Magic Estimation – eine neue Lieblingsmethode

Willst du wie durch Magie in nur kurzer Zeit sehr viele User Stories schätzen? Wir haben uns die Methode Magic Estimation angesehen, die genau das möglich machen soll.

Magische Zutaten

Magic Estimation bietet eine Alternative zum Planning Poker, um in agilen Projekten User Stories zu schätzen.

Du brauchst dazu:

  • 3-10 KollegInnen zum Schätzen
  • User Stories auf Zettel geschrieben
  • Karten mit Story Points
  • klebende Punkte
  • etwa 1- 1,5 Stunden Zeit

Unsere Erfahrung dazu: Wir haben uns noch eine Person zum Begleiten der Magic Estimation dazu geholt. Im Rahmen eines Scrum Projekts kann es der Scrum Master sein, der beim Verschieben der Stories die Punkte klebt oder Fragen beantwortet, die den „Zauber“ sonst blockieren.

Abrakadabra, los geht‘s:

Die Karten mit den Story Points werden der Reihe nach aufgelegt. Die Abstände zwischen den Karten sollten dabei etwa den Abständen zwischen den Zahlen entsprechen also zwischen eins und zwei kleiner sein als zwischen 13 und 40.

Dann verteilt ihr die User Stories gleichmäßig unter euch auf bis auf eine User Story – eure Referenz Story, die ihr noch gemeinsam z.B. mit Planning Poker schätzt.

Schweigendes Schätzen

Wir schätzen die zahlreichen User Stories

Jetzt wird es leise, alle schätzen ihre User Stories und ordnen sie den entsprechenden Story Points zu. Sobald man mit den eigenen Kärtchen fertig ist, geht man die schon liegenden Stories der anderen durch. Findest du, dass die Karte vollkommen falsch liegt? Dann kannst du sie umlegen. In diesem Fall wird die User Story mit einem Punkt markiert. All das passiert (noch) ohne darüber zu diskutieren. Das Schätzen selbst muss dabei ein sehr intuitiver Prozess sein, pro User Story kannst du insgesamt (also inklusive Hin- und Herschieben) drei Minuten planen. Wenn du über jede Story lange nachdenkst, wirst du mit deinem Stapel nicht fertig werden. Außerdem kannst du aus zu langem Nachdenken auch ableiten, dass die Story vielleicht noch zu kompliziert ist. In diesem Fall legst du sie auf den Stapel mit den meisten Story Points und es wird nachher im Team darüber geredet.

Unsere Erfahrung dazu: Wenn sich abzeichnet, dass zu viele Stories auf dem „kompliziert“ Stapel landen, solltet ihr nochmal über die Beschreibung der User Stories diskutieren. Auch dabei kann die begleitende Person helfen und eurer Feedback zu den User Stories dokumentieren.

Das Schweigen wird gebrochen

Wenn alle User Stories geschätzt sind und es sich abzeichnet, dass keine Bewegung der Stories mehr erfolgt, redet ihr über die Stories, bei denen ihr euch uneinig wart (also Punkte geklebt wurden). Besprecht die Gründe für eure Bewertungen und einigt euch auf eine Story Points Anzahl. Wenn die letzten Uneinigkeiten geklärt sind, ist der Zauber vorbei. Abschließend müssen die Story Points noch vom Tisch wieder in das dafür verwendete Programm oder Dokument übertragen werden. Da steckt leider wenig Magie dahinter und du solltest nicht unterschätzen, wie lange du dafür noch zusätzlich brauchen wirst.

Unser Fazit

Magic Estimation eignet sich sehr gut, um schnell viele User Stories zu schätzen. Dank schweigendem Schätzen kann man sich nicht in Detaildiskussionen verlieren, was den Prozess auf jeden Fall beschleunigt. Damit alles gut läuft ist eine gute Vorbereitung der Stories und ein fixer Zeitrahmen fürs Schätzen wichtig.

Wir setzen diese Methode gerne ein, wenn es um umfangreiche Schätzungen des Backlogs geht oder zur Vorbereitung eines Angebots.

Hast du andere Erfahrungen mit Magic Estimation gemacht oder noch Fragen dazu? Dann schreib uns an office@datenwerk.at

Julia Kauer

Julia Kauer

Julia kennt sich dank ihres Politikwissenschaft-Studiums bestens mit internationalen Beziehungen aus. Als Spezialistin für politische Kampagnen schreibt sie im Blog den monatlichen Artikel über den Politbarometer.

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