachte.

Bildschirmfoto 2016-07-22 um 13.03.59

Wieder berichteten schnelle Medien darüber – und als am nächsten Tag sogar ein buzzfeed-Beitrag erschien, wurde der schnelle Ruhm gefeiert! Zu recht.

Gemeinsamkeiten von #taferlgate und #lopiworldtour

Im Rückblick haben die beiden Twitter-Aktionen viel gemeinsam – und das lässt sich auf viele spontane Newsjacking-Gegebenheiten übersetzen.

  • Es braucht einen Ausgangspunkt, der viele irritiert und der Potenzial für Ironie, Witz und Kreativität bietet. Und das am besten ungewollt.
  • Dann braucht es schnelle, humorvolle UserInnen.
  • Jemand muss anfangen und Hilfestellung geben (die graphische Vorlage!).
  • Jemand muss den Stein ins Rollen bringen.
  • Viele müssen weiterrollen wollen.

Das klingt alles sehr zufällig. Und der Zufall spielt dabei immer eine Rolle.

Aber nicht nur. Denn: wer zur richtigen Zeit mit dem passenden Content im richtigen Netzwerk unterwegs ist, hat schon vieles geschafft.

Twitter_Fame

Es ist nicht alles Zufall – Beispiel #oidaRP

Nicht nur mit Newsjacking kann man Twitter Trends setzen, es geht auch mit gut gewählten Themen und Hashtags, wie zum Beispiel #oidaRP.  Im Zuge der Vorbereitungen für ihren Vortrag auf der diesjährigen re:publica zum Thema „Shitstormen auf Österreichisch“ baten @eskarina und Fabian Lebersorger aka @faebiaen ihre Community um Hilfe: „Was ist das wichtigste/schönste Dialektwort in der Österreichischen Beschwerdekultur?“

@faebiaen fasste die Antwortflut dann nochmals zusammen, um später dazugekommene Twitter-UserInnen aufzuklären, warum auf Twitter so herzhaft, leidenschaftlich und österreichisch geschimpft wurde. Und gab damit den wichtigen Anstoß, das Thema weiter zum Thema zu machen.

 

Viele UserInnen sind der Aufforderung gefolgt und posteten ihre liebsten Dialekt-Schimpfworte. Kein Wunder, dass der Hashtag zum Trend wurde. Wer wollte denn nicht immer schon mal ohne Konsequenz schimpfen wie ein Rohrspatz?!

Mit dem Opinion Tracker, datenwerks Social Media Analyse Tool, können wir (auch nachträglich) sehen, wann der Hashtag #oidaRP aufkam (Vortrags-Vorbereitung), abflaute, wieder auftauchte (Vortrag, re:publica), abflaute und dann wieder auftauchte (Vortrag ist online). Die Hashtag-Entwicklung sieht so aus:

Bildschirmfoto 2016-07-22 um 13.27.28

Zusammengefasst: das braucht man zum Trend

Letztendlich geht es um das:

  • Ein gutes Thema (Lieblingsschimpfworte, tollpatschige Social Media Aktivitäten, …)
  • Ein guter Hashtag
  • Eine gute Vorlage (im Fall von Newsjacking)
  • Eine aktive, große Community
  • Viel Witz,
  • Mehrere Gelegenheiten, den Hashtag am Leben zu halten: am Beispiel des Vortrags: Die Vorbereitung an sich (Einbeziehen der Community), Vortrag (Second Screen), Nachbereitung (selbst wieder aktiv werden)

 

Was der nächste Twitter Trend wird? Wir wissen es noch nicht. Sind aber bereit und gerne wieder dabei! #Twitterlove

 

 

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.