Tool Time – Eigene Videos leicht gemacht

Tool Time

Videos selbst zu erstellen ist für viele absolutes #Neuland und manche fragen sich vielleicht: ,,Brauch‘ ich dazu nicht teures Equipment? Und ist das nicht alles wahnsinnig kompliziert und aufwändig?“

Wir sagen: „Nein!“ Denn alles was ihr braucht, ist ein Smartphone, eventuell ein Computer und eine Idee! Wir stellen euch heute ein paar einfache Tools und Tipps vor, mit denen ihr für euer erstes Video-Projekt gewappnet seid!

Warum Videos?

Videos sind aus der heutigen Marketingkommunikation nicht mehr wegzudenken. Sie bieten eine Möglichkeit, seiner Zielgruppe Einblicke zu gewähren, sich von einer anderen Seite zu präsentieren und die UserInnen direkt anzusprechen. Bewegte Bilder hinterlassen mehr Eindruck als Fotos und bleiben länger im Gedächtnis. Egal ob ihr einen eigenen Video-Blog (=“Vlog“) starten möchtet, um euren Followern regelmäßig neue Clips zu präsentieren, oder ob ihr euer Produkt in einem kurzen Imagefilm vorstellen wollt: Für einen professionellen Internetauftritt sind Videos heutzutage unverzichtbar.

Vorbereitungen & W-Fragen

Bevor ihr euch an den Videodreh macht, solltet ihr folgende Fragen beantworten:

  • Was will ich mit meinem Video erreichen?
  • Was möchte ich erzählen?
  • Wo und wen werde ich filmen?
  • Warum ist dieses Thema für meine Zielgruppe wichtig?
  • Welche Emotionen möchte ich bei BetrachterInnen wecken?
  • Was kommt am Anfang, was ist der Hauptteil und was ist der Schluss?

Anhand dieser Fragen könnt ihr ein Konzept erstellen und euren Film so grob planen. Ein Profi würde gleich ein ganzes Storyboard mit den einzelnen „Szenen“ zeichnen, aber das bleibt euch überlassen!

Wenn ihr mit dem Smartphone filmt, empfiehlt es sich außerdem, vor der Aufnahme die Linse zu putzen und den Flugmodus einzuschalten. Schließlich will keiner, dass währen den Dreharbeiten jemand reinklingelt und man neu beginnen muss. Filme benötigen viel Energie und Speicherplatz, weshalb es ratsam ist, auch noch den Akku zu laden und ausreichend Speicherplatz zu schaffen. Außerdem solltet ihr immer im Querformat aufnehmen und euch schon vor der Aufnahme Gedanken über gute Belichtung machen. Tageslicht ist am besten geeignet, da künstliche Beleuchtung oftmals ein Flackern erzeugt und die Haut unnatürlich aussehen lässt.

Die Fünf Shot Technik

Sind alle Fragen beantwortet und ist die Linse geputzt, seid ihr fast bereit zur Aufnahme. Was jetzt noch fehlt, ist die richtige Technik. Wir möchten euch an dieser Stelle die Fünf Shot Technik vorstellen:
Bei der Fünf Shot Technik sammelt ihr mindestens fünf unterschiedliche Aufnahmen (Shots) á fünf bis zehn Sekunden. Der Protagonist wird dabei aus drei verschiedenen Distanzen gefilmt.

Zum Beispiel:

  • mit viel Hintergrund
  • als Naheinstellung
  • und als Close-Up (zum Beispiel nur die Hände).

Die verschiedenen Distanzen sind kombinierbar mit unterschiedlichen Perspektiven.

Zum Beispiel:

  • Normalansicht (von vorne)
  • Vogelperspektive (von oben)
  • und Froschperspektive (von unten).

Diese Technik eignet sich sehr gut für Video-Portraits von Personen oder Image-Filme.

Wer schon etwas sicherer ist, kann natürlich auch viel mehr Shots sammeln, um nachher beim Schneiden der Clips eine größere Auswahl zu haben. Es empfiehlt sich auch, komplexere Shots mehrmals zu wiederholen, um danach den Besten auszuwählen.

