#rpTEN: Über Twitter, Höfe und Geister in Berlin

Datenwerkerin Ingrid (auf Twitter: @eskarina) weilt zur Zeit in Berlin auf der größten deutschsprachigen Onlinekonferenz: der re:publica. Diese feiert dieses Jahr ihr 10-jähriges Bestehen. Deswegen auch der Hashtag #rpTEN. Was gibt es also Neues in diesem Internet? Was sind Trends und was sind Stolpersteine?

WLAN ist auch 2016 keine Selbstverständlichkeit

Zu Beginn gleich mal ein bisschen sudern (aka jammern, nörgeln): Das WLAN lässt an Tag 1 dieses Jahr leider ein wenig zu wünschen übrig. Besonders TeilnehmerInnen aus dem Ausland werden dadurch von vielen wichtigen Online-Konversationen ausgeschlossen oder können nur sporadisch daran teilnehmen. Wichtiger Merksatz also: Wenn du eine Konferenz (auch) für ein internationales Publikum öffnen willst, dann ist top funktionierendes WLAN wichtiger als guter Kaffee! Die OrganisatorInnen der re:publica arbeiten allerdings an der Situation. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Realtime Twitter is the Future!

Bild2An Beginn von Tag 1 erzählt Mark Little, wie es in Sachen Twitter und News weitergehen kann und soll. Tenor: Twitter ist DAS Medium für Echtzeitkommunikation und „Echtzeitengagement“. Auf kaum einem Medium kann man so viele Menschen mit einer Nachricht (gleichzeitig) erreichen. Aber es braucht: „Right time. Right message. Right story.“ – Dann kann man die Massen erreichen!

Auch in Zukunft wird Twitter mehr Fokus auf Echtzeitengagement legen. Mit der Integration des Live-Streaming Dienstes „Periscope“ ist das im Bereich der userseitigen Live-Übertragungen bereits sehr gut gelungen. Der Aspekt von Twitter als „Second Screen“ (also die Verwendung vom Twitter, um z.B. Fernsehsendungen zu kommentieren und TV somit zu einem grenzüberschreitenden, gemeinsamen Erlebnis zu machen) nimmt stetig zu. Hier sind insbesondere Medien gefragt, die Integration dieses zweiten Bildschirmes voranzutreiben und zu unterstützen (In Österreich gab es zum Beispiel während der TV-Diskussionen zur Bundespräsidentenwahl auf puls4 während der Sendung Einblendungen von Tweets)

Snapchat – oder: „Das mit dem Geist“

In der Session „Snapchat für Erwachsene“ erklärte ein 14-jähriger User dem Publikum was der Messaging Dienst Snapchat so kann und wie man ihn einsetzt. (Kurz: Bei Snapchat schickt man sich gegenseitig Bilder und Videos, die das Gegenüber nur weniger Sekunden ansehen kann.) In der darauffolgenden Session erklärte uns Franziska Broic, wie das Europäische Parlament Snapchat benutzt, um mit UserInnen in Kontakt zu treten.

Snapchat ist in der Tat die höhere Kunst der niederschwelligen, „soften“ Kommunikation. Spaß und Unterhaltung stehen hier im Fokus. Darauf setzt auch das Europäische Parlament. UserInnen sollen durch witzige Videos und Fotos über die Arbeit des EP und seiner MitarbeiterInnen informiert werden. Aber auch Teilhabe steht am Programm: Das EP versucht die Rückmeldungen (Snaps), die sie bekommen, in ihrer Arbeit auf Snapchat einzusetzen, indem sie von einem anderen Gerät die Antworten der UserInnen abfilmen, um die Beiträge dann wieder auf ihren eigenen Kanal zu stellen.

Ja, Snapchat ist zeitaufwendig. Und wenn Unternehmen nach wie vor Schwierigkeiten mit der Niederschwelligkeit von Social Media an sich haben ist Snapchat als neuer Kanal wenig empfehlenswert. Wer allerdings Spaß an Social Media Kommunikation hat, Einblicke geben will und sich selbst nicht immer todernst nimmt, wird in Snapchat aber das richtige Medium finden, um mit UserInnen in Kontakt zu treten.

2 Days to go!

Der berühmte HofTag 1 auf der re:publica ist wie immer ein richtiges Erlebnis. Neben den vielen spannenden Sessions und Vorträgen muss aber auch Zeit fürs Verweilen im berühmten Hof der Location „STATION Berlin“ bleiben. Dort trifft man bei einem Bier oder Fritz Cola auf neue und alte Bekannte „aus dem Internet“ und kann zudem das heute sehr sonnige Berlin genießen!

Tipp für jene, die morgen auf der re:publica sein werden: datenwerkerin Ingrid wird am 3. Mai von 18:45 – 19:45 auf Stage 3 gemeinsam mit Fabian Lebersorger versuchen, den deutschen TeilnehmerInnen den österreichischen Dialekt näher zu bringen. Und zwar in der Session mit dem Hashtag #oidaRP.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.