barrieren abbauen

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Am 7. und 8. Juli fand in Linz das IKT-Forum statt. Thema der zweitägigen Konferenz war Barrierefreiheit. Vorgestellt wurden assistive Technologien, barrierefreies Bauen und Wohnen und der Umgang mit Barrieren im Internet. Seit Jänner 2008 sind alle Seiten der öffentlichen Hand verpflichtend barrierefrei zu gestalten (Behindertengleichstellungsgesetz, E-Governmentgesetz). In vielen anderen Segmenten ist es nicht Gesetz und auch noch nicht üblich dieses Thema zu forcieren. Die Teilnahme an dem Forum hat gezeigt wie schwer es für Benutzer von assistiven Technologien im Alltag, und für uns besonders relevant, beim Websurfen ist. Ein starker Schub für WAI (Web Acessibility Initiative) ist die sogenannte „Generation Silver“, „Best Agers“ oder auch 55+ genannt. Viele Betreiber verstehen eher die Probleme von älteren Menschen und sehen auch aus kommerzieller Sicht ein größeres Potential. So gibt es Förderprogramme der EU, die assistierende Technologien fördern (Schalgwort: Ambient Assisted Living). Ein beispielhaftes Projekt wurde von Paul Panek vorgestellt, der die Wichtigkeit von Partizipation der Zielgruppe an Hand der Entwicklung einer geeigneten Toilette beschrieben hat. In einem langen Entwicklungsprozess hat das Forschungsteam unter Teilnahme von unterschiedlich beeinträchtigten Personen ein Produkt entwickelt. Ebenso hat die Stadt Linz eine bespielhafte Wohnung mit möglichen Assistenzen entwickelt.

Im Bereich der Webaccessibility diskutierten die ExpertInnen über das Erstellen und Testen von barrierefreien Seiten und über Probleme der PDF-Konvertierung. Daniel Miskulin, selbst blind, hat gezeigt wie schwer es für Menschen mit Screenreader sein kann, wenn PDF-Dokumente nicht korrekt erstellt wurden. Shadi Abo-Zahra vom W3C Konsortium hat weiters beschrieben welche Argumente für die Optimierung der eigenen Website sprechen. Er nannte die Optimierung der Website für mobile Endgeräte (Barrierefreie Seiten sind auch auf mobilen Endgeräten gut lesbar) und wegen der immer wichtiger werdenden Zielgruppe der „Elderly Web Users“.

PDF Dokumente wirken mir als ein noch wenig beachtetes und doch sehr wichtiges Thema. Es hat sich noch kein offizieller Standard entwickelt. Momentan wird am Universal Accessibility Standard (UA) gearbeitet. Viele Informationen und Formulare werden im Internet als PDF-Dokumente angeboten. Ohne einer entsprechenden Bearbeitung werden sie jedoch für nicht sehende Benutzer unbenutzbar.  Michael Gampe fasste es in seinem Vortrag sehr gut in einem Satz zusammen. „Was für HTML gut ist kann für PDF nicht schlecht sein.“ Auch in PDF-Dokumenten können durch Überschriftenauszeichnungen, Abkürzungsbeschreibungen, Links, Schlagworte und Bildbeschreibungen die Barrieren abgebaut werden.

Und abschließend noch ein kleiner Tipp: Im deutschsprachigen Raum gibt es einen Award, der sich mit der barrierefreiheit von Internet-Auftritten beschäftigt – der Biene Award. BIENE ist der Wettbewerb Barrierefreies Internet der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen.

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