Wer twittert mehr? Statistische Vergleiche und Stimmungsanalyse mit dem Opinion Tracker

Wie ist die Stimmung im Netz? Wie wurde über Eva Glawischnig letzte Woche während und nach der „Im Zentrum“-Diskussion getwittert? Der Opinion Tracker verfolgt Stimmungen im Netz und kann sie statistisch vergleichen.

Unser Analyse-Ergebnis: Die Gruppe der KritikerInnen zeigte ein gänzlich anderes Verhalten auf Twitter als die Gruppe der neutralen KommentatorInnen.

Wie wir darauf kommen? Wir haben die Tweets ausgewertet und bewertet (positiv, neutral, negativ) und danach statistisch das Verhalten der Twitter-Gruppen verglichen. Ein statistischer Vergleich zwischen den Gruppen kann z.B. mit einem Mann Whitney U-Test oder einem Kruskal Wallis-Test gerechnet werden. Wir zeigen dir, wie das geht!

#imzentrum als wichtiges Twitter-Thema

Zur „Im Zentrum“-Diskussion am 9. April mit Eva Glawischnig, Flora Petrik, Rudi Fußi und Anton Pelinka erfasste der Opinion Tracker, datenwerks Social Media Analytics Tool, 331 Tweets, in denen der Hashtag #imzentrum im Zusammenhang mit dem Wort „Glawischnig“ verwendet wurde.

Das sind die Ergebnisse der Stimmungsanalyse der 331 Tweets

  • 139 Tweets stammen von neutralen KommentatorInnen
  • 71 Tweets kommen von KritikerInnen
  • 14 Tweets haben BefürworterInnen geschrieben.

Im Schnitt hat jede Person 1,5 mal getweetet.

Wichtige Fragen dabei sind: Hat z.B. jedeR einzelne KritikerIn mehr als die neutralen Personen gepostet? Und ist daher das Verhalten zwischen den Gruppen unterschiedlich? Das lässt sich mit dem Mann Whitney U-Test statistisch berechnen und wir zeigen dir, wie das geht!

Mann Whitney U-Test Schritt für Schritt

Sortieren und Rangwerte vergeben

Sortiere zuerst alle PosterInnen absteigend nach der Anzahl ihrer Tweets. Das sieht für die ersten sechs Twitterati so aus:

  • Betrifft: 12 Tweets, Gruppe: neutrale KommentatorInnen
  • TomMayerEuropa: 8 Tweets, Gruppe: neutrale KommentatorInnen
  • deltamikeplus: 5 Tweets, Gruppe: KritikerInnen
  • mib_1990: 5 Tweets, Gruppe: KritikerInnen
  • GLoacker: 4 Tweets, Gruppe: KritikerInnen
  • ChristophFreina: 4 Tweets, Gruppe: neutrale KommentatorInnen
  • usw.

Vergib nun Rangwerte, d.h. Betrifft kommt für den ersten Platz 1 Punkt, TomMayerEuropa 2, deltamikeplus und mib_1990 je 3 Punkte, GLoacker und ChristophFreina je 5 Punkte, usw. In Excel geht das ganz einfach mit der Funktion RANG.

Rangsummen bilden

Bilde auf Basis der vergebenen Rangwerte nun Rangsummen, dazu einfach die Rangwerte pro Gruppe zusammenzählen:

  • Gruppe1: neutrale KommentatorInnen: R1 = 1 + 2 + 5 + …… = 6739
  • Gruppe2: KritikerInnen: R2 = 3 + 3 + 5 + …. = 3699

U-Werte berechnen

Berechne nun als nächstes die U-Werte, setze dann die Rangnummern und die Anzahl der KritikerInnen/neutrale KommentatorInnen in folgende Formeln ein:

  • U1 = n1*n2 + n1(n1+1)/2 – R1
  • U2 = n1*n2 + n2(n2+1)/2 – R2

R ist dabei die im vorigen Schritt gebildete Rangnummer pro Gruppe. Bei n handelt es sich jeweils um die Anzahl der KritikerInnen/neutralen KommentatorInnen.

  • U1 = 139*71 + 139*140/2 – 6739 = 9869 + 9730 – 6739 = 12860
  • U2 = 8726

Der U-Wert, mit dem im nächsten Schritt weitergerechnet wird, ist der kleinere der beiden. Im Beispiel also: 8726.

Mit dem kritischen Wert vergleichen

Für kleine Anzahlen bei KritikerInnen/neutralen KommentatorInnen kann man den berechneten U-Wert mit dem kritischen Wert aus der U-Verteilung vergleichen. Entsprechende U-Verteilungstabellen gibt’s en masse online.

Quelle: Methodenberatung / Universität Zürich (www.uzh.ch)

Für größere Fallzahlen/Anzahlen braucht es eine weitere Formel. Dabei werden die Werte z-standardisiert und auf eine Standardnormalverteilung approximiert.

Liegt der daraus berechnete Wert außerhalb des Bereich [-1,96; 1,96] unterscheiden sich die beiden Gruppen mit einer statistischen Fehlerwahrscheinlichkeit von 5%.

Was bedeutet das Ergebnis für Eva Glawischnig?

Für das Beispiel mit Eva Glawischnigs Auftritt „Im Zentrum“ liegt der z-Wert bei 9,11. D.h. das Posting-Verhalten der KritikerInnen und neutralen KommentatorInnen ist signifikant unterschiedlich. Wir werden sehen, wie sich das Stimmungsbild beim erweiterten Bundesvorstand der Grünen verhält.

 

 

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