Web Trends 2015 – Same Same. But different?

Quelle: Idaho National Laboratory, flickr.

Quelle: Idaho National Laboratory, flickr.

Wie wird sich das Netz 2015 entwickeln? Welche neuen Wege der Kommunikation werden wir gehen? Ist 2015 das Jahr in dem sich unsere Online-Kommunikation maßgeblich revolutionieren wird? Oder bleibt es bei „more of the same“? Eine Trendanalyse.

Same, same. But different?

Vielerorts in Europa (zb: hier) liest man, dass 2015 eigentlich alles mehr oder minder beim Alten bleiben soll, sich vor allem die Nutzung und Bedeutung bestimmter Dienste verstärken wird und Rufe nach Regulierung lauter werden. Werbeplatz wird im Web teurer. Alles muss auch mobil sein, am besten mit Video. Und so richtig investieren Unternehmen bei uns immer noch nicht ins Social und Mobile Web, sonst wäre es nicht weiterhin ein Thema. Also eigentlich nichts Neues?

Sehen wir uns das genauer an. Ja, Facebook und Konsorten lassen sich das Verbreiten der Meldungen etwas kosten. Andererseits war es noch nie so einfach, in das Geschäft des Social Media Advertising einzusteigen. Die Social Media Redaktionslösung Hootsuite hat dazu einen umfassenden Guide vorgestellt.In die selbe Kerbe schlägt auch Buffer. So weiß t3n.de zu berichten:“Buffer veröffentlicht kostenloses Social-Media-Marketing-Kit“  Ähnlich wie Hootsuite und t3n.de bietet der Blog von Buffer jede Menge an Ressourcen für die Arbeit mit Social Media. Mein Lieblingspost aus dem Jahr 2014 von Buffer ist „27 Best Copywriting Formulas: How to Tell a Captivating Story Online„. 

Viele kleine, oder eine große Veränderung?

In der Soziologie wird Trend als eine nachhaltige und tiefgreifende Entwicklung definiert. So eine kann ich heuer beim Zusammenwachsen einiger Entwicklungen erkennen. Es verbinden sich die Themen Mobile, Storytelling, Video und Social mit dem Design, der Redaktion und der technischen Umsetzung zu einem interaktivem Erlebnis. Ohne Grundlagenwissen zu Design, Redaktion oder Technik ist das alles nichts. Mit Grundlagenwissen in allen Bereichen und einer Spezialisierung auf einer der Bereiche, stehen uns allerdings heute mehr Türen offen, als jemals zuvor. Mediengestaltung war noch nie so umfassend und einfach wie 2015. Und das ist eine maßgebliche Weiterentwicklung des Webs. Alles wird vernetzt, interaktiv, mobil und vor allem wird alles zu einem Erlebnis.

Interactive Storytelling = Interactive Design

Viele der Formulierungs-Formeln im oben erwähnten Buffer-Beitrag zur Textgestaltung haben etwas mit Dramaturgie und Storytelling zu tun. Anhand der konkreten Umsetzungsbeispiele in Tweets gelingt Kevan Lee selbst ein Meisterstück an Erzählkunst. Denn jeder seiner Tipps hat ein Beispiel, das wiederum Buffers Services näher bringt. Kein Wunder, dass das Erzählen, vor allem „Interactive Storytelling“, sich auch bei den Design Trends im Elegant Themes Blog widerfindet. In einem viel beachteten und oft kopierten Eintrag „Web Design Trends To Look Out For In 2015„, erzählen sie alles, was man heuer zu Webdesign wissen muss. Trend Tipp neun hat mich umgehauen.

Verschmelzung von redaktioneller Aufbereitung, Design und technischer Umsetzung

Google wäre nicht Google, würde es nicht auch gleich ein Gratis-Tool zur Erstellung von Material Designs hinzufügen. Der „Google Web Designer“ wirkt von den Screenshots her allerdings eher wie das Interface von Final Cut Pro als von Google „Material Design“.

Hier zeigt sich sehr deutlich die Verschmelzung von redaktioneller Aufbereitung, Design und technischer Umsetzung. Gerade bei „Material Design“ kommt auch noch das Know-How aus der Animationsfilm-Branche hinzu. Doch keine Angst, selber animieren muss nicht unbedingt sein. Dafür gibt es Editoren, die einem das aus der Hand nehmen. Microsoft stellt mit Sway so einen Editor vor. Vielleicht ist auch Sway nicht radikal genug. Denn ante portas steht bereits „The Grid„. Und das verspricht nicht weniger als die sich auf Basis von Artificial Intelligence selbst erstellende Website. Just add content.

Noch ist es nicht soweit. Noch können wir uns an Stories mit Parallax Effekten beim Scrolling durch lange Websites erfreuen. Das Elektro-Auto Tesla wird mit einem schönen Beispiel dieser Art von interaktivem Storytelling vorgestellt.  Und auch unsere Weihnachtsstory von „Webman“ wurde so umgesetzt: http://webman.datenwerk.at/

Es tut sich also doch einiges im Netz. Einiges, das die Art und Weise wie wir fürs Netz konzeptionieren, gestalten und umsetzen maßgeblich verändern und beeinflussen wird. Und das wiederum führt dazu, das das Web zum „Erlebnisweb“ wird, in dem sich die Nutzerin immer mehr mitten im Geschehen, denn als Beobachterin versteht. Und das sehe nicht nur ich so, sondern auch Ryan Holmes, CEO der anfangs erwähnten „Hootsuite“. Seine „5 Trends That Will Change How You Use Social Media in 2015“ durfte er dann auch gleich mal im Time Magazine posten.

Wolfgang Zeglovits

Wolfgang Zeglovits

Wolfgang beschäftigt sich intensiv mit neuen Erkenntnissen rund um Innovationsforschung, Usability und Social Media. Seine langjährige Erfahrung und sein Know-how bringt er in die Konzeption für Webprojekte ein. Dabei sind ihm Innovationsmanagement und die Erkenntnisse aus der Marktforschung wichtig.

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