Anhand dieses Beispiels von Casey Neistat, der übrigens als Amateur-Filmer angefangen hat und keine professionelle Ausbildung gemacht hat, kann man gut die unterschiedlichen Perspektiven und Distanzen erkennen. Jeder Shot dauert ca. 5 Sekunden, wodurch Spannung entsteht. Da es sich um viele verschiedene Aufnahmen handelt, wurde die Tonspur nachträglich entfernt und ein „Voice Over“ darüber gelegt. Auch einige Regeln der Gestaltung (zB. Goldener Schnitt) wurden hier beachtet.

Gestaltungstipps

Ihr beherrscht die Technik und habt alle Fragen beantwortet, aber irgendwie sehen eure Clips noch nicht so aus, wie ihr euch das vorgestellt habt? Ein Tipp: Versucht euch am Goldenen Schnitt (Stichwort: Fibonacci Spirale!) und der „Drittel Regel“ zu orientieren.

Bei der Anwendung des Goldenen Schnitts teilt ihr das Bild gedanklich in zwei Teile, im Verhältnis 1 zu 2. Der Goldene Schnitt ist nicht nur für MathematikerInnen und KünstlerInnen interessant, sondern kommt auch sehr häufig in der Natur vor, weshalb seine Anwendung dem Bild eine natürliche Harmonie verleiht.

Bei der Drittel Regel wird das Bild gedanklich in neun Teile geteilt. Das zu filmende oder fotografierende Motiv wird dann an einem der vier Schnittpunkte angelegt. Viele Smartphones und Kameras bieten bereits ein solches Raster an.

Versucht außerdem unbedingt, Langeweile, zu lange Szenen, schlechten Ton und eine störende Geräuschkulisse zu vermeiden. Auch abgeschnittene Personen, schlechte Belichtung und Unschärfe können schöne Aufnahmen zerstören. Die besonders Technikaffinen unter euch können sich hierbei durch Gadgets wie Mini-Stative und –Mikros, sowie Aufstecklinsen für das Smartphone helfen lassen.

Goldene Schnitt

So wird der goldene Schnitt angewendet.

 

So wird die "Drittel Regel" angewendet. das Sujet liegt nicht in der Mitte des Bildes sondern orientiert sich entlang der Linien.

So wird die „Drittel Regel“ angewendet. das Sujet liegt nicht in der Mitte des Bildes sondern orientiert sich entlang der Linien. (Bildquelle: https://meghansroom.wordpress.com)

Ich habe alle meine Clips im Kasten – und nun?

Ihr habt eure Aufnahmen und habt Technik und Tipps beachtet? Dann kommen wir jetzt zum letzten spannenden Teil – dem Videoschnitt! Einfach zu bedienende Filmschnittprogramme, die kostenlos erworben werden können, sind zum Beispiel iMovie (für Mac) und Windows Movie Maker.

Einfach die einzelnen Shots importieren und mit Hilfe des Programms wie gewünscht aneinanderreihen! Clips können hiermit auch leicht geschnitten werden. Mit wenigen Klicks lässt sich die Tonspur entfernen und man kann zB. seinen Lieblingssong darüber legen (Achtet hierbei auf Musiklizenzen und Urheberrechte. Freie Musik gibt es zum Beispiel unter: freemusicarchive.org).

Wer seinen Film direkt am iPhone erstellen möchte, kann zum Beispiel Magisto ausprobieren. Ist der Film geschnitten, lässt er sich auf Youtube, vimeo und Facebook ganz einfach teilen. Nur nicht auf einen aussagekräftigen Titel und die richtigen Tags vergessen!

Wie wär’s denn zum Beispiel mit einem Sommervideo vom nächsten Urlaub anstatt vieler einzelner Fotos? So hinterlasst ihr garantiert mehr Eindruck als mit einer Postkarte und weckt bei euren FreundInnen die Reiselust! Zum Abschluss noch ein Beispiel, wie so etwas aussehen könnte:

 

Stephanie Jedek

Stephanie Jedek

Die Design Spezialistin Stephi ist Profi bei der Gestaltung und visuellen Kommunikation. Sie schreibt im Blog über nützliche Tools zur Grafikerstellung fürs Web und Newsletter. Außerhalb der Arbeit findest du Sie auf Flohmärkten, wo sie Ausschau nach ungewöhnlichen Schnäppchen hält.

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