datenwerk Charts: Film-Trivia

Logo: Top 5 datenwerk chartsDie Filmfestspiele in Cannes sind vorbei und damit auch unser Film-Ratespiel auf Facebook. Wir haben aber die Filme zum Anlass genommen, uns in den Mai-Charts mit Film-Trivia zu beschäftigen – also mit Film-Informationen, die in die Kategorie „dies und das“ fallen und von manchen vielleicht als unnützes Wissen dargestellt werden könnten.

 

Kein fünfter Statist von links hinten

Im Fokus unserer Charts steht allerdings kein Lifestyle-Filmwissen a la „Wusstest ihr schon, dass der dritte Zwerg von links der Urstrumpfonkel der hundersten Filmbesucherin im Trippstriller Kino ist?“, sondern Film-Trivia mit politischen Background.

Symbolfoto "Per Anhalter durch die Galaxis"

Ok, nicht ganz … Aber die folgende Information passt perfekt zu datenwerk und darf daher zumindest außer Konkurrenz laufen:

Wusstet ihr schon, dass Douglas Adams, der Autor von „Per Anhalter durch die Galaxis“ ein begeisteter Apple-Fan war und die ersten zwei Apple MacIntosh-Rechner, die in Großbritannien verkauft wurden, gekauft hat?

Nun aber genug Lifestyle-Facts, los geht’s mit dem offiziellen Wettbewerb:

 

Platz 5: Geschlechterrollen

Wolfgang als Harry Potter

Wusstet ihr schon, dass die weiblichen und männlichen Rollen in den Harry Potter Büchern zwar gleich starke Charaktere sind, aber mit unterschiedlichen Stärken ausgestattet sind? Während die weiblichen Rollen die GegnerInnen mit geistiger Stärke und Logik besiegen, beweist Wolfgang a.k.a. Harry Potter körperliche Stärke. Wissenschaftlich analysiert hat das z.B. Heather Sammons.

 

 

 

Platz 4: Propaganda gegen das RegimeIngrid und Hartwig in "Rambo III"

Weiter geht’s mit Rambo allgemein, auch wenn Ingrid und Hartwig die „Blaue Licht“-Szene aus „Rambo III“ nachstellen: Wusstet ihr schon, dass die burmesische Oppositionsgruppe „Generation Wave“ den in Myanmar offiziell nicht erhältlichen Film „Rambo IV“ illegal verbreitet und Film-Dialoge als Rufe bei Demonstrationen adaptiert hat? „Rambo IV“ kam übrigens in Myanmar aufgrund des Inhalts – er übt Kritik an der Militärjunta sowie den Tatmadaw-Streitkräften – nie ins Kino und ist auch auf DVD nicht erhältlich.

 

Platz 3: Verteidigung gegen Interkontinentalraketen

Ingrid und Hartwig in "Star Wars"Wusstet ihr schon, dass die Strategic Defense Initiative (SDI) von Ronald Reagan als „Star Wars“ bezeichnet wurde? SDI sah ein ausgeklügeltes System an Waffensystemen vor, das zur Verteidigung gegen UdSSR-Interkontinentalraketen eingesetzt werden sollte. Da SDI bei der Veröffentlichung 1983 als Science Fiction gesehen wurde, bekam es in den Medien den Beinamen „Star Wars“, was Ronald Reagan aufgrund seiner Schauspielkarriere anfangs gar nicht zusagte. Er freundete sich allerdings im Laufe der Zeit damit an und bezeichnete die UdSSR dann als „evil empire“.

 

Platz 2: Zeichentrick-Nazi-Symbolik

Symbolfoto König der LöwenWusstet ihr schon, dass Disney bei „König der Löwen“ auf den Nationalsozialismus referenziert und den Widersacher Scar als Parallele zu Hitler darstellt, um ihn besonders böse wirken zu lassen? Das sieht man z.B. während Scar auf einem Felsvorsprung stehend „Be prepared“ singt und die Hyänen in Reih und Glied an ihm vorbeipatroullieren. Dabei drehen sie ihre Schnauzen nach rechts oben, als würden sie sie zum Hitler-Gruß heben. Der Felsen, auf dem Scar steht, erinnert an die Bühnen und Balkone, von denen aus Hitler gesprochen hat. Und mit etwas Phantasie kann man in den Sprüngen im Felsen auch ein Hakenkreuz entdecken.

 

 

Platz 1: Melone gegen ColorblindnessNatascha als Francis Baby Houseman in "Dirty Dancing"

Wusstet ihr schon, dass das Huhn des Zauberers und die Wassermelone in „Dirty Dancing“ als Symbole des Rassismus der 1960-er Jahre fungieren? Sie dienen als Referenz auf rassistische Karikaturen, in denen Schwarze als Hühner- und Felddiebe dargestellt wurden, die nur eine Wassermelone essen müssen, um glücklich zu sein.

Obwohl im Film selbst Apartheit gänzlich ausgeblendet wird, zeigen diese beiden Symbole einen Bezug auf die 1963 sicher relevante Debatte. Und in „Dirty Dancing“ verstecken sich noch viele weitere politische Bezüge – ob nun zu jüdischen MigrantInnen oder zur Abtreibungsdebatte. Dass es also deutlich mehr als der 0815-Chick flick-Film ist, kann man in „Ich hatte die Zeit meines Lebens“ wissenschaftlich analysiert nachlesen.

 

Petra Permesser

Petra Permesser

Petra weiß, was das Netz spricht. Die Kommunikationswissenschafterin und angehende Soziologin kümmert sich im datenwerk um alles, was mit Daten zu tun hat: Suchmaschinenoptimierung, Algorithmen, Ads und das Social Media Monitoring Tool "Opinion Tracker" sind Petras Metier. Außerdem tüftelt sie häufig an Story Maps und weiß, wie komplexe Software-Projekte mittels User Stories strukturiert werden können.

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