Medaillenzwerg und Skandalriese

Twitter-Profil Markus RoganSchade eigentlich. Wie viel lieber hätte das offizielle Österreich über die eine oder andere Medaille von Markus Rogan gejubelt, als sich in kollektiver Empörung über seine Angriffe auf Hermann Maier zu üben. Aber nein, es hat nicht sollen sein. Ein Testlauf mit dem Social Media Monitoring Tool Opinion Tracker zeigt, dass die Empörung über Rogan kein analoges Stammtisch-Phänomen ist: Auch die digitale Community interessierte sich nicht für die sportlichen Aussichten von Österreichs bestem Schwimmer aller Zeiten sondern nur für seinen PR-Gau.

datenwerk hat dazu die Begriffspaare „Rogan und Maier“ bzw. „Rogan und Medaille“ mit dem Opinion Tracker analysiert. Mit 635 Treffern im Überprüfungszeitraum ist die Suche nach dem Skandal schon an sich erfolgreicher, als die nach dem Edelmetall mit 473 Treffern. Und die bunten Balken zeigen ein ausgeprägtes Eigenleben von Twitter und Facebook.

Markus Rogan und Hermann Maier im Test-Track

 

Markus Rogan und Medaille Test-Track

 

Skandallust auf Twitter, Facebook und Co.

Während herkömmliche Medien fleißig über die Medaillenchancen von Markus Rogan spekulierten, ging’s in den Social Media nur um den Skandal. Und die wenigen österreichischen Twitter-UserInnen, die „Medaille“ in Kombination mit „Rogan“ benutzten, haben fast alle diesen Tweet weitergeleitet:

Tweet von @fredzwitschert zu Markus Rogan

Sonst, viel Aufregung aus der ersten Reihe der österreichischen Twitteria, unter anderem von den ORF-Anchors. Bei denen kann man sich ja zumindest sicher sein, dass sie keinen Auftrag des Hauses haben, das Interview ihrer Kollegin Claudia Stöckl zu promoten, in dem Rogan den Skandal losgetreten hatte.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

Was der Bias zwischen klassischer Öffentlichkeit und „neuen“ Medien aber wirklich zeigt: Öffentlichkeitsarbeit ist längst mehr, als jeden Morgen die üblichen verdächtigen Tageszeitungen zu lesen. Dieses Screening deckt schon lang nicht mehr ab, was alles öffentlich ist und welche Debatten Fahrt aufnehmen. Denn Twitter und Facebook sind natürlich ungefilterter und nicht immer so seriös wie Print-Medien. Aber im Auge haben muss sie, wer professionelle PR macht. Denn schneller sind sie, immer.

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