datenwerk Charts Juli: Summer in the City – und im Ohr!

Sommerhits sind selten gute Musik. Aber sie bleiben oft über Jahrzehnte im Ohr und die Tanzschritte vergisst man nie wieder! Datenwerkerin Julia Petschinka hat sich auf Zeitreise begeben und ein paar Sommerhit-Klassiker ausgegraben, die sie in den Juli-Charts in eine willkürliche Ordnung bringt.

Was macht einen Sommerhit aus?

Auf wikipedia wird eine Studie der Universität Huddersfield über die Erfolgskriterien von Sommerhits so zusammengefasst:

Merkmale eines klassischen Sommerhits sind demnach in der Regel eine einfache Melodie, ein tanzbarer Rhythmus und einfacher Text. Als Rhythmusvorlage dienen häufig lateinamerikanische Tänze wie Samba, Salsa und Merengue. Darüber hinaus wird ein Sommerhit sehr häufig mit einem sehr einfachen Partytanz verbunden, während sich der Text zumeist zwischen Urlaubs- und Sommerthemen bewegt.

Und auch die kleine, unrepräsentative Befragung im FreundInnenkreis ergab: es bleiben oft Refrain-Bruchstücke und ein Tanzschritt in Erinnerung (und irgendeine Sommergeschichte, die man lieber nicht nacherzählen will).

Fünf Sommerhits, die wir nicht mehr vergessen (können/wollen)

The Ketchup Song – asereje.

Den reihe ich ganz nach vorne, weil mich daran amüsiert, dass der Refrain eine phonetische Übersetzung ins Spanische von „Rappers Delight“ der Sugarhill Gang ist. Und es zeigt: es ist wirklich egal, was gesungen wird. Hauptsache lalala.

Und die Sugarhill Gang:

 

 Macarena von Los del Rio.

Die beiden Herren „vom Fluss“ sind eigentlich ein Flamenco-Duo, das vor allem mit Sevillanas (einem Andalusischen Volkstanz mit ein bißchen Flamenco-Elementen) Erfolge feierte. Mitte der 1990er waren sie von einer Flamencotänzerin Macarena fasziniert und schrieben ihr ein Lied. Das wurde ge-remixed und mit Popo-wackelnden, sich schlängelnden Tänzerinnen erweitert und schwupps ein weltweiter Sommerhit.

Und wer wissen will, was 2007 vor einer UN-Sicherheitsratssitzung passiert ist: olé Macarena!

Michel Teló mit Ai Se Eu Te Pego.

Das brasilianische Lied mit der UrheberInnen-Frage im Hintergrund, die bis in einen Reisebus nach Disneyland hineinreicht (siehe wikipedia). Das offizielle Video zeigt einen Konzertmitschnitt und Michel Teló kann nicht mal gut tanzen. Dennoch: Sommerhit auch wegen der Tanzschritte!

Hier der Hit:

Und zum Beispiel von hier der Schritt:

Bailando von Loona.

Dieses Lied hat alles, was einen Sommerhit ausmacht. Ganz als erstes: es ist kaum aushaltbar und trotzdem! Einfache Tanzschritte, sonnengetränktes Video am Strand mit Südamerika- oder Spanienfeeling, „exotische Sprache“, ganz ganz wenig Text mit vielen Wiederholungen und den fantasieanregenden Zeilen: „Tú y yo a la fiesta – Tú y yoooo, toda la noche – Tú y yo a la fiesta – Tú y yoooo, ooooh“. Und, wie man an den Frisuren und Haarfarben der Tänzerinnen erkennt: Eurodance!

 Sommerhit ohne Tanzvideo…. Griechischer Wein von Udo Jürgens

Was machen wir mit Sommerhits, von denen bisher keine Tanzschritte überliefert wurden, von denen es manchmal nicht mal Videos gibt und die dennoch Sommerhits-forever sind? Einer davon, aus gegebenem Anlaß und weil er großartig ist, ist Udo Jürgens´ „Griechischer Wein“. Weil hier oft etwas Bemerkenswertes passiert: das Lied wird als Ausgangspunkt für Erinnerungen an eine zauberhaften Griechenlandurlaub genommen. Wieder ist es eigentlich egal, was gesungen wird, hauptsache das Herz wird warm.

Udo Jürgens besingt in „Griechischer Wein“ die Sehnsucht und das Heimweh griechischer GastarbeiterInnen im Deutschland der 70er Jahre – mehr dazu wieder auf wikipedia.

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