Hitzige Debatte zu #aufschrei

Demoschild "It's a dress, not a "yes"".

roga muffin / flickr (cc)

Wer in den letzten fünf Tagen die Medien aufmerksam verfolgt hat, hat wohl schon davon gehört. Mit dem Hashtag #aufschrei wurden auf Twitter bereits über 60.000 Tweets gepostet. Ursprüngliches Ziel der Tweets: ein Aufschrei gegen alltäglichen Sexismus! Aber auch in anderen Online-Quellen ist #aufschrei präsent, wie datenwerks Social Media Monitoring Tool Opinion Tracker weiß.

 

#aufschrei – wie kam’s dazu?

Letzte Woche veröffentlichte der „stern“ ein Portrait des FDP-Politikers Rainer Brüderle, in dem die Journalistin Laura Himmelreich den sexistisch verbalen Übergriff Brüderles schildert. Dass solche Erlebnisse kein Einzelfall für Journalistinnen sind, zeigt der kurz davor erschienene „Der Spiegel“-Artikel, in dem Annett Meiritz die Frauenfeindlichkeit der Piratenpartei beschreibt. Statt sich auf die Seite der Journalistinnen zu stellen, erklärte das Gros der Öffentlichkeit die beiden zu Feindinnen – „war nicht so gemeint“ oder „versteht keinem Spaß“ wurde hier argumentiert. Dieser sexistische Backlash führte auf Twitter zum #aufschrei. Unter diesem Hashtag sollten alltägliche Sexismen gesammelt werden. Über 60.000 Tweets gibt es dazu mittlerweile.

Screenshot-Twitter: erstes #aufschrei-Posting

#aufschrei – was wird diskutiert?

In einer idealen Welt würde so eine Masse an Meldungen über alltägliche Sexismen dazu führen, dass versucht wird, Maßnahmen gegen Sexismus zu setzen. Nur leider sind wir von einer idealen Welt weit entfernt … Stattdessen stand Günther Jauchs Diskussionssendung gestern in der ARD unter dem Thema „Herrenwitz mit Folgen – hat Deutschland ein Sexismus-Problem?“ und stellt damit die ganze Thematik in Frage und führt sie im Laufe der Sendung auch noch ad absurdum.

Auch in anderen Medienkanälen (Social Web und Mainstream-Medien) wird Alltagssexismus klein geredet. Auf Twitter rufen sich selbst bemitleidende Chauvi-Männer zum #gegenschrei auf, weil sie sich in ihrer Freiheit von Schauen, Grapschen, Flirten und Macho-Sprüchen eingeschränkt fühlen. Und in „Die Welt“ wird Frauen das Recht zum #aufschrei abgesprochen, da sie ja keine Opfer seien und sich selbst wehren könnten.

Opinion Tracker: Top 3 Personen im Demotrack #aufschreiWas noch alles zu Rainer Brüderle, Thomas Osterkorn, Anne Wizorek und zu #aufschrei in Web News, Blogs, sozialen Netzwerken und Foren diskutiert wird, könnt ihr im Opinion Tracker Demotrack nachlesen.

 

#aufschrei – selbst aktiv werden?

Demoschieb "I control myself ... why can't you?"

AJ Batac / flickr (cc)

Neben dem obligatorischen Tweet zu #aufschrei, gibt’s natürlich noch mehrere Möglichkeiten gegen alltägliche Sexismen aufzutreten. Beim Diskutieren – ob mit KollegInnen, Bekannten oder Verwandten bei Kaffee oder Bier oder auf Twitter, Facebook & Co. Beim Teilen eigener Erfahrungen oder bei der virtuellen Unterstützung von Betroffenen. Bei One Billion Rising am V-Day am 14. Februar. Mit der Teilnahme am nächsten Slutwalk. Und natürlich: mit einer deutlichen Kritik, wenn ihr das nächste Mal auf Alltagssexismus trefft.

Petra Permesser

Petra Permesser

Petra weiß, was das Netz spricht. Die Kommunikationswissenschafterin und angehende Soziologin kümmert sich im datenwerk um alles, was mit Daten zu tun hat: Suchmaschinenoptimierung, Algorithmen, Ads und das Social Media Monitoring Tool "Opinion Tracker" sind Petras Metier. Außerdem tüftelt sie häufig an Story Maps und weiß, wie komplexe Software-Projekte mittels User Stories strukturiert werden können.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.