datenwerk Charts: Top 5 für einen geglückten Wiedereinstieg

"Lichtspiele", Foto von Manuel Farnlacher, https://www.flickr.com/photos/farnlacher/8351097188/sizes/l

Vor ziemlich genau einem Jahr kam ich aus meiner Karenz zurück ins datenwerk. Seither jongliere ich.

Meine Top-Five Charts, wie der Wiedereinstieg ermöglicht wird und welche Highlights ich nicht versäumt habe.

Bild: „Lichtspiele“, copyright Manuel Farnlacher, https://www.flickr.com/photos/farnlacher/8351097188/sizes/l

    1. Gemeinsam jonglieren.
      Es klingt eigentlich ganz einfach – alle müssen wollen, dass beiden Elternteile nach den Karenzzeiten wieder arbeiten gehen, nämlich beide Eltern und die ArbeitgeberInnen. Aber was bedeutet das? Wie war das bei mir? Ich finde, es ist aus Elternsicht völlig absurd, noch während der Schwangerschaft ein Karenzmodell wählen zu müssen. Ich habe mich mit meinem Modell jedenfalls ein wenig verschätzt und ich war erstaunt, wie ich mich als Mutter verändert habe. Ein paar Werte haben sich verschoben. Aber gut, ich kam also vergangenen November ins datenwerk zurück und seither verspüre ich eine konsequente Unterstützung seitens der Geschäftsführung und der KollegInnen. Es ist meiner Meinung nach von großem Vorteil, dass Wolfgang zwei kleine Kinder hat und ganz genau weiß, was jonglieren bedeutet. Dass man zum Beispiel selbst oder das Kind plötzlich krank wird, dass man müde ist, dass man niemals länger als vereinbart bleiben kann, dass man so gut wie keine Abendtermine annehmen kann. Es braucht von allen viel Geduld und Zuversicht.
    2. Gute Aufgaben.
      Ja, es ist zeitweise wahnsinnig anstrengend zu arbeiten und ein Kind im Leben zu haben (und in meinem Fall extra dazu: zu unterrichten und für Auftritte zu trainieren, zu bloggen und so weiter). Manchmal fühle ich mich wie in einem Hamsterrad (bin ich der Hamster oder das Rad?). Jeder Tag ist durchgeplant, meist ohne Verschnaufpause. Das halte ich nur deshalb am laufen, weil ich Projekt betreue und Aufgaben gestellt bekomme, die mich fordern, die Ideen von mir brauchen und mich mit konstruktiven KollegInnen und KundInnen zusammenbringen. Es tut wirklich gut, geschätzt zu werden statt mit administrativen Tätigkeiten abgespeist zu werden, nur weil ich derzeit eine Teilzeitstelle gerade mal so ausfüllen kann.
    3. Minusstunden – aushalten.
      Vor allem kurz nachdem ich aus der Karenz zurück kam und gleichzeitig auch einen neuen Betreuungsplatz suchen und eine neue Eingewöhnung durchleben musste schrieb ich viele Minusstunden. Das auszuhalten ging nur durch ein deutliches „JA, das ist jetzt OK!“ seitens datenwerk. Offensichtlich wusste Wolfgang damals schon, dass das nur eine „Phase“ sein würde und dass sich auch das wieder ändern würde. Ich konnte mir das nicht vorstellen – weiß aber jetzt, ein Jahr später: es war nur eine Phase. Wie so vieles mit Kind.
    4. Dinge die ich nicht erleben, erfüllen kann – aushalten.
      Im letzten Jahr war es mir nicht möglich, Konferenzen zu besuchen. Ich konnte nicht an den Wochenenden auf barcamps gehen, an #vie120-Frühstücks teilnehmen oder andere Abend-Netzwerktreffen besuchen. Ich konnte schon gar nicht an Meetings und (un)Konferenzen im Ausland teilnehmen. Das ist schwer auszuhalten weil ich weiß: es ist für mich und meinen Beruf sehr wichtig. Weil ich das immer gerne gemacht habe. Auszuhalten, dass manches zwar wichtig aber jetzt unmöglich ist, ist nicht leicht. Auch hier vertraue ich darauf: das ist eine Phase. Es wird sich wieder ändern oder sich anders (besser) entwickeln. Währenddessen arbeite ich an meiner Marke und in meinem Netzwerk mit anderen Werkzeugen. Social Media sei Dank ist das auch von zu Hause aus und meistens mit dem Smartphone möglich. Und ich wurde zeitweise zur Heavy-Tweetin, am liebsten gonzo!
    5. Was ich erleben konnte und schön finde:
      In der Zeit, in der ich im Büro sein kann, arbeite ich konzentriert, schnell, pausenlos. Meetings sind zwar wichtig, nehmen mir aber oft viel Zeit weg. Es ist ein hin- und her zwischen Scheuklappen und offenen Ohren. Ich habe im letzten Jahr dann doch einige großartige Dinge im datenwerk erlebt, die nicht unmittelbar mit meinen Aufgaben zu tun haben, wie zum Beispiel:
    • Ich habe die Masterarbeit von Ingrid Korrektur gelesen und war hin und weg; weil sie mich als Social Media Userin so angesprochen hat!
    • Ich war dabei, als Aku unsere diesjährige Christmasstory präsentierte. Das ist auch deshalb schön, weil ich – so wie alle anderen im datenwerk auch- jetzt schon weiß, was es für eine Geschichte sein wird. Gemeinsame Geheimnisse verbinden!
    • Als Nachbearbeitung unserer 2014-er Klausur haben wir vor ein paar Wochen eine Feedback-Runde gemacht. Ich war im Büro und konnte teilnehmen und es fühlte sich großartig an!
    • Manchmal geht es sich zeitlich für mich aus, an den gemeinsamen Mittagessen teilzunehmen. Das finde ich schön!
    • Ich konnte teilweise während meiner Arbeitszeit an meinem neuen Blog arbeiten, das fand ich wirklich sehr großzügig!
    • Ein paar KollegInnen waren bei meinem Auftritt am 23.November, danke!

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1 Antwort

  1. Avatar Maria Himmler sagt:

    Ich kann mich noch gut erinnern, obwohl es beim 1. Kind 18 Jahre und beim 2. Kind 14 Jahre her ist. Ich war auch so froh, dass meine Eltern beim 1. Kind Zeit hatten aufzupassen, da war ich sehr beruhigt….beim 2. Kind habe ich alles selber organisieren müssen, weil Mama sehr krank war und ich sie nicht so belasten wollte..
    Also gab es eine komplette Umstellung vom unregelmäßigen Arbeiten, mit 12 Stunden Tagdienst und Nachtdienst, plötzlich regelmäßiges Arbeiten mit täglich 5 Stunden, damit ich die Kinder vom Hort abholen konnte. Ich könnte keine Sekunde mehr länger bleiben und bekam oft von den Kollegen Vorwürfe, warum ich dies und jenes nicht fertig machen kann. (will),. Tag täglich die gleiche Erklärung…
    Aber ich war froh und dankbar, dass ich Vormittags arbeiten durfte, die Ablenkung tat mir gut.
    Es war wie Kraft tanken, für meine lieben Kinder…
    Liebe Grüsse Maria

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