Integrative Online-Kommunikation im Wahlkampf

Über 700.000 ÖsterreicherInnen verfolgten am 24. September die ORF-Diskussion zwischen Werner Faymann und Michael Spindelegger. Gleichzeitig wurden 3.588 Tweets mit dem Sendungs-Hashtag #ORFwahl13 abgeschickt. So viel TV wie nie führte auch zu so viel Social Media wie noch nie. Die Verknüpfung zwischen alten und neuen Medien ist nicht nur für KonsumentInnen alltäglich geworden, auch in den Wahlbüros muss sie gelebt werden. Im Wahlkampf mit von der Partie war ein Team von datenwerk. Wir hatten den Auftrag, die SPÖ bei der Social Media Kommunikation zu beraten und zu unterstützten.

Online als integrativer Teil des Ganzen

Der Online-Wahlkampf der SPÖ war Teil des Gesamtauftritt rund um die Nationalratswahl – sowohl inhaltlich als auch personell. In der Kommunikationsabteilung haben alle Redaktionsmitglieder auch Online-Aufgaben. Zudem sind zwei Redakteure ausschließlich mit Online-Tätigkeiten beschäftigt. Zudem waren bis zu drei datenwerkerInnen vor Ort in der Löwelstraße. Inhaltlich wurden online wie offline dieselben Schwerpunkte gesetzt: Der Fokus lag am Spitzenkandidaten Bundeskanzler Werner Faymann und war auf den vier Kampagnenthemen „Arbeit“, „Wohnen“, „Bildung“ und „Pensionen“ ausgerichtet. Weitere Aktivitäten der datenwerkerInnen befassten sich mit Reichensteuer, Lohnsteuerentlastung und Jugendarbeitslosigkeit. Dazu entwickelten die datenwerkerInnen Kommunikationsstrategien, Video-Konzepte und Applikationen wie den „Mehr im Börserl“ Rechner. In kurzen Online-Videos wurden die Forderungen der SPÖ nach leistbaren Wohnen, mehr Ganztagsschulen, höherem Lehrlingsmindestlohn und mehr Betreuungsplätzen graphisch ansprechend und leicht verständlich aufbereitet.

Online ist mehr als Facebook und Website

Im Online-Wahlkampf ging es nicht nur darum SympathisantInnen und potentielle WählerInnen zu informieren, sondern auch Mitglieder, FunktionärInnen und Freiwilllige bei der Wahlwerbung im direkten Kontakt mit den WählerInnen zu unterstützen. Bestehende und neue E-Mail-Listen wurden verwendet, um Informationen weiter zu geben und Aufgaben an Freiwillige zu stellen. SPÖ-Websites wurden zur Verbreitung von Informationen, Positionen und Materialien eingesetzt. Zudem wurden E-Mail-Adressen gesammelt, deren EmpfängerInnen wiederum in die E-Mail Kommunikation eingebunden waren. Die Hauptseiten hier waren spoe.at, wahl2013.frauen.spoe.at.

Die von datenwerk schwerpunktmäßig betreuten Social Media Kanäle hatten zwei Aufgaben. Zum einen wurden Sharing-Sites als Content-Plattformen verwendet. Hier waren die Hauptkanäle Youtube, Flickr und Delicious. Als Add-On haben die datenwerkerInnen auch eine Playlist für Spotify erstellt und in die Kampagnenseite eingebunden. Zum anderen wurden Social Network Sites genutzt, um Standpunkte zu kommunizieren und mit UserInnen in Dialog zu treten.

All media is social!

Mit AK-Wahlen, Europawahl, Landtagswahlen in Vorarlberg und Gemeinderatswahlen in Salzburg wird auch das Jahr 2014 ein intensives Wahljahr werden. Was erwartet uns 2014 und in den Folgejahren in Bezug auf Online-Aktivitäten und  Wahlkampf? Ganz klar: Der Online-Wahlkampf wird in Zukunft nicht als eigener Bereich wahrnehmbar sein. Das Motto ist: All media is social!

Zudem werden die Wahlkampfaktivitäten – egal ob online oder offline – mit Tracking- und Resonanzanalysen beobachtet werden. Die Erkenntnisse daraus fließen dann in die Optimierung ein. Im Online-Bereich wird die Optimierung von Inhalten und Aufgaben auch durch A/B-Testen, Logfile-Analyse und Zielgruppensegmentierung erfolgen. Als Richtlinie gilt auch in Zukunft: alle Inhalte müssen emotionalisierend, persönlich – aber nicht privat – und leicht weiterverbreitbar sein.

Wolfgang Zeglovits

Wolfgang Zeglovits

Wolfgang beschäftigt sich intensiv mit neuen Erkenntnissen rund um Innovationsforschung, Usability und Social Media. Seine langjährige Erfahrung und sein Know-how bringt er in die Konzeption für Webprojekte ein. Dabei sind ihm Innovationsmanagement und die Erkenntnisse aus der Marktforschung wichtig.

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