Diese 3 Tipps zur Facebook-Statistik solltest du kennen

Zu Jahresbeginn werden wieder viele in die Statistik ihrer Facebook-Page für das Vorjahr blicken, um diese in einem Jahresbericht 1 darzustellen. Als Vorbereitung darauf haben wir drei Tipps, wie du die Zahlen aus den Insights am besten lesen und interpretieren kannst.

Headerbild - nur illustrativ

1.) Konkrete Fragen definieren

Überleg dir, was für dich interessant ist und stelle dann die entsprechenden Fragen so konkret wie nur möglich. Nehmen wir z.B. an, dass du wissen willst, welches Posting das beste Posting im Jahr 2018 war, dann gibt es noch Spielraum dazu, wie „das beste Posting“ zu interpretieren ist. Die Frage ist also noch nicht konkret genug, es könnte das Posting sein,

  • das die höchste Reichweite erzielt hat,
  • mit den meisten Likes (und anderen Reaktionen),
  • das die meisten Kommentare bekommen hat,
  • mit den meisten Shares,
  • das die meisten Post-Klicks bekommen hat.

Das ist der eine Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt, wenn du nach dem besten Posting fragst. Außerdem solltest du dich fragen: soll auch berücksichtigt werden, ob du diese Erfolge mittels Werbegeld-Einsatz erzielt hast? Oder interessiert dich vielleicht eine Statistik, die nur auf die organische Reichweite fokussiert?

Sobald du deine konkrete(n) Fragen(n) formuliert hast, kannst du dich in die Analyse stürzen.

2.) Grafiken richtig interpretieren

Im ersten Schritt reicht es oft, sich durch den Insights-Bereich deiner Facebook-Seite zu klicken. Am interessantesten für eine erste Analyse sind dort die Bereiche zu Beiträgen, Reichweite und zu Personen.

„Personen“ liefert dir eine Momentaufnahme deiner Fans und Follower getrennt nach Geschlecht, Alter und Region. Diese Grafik ist einfach verständlich. Komplizierter wird es bei „Reichweite“: Nachdem du rechts oben den Zeitraum eingestellt hast, zeigt dir Facebook u.a. eine Statistik zur Beitragsreichweite und zur Gesamtreichweite an. Hier werden jeweils die organische Reichweite und bezahlte Reichweite in einem Diagramm zusammengefügt. Du kannst außerdem per Click Benchmarks hinzufügen:

Screenshot einer Facebook-Statistik zur Beitragsreichweite

Screenshot einer Facebook-Statistik zur Beitragsreichweite inkl. BenchmarksDie organische Reichweite ist jene Reichweite, die erzielt wurde, ohne Werbung zu schalten. Die Paid-Reichweite ist jene Reichweite, für die Werbung geschalten wurde. Im Diagramm liegen diese beiden Flächen nicht hintereinander, sondern aufeinander. Wir haben es also mit einem gestapeltem Flächendiagramm zu tun. Im Beispiel auf dem Screenshot wurde also nur zu zwei Kampagnen-Zeiträumen Werbung geschalten.

Bei den Benchmarks ist der definierte Zeitraum relevant: Wenn du z.B. 1.1. bis 31.3. ausgewählt hast, dann ist dies der aktuelle Zeitraum bei den Benchmarks. Der vorherige Zeitraum, ist jene Zeitspanne, die unmittelbar davor in der selben Länge lag. Im konkreten Beispiel wird also das 1. Quartal mit dem 4. Quartal des Vorjahres verglichen. Sowas gilt es bei saisonalen Schwankungen immer zu beachten!

3.) Kennzahlen sinnvoll auswählen

Auf der Übersichtsseite des Insights-Bereichs kannst du die Statistiken auch als Excel exportieren. Das geht leider immer nur für 180 Tage am Stück. Wer das File auf Post-Ebene das erste Mal exportiert und ansieht, ist vermutlich von der Vielzahl an Daten erschlagen. Es macht Sinn folgendes zu beachten:

Brutto und Netto

Der Bereich der Impressions ist nur dann relevant, wenn ihr besonders hohe Zahlen angeben müsst. Sonst macht es immer mehr Sinn, auf die Reichweite zu achten. Mit diesen Werten wird zwischen Netto- und Bruttoreichweite unterschieden: z.B. sieht Max dein Posting zweimal in seiner Timeline, Susi sieht dein Posting auch zweimal in ihrer Timeline. Dann hast du mit deinem Posting eine Nettoreichweite (Reach) von 2 (Max + Susi) und eine Bruttoreichweite von 4 (2x Max + 2x Susi) erzielt.

Video-Statistik

Wenn du auch selbst Videos auf Facebook hochlädst, interessiert dich sicher auch, ob das Video gesehen wurde. Dazu weist Facebook verschiedene Kennzahlen auf. Auf die drei folgenden solltest du dich konzentrieren:

  • Reach (Nettoreichweite): wie viele Personen haben das Video auf Facebook zumindest als Standbild gesehen?
  • Video Views (Unique Users = Nettoreichweite): Wie viele Personen haben das Video zumindest 3 Sekunden lang angesehen? (Achtung: diese Kennzahl gibt’s auch als Bruttoreichweite!)
  • Views to 95% (Unique Users = Nettoreichweite): Wie viele Personen haben das Video zumindest zu 95% angesehen? (Achtung: diese Kennzahl gibt’s auch als Bruttoreichweite!)

Aus negativem Feedback lernen

Besonders interessant in diesem Export sind die Tabellenblätter zum negativen Feedback. Auch hier empfiehlt sich, das Tabellenblatt mit den Unique Usern (Nettoreichweite) zu analysieren. Dort kannst du nachlesen, wie oft ein bestimmtes Posting in der Timeline ausgeblendet wurde. Außerdem wird hier auch aufgelistet, ob dieser Beitrag ein unfollow oder snooze ausgelöst hat. Vielleicht kannst du ja ein Muster bei den Beiträgen erkennen, für die es negatives Feedback gab, und daraus fürs Neue Jahr lernen?


1 Einmal im Jahr auf die Statistiken von Facebook zu blicken, reicht realistischerweise nicht. Das Ziel sollte sein, sich monatlich oder sogar wöchentlich mit den Zahlen auseinanderzusetzen. Wer das zeitlich nicht schafft: datenwerk hilft gerne!

Petra Permesser

Petra weiß, was das Netz spricht. Die Kommunikationswissenschafterin und angehende Soziologin kümmert sich im datenwerk um alles, was mit Daten zu tun hat: Suchmaschinenoptimierung, Algorithmen, Ads und das Social Media Monitoring Tool "Opinion Tracker" sind Petras Metier. Außerdem tüftelt sie häufig an Story Maps und weiß, wie komplexe Software-Projekte mittels User Stories strukturiert werden können.

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