Mal schauen! Highlights Video Marketing Day in Wien

Es war eine Zeitreise – in die Vergangenheit und Zukunft. Von „Bewegtbild“ bis „Video“ war alles mit dabei am Video Marketing Day in Wien.Neben den Veränderungen am TV-Markt und der „leisen, digitalen Revolution“ durch smartTV standen vor allem Videos auf Social Media Kanälen im Vordergrund. Vom Definieren der Ziele, dem Finden der Geschichte über Themen von Videos bis zum Verbreiten der Videos.

Wenn Old Schooler auf Influencer treffen

Die schönste Szene der Konferenz, die auch bezeichnend für die Veränderung der „Bewegtbild“-Welt ist: Der Vortragende über „Videos in der Unternehmenskommunikation“ fragt den Hipster CEO, was er denn von den vielen Millionen Views für sein lustiges YouTube-Video habe. Und dieser antwortet: „Sowas wie einen Popkultur-Faktor und Geld natürlich“. Ah! Geld? Doch?

Und genau in diesem Spannungsfeld war diese Konferenz angesiedelt. In einem Spannungsfeld, in dem sich viele Unternehmen befinden, wenn sie ihre Zielgruppen ansprechen wollen, aber diese vielleicht woanders sind als sie es gestern waren. In einem Spannungsfeld, wo traditionelle PR-Maßnahmen genauso gültig und wichtig sind wie neue Ideen und andere Wege. Es bewegt sich viel. Noch immer.

Social Media Videos – Wie findet man eine Geschichte?

Salvan Joachim (Bayerischer Rundfunk) hat einige praktische Tipps aus Sicht einer Social Media Redaktion eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders zusammengestellt. Eine privilegierte Position, denn diese Redaktion greift auf ein riesiges Bild- und Videoarchiv zurück, das sie auch gekonnt nutzen.

So findet man eine Geschichte – ein paar Ausgangspunkte

  • TV schauen und umdenken: Kommt in einer Sendung ein gute, starke Person vor? Kann man rund um diese Person weitere Geschichten spinnen, die sich speziell für Social Media eignen? So entstand die Serie rund um Ramo, der ursprünglich in einem TV-Beitrag über syrische Flüchtlinge interviewt wurde.

  • Schätze ausgraben und neu verpacken: Zum Beispiel das Thema „Oktoberfest“. BR hat im Archiv gegraben und ist eine Zusammenarbeit mit giphy eingegangen. Die gifs mit Oktoberfest-Bildern werden im zweistellingen Millionenbereich (!) genutzt.

via GIPHY

 

  • Zuhören und weiterdrehen: Anlässlich der vielen, kontroversen Kommentare zu einem Fernsehbeitrag über Flüchtlinge – einen syrischen Flüchtling die Kommentare beantworten lassen.
  • Trends erkennen und Technologien ausprobieren: zum Beispiel 360°-Videos. Redaktionen sollen wie Internet-UserInnen offen und spielerisch mit neuen Technologie-Trends umgehen um von Beginn an zu lernen. Daraus ergeben sich Geschichten.

Videos im Marketing – warum das gut gehen kann

YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine neben Google. Menschen suchen auf YouTube, weil sie zum Beispiel die Meinung „echter NutzerInnen“ wissen wollen. Sie suchen, weil sie Orientierung wollen, Hilfe brauchen oder andere Arten von Information haben wollen. Unternehmen sollten ihnen Videos mit Antworten zu diesen Fragen bieten. Keine Werbevideos. (Christian Tembrink, netspirits)

Christian Tembrink von netspirits und Alex Boerger von schwarzer widmeten sich Schwerpunktmässig YouTube und Customer-Journey. Einige der wichtigsten Aspekte waren:

  • Ziele definieren: Was will man mit dem Video erreichen? Was sollen die UserInnen machen? So konkret wie möglich definieren (damit man genau das auch messen kann).
  • Auffindbarkeit: SEO für Videos! Keywords, Text, Titel, Tags. Alles. Das hilft nicht nur dem Ranking des Videos selbst, sondern auch dem Ranking der Webseiten, die dieses Video einbetten (Unternehmenswebseite etc).
  • Zu relevanten Suchanfragen der UserInnen Videos erstellen. Wonach sucht meine Zielgruppe eigentlich? Was will sie wissen?
  • Call To Action: Jedes Video muss einen CTA enthalten. Im Video und/oder spätestens in der Endcard.
  • YouTube ist ein Dialog-Medium: SeherInnen mit einbeziehen, direkt ansprechen.
  • Passende Videos für jede Phase des Kundenkontakts: Erklärvideos, Produktvideos, Casestudies, KundInnenstimmen, Insights nach dem Kauf.

Retro Foto Menschen im Zug

Videos vermarkten und verbreiten – Influencer!

Felix Hummel, Gründer der Berliner Influencer-Agentur BuzzBird, fasste sehr klar zusammen, was man zum Beispiel von Influencern erwarten kann und wie eine gute, erfolgreiche Zusammenarbeit aussehen könnte, wenn man sich in der Vermarktung von Influencern helfen lassen will.

  • Wo findet man Influencer? Am besten über Influencer-Agenturen oder Agenturen mit einem guten Netzwerk. Die so genannten „Multichannel-Netzwerke“ haben ihren guten Ruf aufgrund schlechter Verträge leider verloren, meinte Hummel.
  • Wie gewinnt man Influencer für eine Kooperation? Am besten, man bindet Influencer möglichst früh in die Kommunikationsplanung mit ein und lässt sie wesentliche Entscheidungen mittreffen (Ideen, Verbreitung,…). Außerdem müssen Influencer natürlich von Themen, Statistiken und Zielgruppen zum Produkt/Unternehmen passen. Sonst wird es unglaubwürdig. Und: Auf Augenhöhe miteinander kommunizieren.
  • Marken schenken Vertrauen und ernten ROI: Vertrauen heißt nicht Kontrollverlust sondern einen Spielraum in der Verbreitung und dem Medienmix lassen. Influencer kennen sich aus und tragen dazu bei, den ROI zu erhöhen.
  • Was passiert durch Influencer? Influencer wollen das Unternehmen zufriedenstellen, damit sie ihre eigene Marke nicht ruinieren. Ein bißchen verquer aber eigentlich klar. Ein paar Beispiele, was je nach Thema/Produkt gut funktionieren kann: Snapchat-Channel-Takeover (sehr junge Zielgruppe), Video zu einem Thema, Instagram-Reportage statt PR-Fotos,…
  • Worauf soll man unbedingt achten: Vor Beginn der Kooperation: KPIs definieren (was erwarte ich eigentlich von den Influencern?), das kann zum Beispiel: „TeilnehmerInnen für Gewinnspiel bekommen“ sein. Je nach Ziel kann man die passenden Influencer auswählen.

Nachlesen, nachfragen

Hier kann man sich weitere Informationen holen:

  • Alex Boerger hat ein CONTENT CANVAS für Videos erstellt, das er bei Nachfrage per Email Verschickt: alex@helloandlike.com
  • Christian Tembrink hat soeben die zweite Auflage des Buchs „YouTube Online Marketing“ fertiggestellt (Verlag O´Reilly)
  • Alexander Pührunger von linkilike.com hat eine VIDEO-SEO-CHECKLISTE zusammengestellt.

 

 

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.