Comsult 2009

Seit 2004 veranstaltet David Ungar-Klein die ComSult, eine Tageskonferenz für die Consulting Branche in Wien. Die Veranstaltung punktet immer durch illustre Stargäste. Heuer war es der Gründer und das öffentliche Aushängeschild von Wikipedia, Jimmy Wales. Die Veranstaltung war auch heuer wieder perfekt organisiert; Gratulation dazu. Außerdem gibt es immer wieder interessante Workshops, die den Tag zu einem interessanten Informationsaustausch werden lassen. Bei den Panels im Plenum hingegen ist der Informationswert leider etwas gering, obwohl nicht nur die Stargäste sondern auch die anderen Panels mit interessanten Persönlichkeiten besetzt sind. Das liegt vielleicht am Format. Denn statt Jimmy Wales einen Vortrag halten zu lassen und einer anschließenden offenen Diskussion, beschränkte sich die Vormittags-Session auf ein Gespräch zwischen Ungar-Klein und Wales. Ich finde es schwer o.k., dass Herr Ungar-Klein den Gast auch selbst interviewt. Schade finde ich, dass die Hälfte der Zeit des Gesprächs mit Fragen nach Wales Einschätzung zu seiner Berühmtheit verwendet wurde. Es wurde nur kurz darüber gesprochen, was die Wikipedia in verschiedenen Sprachen unterscheidet, wie Artikel angezweifelt werden können und welche Kompetenzen notwendig sind, um sinnvoll an Beiträgen mitzuarbeiten. Fragen nach der Spendenaktion 2008, Wikipedias größter Einnahmequelle, oder warum er für die Spendenaktion das Aushängeschild ist, oder auch wie es bei der Entwicklung seiner Suchmaschine geht, blieben aus.

Es ist beeindruckend, welche Namen Ungar-Klein schon nach Wien gelockt hat. Auch das Medieninteresse für seine Stargäste ist unglaublich. Jimmy Wales lachte einem rund um das Event aus jeder österreichischen Zeitung entgegen, war auf ORF TV und im Ö1 Morgenjournal. In den Medien waren die Fragen an Wales allerdings nicht einmal treffend zu seiner Rolle und Position. Denn Wales ist kein Experte für Business-Modelle im Internet, wurde aber nach seiner Einschätzung zum Bestand von Zeitungen und der Anzeigenkrise befragt. Spannend, da sich Wikipedia ja eben genau nicht über Anzeigen finanziert.

Trotz der kritischen Anmerkungen von mir, fand ich die Veranstaltung gelungen und bin begeistert über die hochkarätige Besetzung, die sich zum Informationsaustausch trifft. Ich bin schon gespannt, wer 2010 der Stargast sein wird.

Wolfgang Zeglovits

Wolfgang Zeglovits

Wolfgang beschäftigt sich intensiv mit neuen Erkenntnissen rund um Innovationsforschung, Usability und Social Media. Seine langjährige Erfahrung und sein Know-how bringt er in die Konzeption für Webprojekte ein. Dabei sind ihm Innovationsmanagement und die Erkenntnisse aus der Marktforschung wichtig.

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