Als Social Media Reporterin beim Flamencofestival

Julia begleitet wieder das Düsseldorfer Flamencofestival im Tanzhaus NRW als Social Media Reporterin. Sie beschreibt hier was das bedeutet und worauf sie dabei achtet.

Achtung, Schleichwerbung! Warum ich die Kooperation erwähnen muss.

Die Kooperation zwischen dem Tanzhaus NRW und mir hat vor vielen Jahren schleichend begonnen. Ich bin seit etwa 10 Jahren als Teilnehmerin beim Festival dabei und habe immer schon darüber gebloggt. Aus Leidenschaft. Über manche Abende habe ich für das Flamencomagazin ANDA geschrieben und einige meiner Blogbeiträge wurden als „Festivaltagebuch“ auch abgedruckt. Im Laufe der Jahre wurde ich für meine unentgeltlichen, begeisterungsvollen Beiträge entlohnt, z.B. in Form von Pressekarten. Oder mit einem Workshop-Gutschein. Dieses Jahr bekomme ich Pressekarten, ein Zimmer in einem Apartment und einen Workshop-Gutschein. Dafür berichte ich wieder täglich in meinem Blog, auf Twitter und Instagram. Seit Ingrid ihren Masterlehrgang zu „Internet-Recht“ abgeschlossen hat und zum Glück gewissenhaft darauf achtet, dass alles mit rechten Dingen zu geht, ist mir auch bewußt: ich habe mit dem Tanzhaus NRW eine Kooperation, die ich in meinen Blogbeiträgen eigentlich erwähnen müsste. Denn: ich bekomme für die Social Media Begleitung eine Gegenleistung.

Smartphone in der HandIch schreibe also nichtmehr ganz unabhängig. Obwohl ich natürlich darauf bestehe, unabhängig zu schreiben. Meine Meinung, meine Launen, mein Blickwinkel. Trotzdem. Ich muss „bezahlte“ Beiträge von redaktionellen Beiträgen trennen (das sagt das Trennungsgebot), sonst könnte man mir Schleichwerbung vorwerfen. Und Schleichwerbung ist auf allen Kanälen verboten.
Ich habe einen guten Weg gefunden: im Beitrag erwähne ich die Kooperation, im Beitragsbild steht „Reporterin“. So sollte es passen.

Aber auch auf Twitter und Instagram muss ich bei jedem Beitrag klarstellen, dass es sich um einen Beitrag im Rahmen der Kooperation handelt. Ich wähle dazu den Hashtag #kooperation. Denn #werbung, #sponsoring oder ähnliches ist es in meinen Augen nicht. Aber ganz unabhängig ist es auch nicht. In diesem Fall passt #kooperation gut, in einem anderen Fall müsste ich mir eine anderen Kennzeichnung einfallen lassen. Ohne geht es jedenfalls nicht.

Wenn alle schlafen schreibe ich: die tägliche Arbeit

Und nun zur konkreten Aufgabe. Was bedeutet das eigentlich, „täglich im Blog, auf Twitter und Instagram “ zu berichten? Ich klebe an meinem Smartphone, mache Fotos, bearbeite sie („Reporterin“!) und ordne sie Eindrücken zu. Dann sortiere ich schon in meinem Kopf ständig die Ereignisse. Und wenn das w-lan vor Ort es zulässt twittere/instagramme ich zwischendurch, versuche mich mit anderen zu vernetzen und das TanzhausNRW in meinen Beiträgen nicht zu vergessen (immerhin haben wir einen Deal). In der Nacht, nach dem Workshoptag, dem Konzert, nach dem Publikumsgespräch und nach dem wichtigen Plaudern an der Bar, schreibe ich meinen Blogbeitrag und blicke zurück. Am nächsten Tag wird mein Beitrag an der „Pressewand“ aufgehängt und die Menschen freuen sich (meistens). Oft erkennen sie sich wieder, haben ähnliches gesehen, erlebt oder erzählt.

Der persönliche Blick: was den Unterschied ausmacht

zwei verschiedene SchuheMein Stil ist sehr persönlich, nah an mir. Mit meinen Beiträgen habe ich mich schon immer sehr angreifbar gemacht. Prinzipiell ist es so: alle, die beim Flamencofestival im Tanzhaus NRW auftreten und unterrichten sind grandios und haben ein unglaubliches Niveau. Und darüber hinaus habe ich meine persönliche Meinung. Die teilen nicht alle und das ist auch gut so.
Da ich die Beiträge auf meinem Blog veröffentliche, bleibe ich meinem Stil treu. Und das ist es auch, was für mich eine der wichtigsten Aufgaben einer Social Media Reporterin ist: persönlich bleiben, immerhin geht es um meine Meinung! Ich muss nicht neutral bleiben, ich muss nicht objektiv berichten und ich muss nicht alles erwähnen. Ich kann, aber ich muss nicht. Was ich meiner Meinung nach muss: eine Meinung haben. Und das ist meistens ohnehin sehr schwer denn ich mag nicht immer sofort eine Meinung haben. Ich kann dann aber ehrlich sein und auch das beschreiben.
Ich bin auch zum Festival eingeladen, weil ich einen guten Blick habe. Ich erkenne Details und stelle Zusammenhänge her, wo vielleicht vorher keine waren. Ich beobachte gerne und lasse an meinen Eindrücken teilhaben. Ich bin neugierig und will eine andere Seite kennenlernen.
Das alles wollen viele andere auch – und sind froh, wenn ich das für sie einfange.

Zusammenfassend: darauf kommt es an

Wer als Social Media Reporterin unterwegs ist, sollte:

  • Schleichwerbung vermeiden – Beiträge kennzeichnen
  • Das Thema kennen
  • Vernetzt sein
  • Mehrere Kanäle bedienen können
  • Einblicke geben, die man sonst nicht bekommt
  • Eine (oder mehrere) eigene Meinung(en) haben
  • Angreifbar bleiben
  • Mit Bildern, Eindrücken und Erlebnissen jonglieren
  • Schon mal etwas von Gonzo-Journalismus gehört haben

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.