Barrierefreiheit: fluffig und geil

Logo des A-Tag '12Mittagspause beim A-Tag ’12 zu Mobile Accessibility: Im informellen Gespräch mit dem W3C-Experten Joshue O’Connor erfuhren die datenwerkInnen Hartwig und Petra, wie sich Barrierefreiheit am besten verkauft: „You can call it whatever you like. For example call it ‚usability‘ or ‚marketing‘. Just don’t call it ‚accessibility‘, and it will sell itself.“ Solche Tricks waren am A-Tag aber gar nicht nötig, das Thema verkaufte sich selbst.Dass die mobile Internetnutzung immer zentraler wird, erläuterte Stephanie Rieger in ihrer Keynote zu „Beyond the mobile web„, die am Beginn des Veranstaltungstages mit Vorträgen zu Accessible Maps, Accessible Augmented Reality und dem Einsatz von ARIA und unterstützenden Technologien wie z.B. Switches oder Screenreader stand.

Mobile first im Screendesign

Einige könnten jetzt behaupten, dass mobiles Screendesign für sehschwache (z.B. ältere) Personen irrelevant sei, weil der Handybildschirm für sie sowieso zu klein ist. Wenn man sich aber überlegt, was bei der mobilen Nutzung passiert, gibt es durchaus Parallelen zu der online Nutzung von sehschwachen Menschen. Beim Handy ist der Bildschirm kleiner, daher ist auch weniger Platz für den Inhalt. Wenn am Desktop-Bildschirm die Ansicht vergrößert wird, bewirkt der Zoom einen ähnlichen Effekt: der Inhalt hat weniger Platz.

Sylvia Egger sieht daher im mobilen Design auch eine Accessibility-Komponente und empfiehlt immer zuerst die mobile Variante zu entwickeln. Bis diese Überlegung in den Köpfen der DesignerInnen, KundInnen und EntwicklerInnen angekommen ist, wird es wohl noch dauern. Technisch setzt sie übrigens auf rem und flexbox, wobei den beiden Technologien noch die flächendeckende Browser- und Template-Unterstützung fehlt.

Veranstaltungsfoto vom A-Tag '12

(c) Martin Ladstätter

Accessibility mit VoiceOver und TalkBack

Mobile Endgeräte bieten einen weiteren Vorteil für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Früher mussten blinde Menschen mehrere hundert Euro in einen Screenreader investieren, der ihnen eine Website vorlesen konnte. Die aktuellen mobilen Betriebssysteme von Apple und Android unterstützen diese Möglichkeit mit den Programmen VoiceOver bzw. TalkBack ohne Zusatzkosten. Das zukünftige mobile Betriebssystem Firefox OS soll dies übrigens in allen Programmen können. datenwerk ist gespannt und wartet auf den Release in cirka vier Wochen.

Accessibility ist geil!

Sindre Wimberger erntete in seinem Vortrag beim Slogan „Accessibility ist geil!“ Jubel von den BesucherInnen. Das war übrigens nicht der einzige Sager, der von dieser Veranstaltung in Erinnerung bleibt, wie auch Martin Ladstätter in einem Rückblick festhält. datenwerk jubelt auf jeden Fall über die gelungene Veranstaltung und freut sich aufs nächste Mal.

Screenshot von Twitter zum Vortrag von Sindre Wimberger

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