Der schmale Grat zwischen Irreführung und Dialog

Bild einer Katze

Irreführung oder Dialog – eine Gratwanderung?

Vor Jahren wurde ich von einem Kunden als Berater zugezogen, da er ein Angebot am Tisch hatte, das zu verlockend klang, um wahr zu sein. Gegen ein monatliches Entgelt würden UserInnen in Foren positiv über den Kunden schreiben. Bei einem gemeinsamen Termin mit Vertretern der Agentur wurde dem Kunden und mir klar, dass es sich dabei um Irreführung oder Täuschung von VerbraucherInnen handelte. Wir haben empfohlen, die Agentur nicht zu beauftragen und das geschah meines Wissens auch. Das Monatsmagazin Datum deckt in seiner November Ausgabe auf, wie diese Agentur jahrelang unter pseudonymen Accounts gekaufte Postings für namhafte Firmen und Interessengruppen in Foren eingebracht hat. Das ist eine illegale Geschäftspraxis nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).

Warum ich mir da so sicher bin? Weil unsere Kollegin und Social Media Expertin Ingrid Gogl gerade jetzt ihre Master-Arbeit zum „Umgang mit Schleichwerbung im Internet – Online Spezifika im Wettbewerbsrecht“ eingereicht hat. Und darin zeigt sie, wie schmal der Grat ist zwischen einem offenen Rückkanal, um herauszufinden, was Menschen über eine Marke oder Produkt denken und unlauterem Wettbewerb.

In den kommenden Wochen wird Ingrid in unserem Blog Tipps und Anregungen geben, wie illegale Praxen vermieden werden können und was trotzdem möglich ist, um Consumer-Feedback einzuholen. Soviel sei aber jetzt schon verraten. „Für Unternehmen sollte es eigentlich erklärtes Ziel von Kommunikationsaktivitäten (im Internet) sein, ihre Zielgruppe entsprechend direkt anzusprechen und seine Identität nicht zu verschleiern. Im Sinne des „Many-to-Many“ Kommunikationsansatzes innerhalb von Social Media kann es sogar ein Vorteil sein, wenn sich ein Unternehmen direkt und unverschleiert in die Diskussion einbringt und mit und von seiner Zielgruppe lernen kann.“

Für uns beim datenwerk sind Foren wichtige Plätze, um Meinungen und Ideen von UserInnen zu hören und um auf Produkte und Dienstleistungen unserer KundInnen hinzuweisen. Wir werden das auch weiterhin als „Social Web Seeding“ anbieten. Und zwar so, wie es Sinn macht. Nämlich gekennzeichnet als Werbung oder im Interesse der Sammlung von Informationen, nicht aber als bewusste Irreführung von UserInnen.

P.S.: Die Master-Arbeit ist auch schon benotet, aber die Sponsion findet erst statt 😉

Wolfgang Zeglovits

Wolfgang Zeglovits

Wolfgang beschäftigt sich intensiv mit neuen Erkenntnissen rund um Innovationsforschung, Usability und Social Media. Seine langjährige Erfahrung und sein Know-how bringt er in die Konzeption für Webprojekte ein. Dabei sind ihm Innovationsmanagement und die Erkenntnisse aus der Marktforschung wichtig.

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