Karfreitag oder doch ka Feiertag?

Im Februar sorgte ein Feiertag für viel Aufregung.

Nachdem der Europäische Gerichtshof die österreichische Karfreitagsregelung für diskriminierend erklärt hatte, musste die Bundesregierung eine neue Lösung finden.

Wir haben uns in unserer Serie Politbarometer Story des Monats angeschaut, was dazu im Netz gesprochen wurde.

Eine österreichische Lösung

Der Karfreitag ist einer der höchsten evangelischen und altkatholischen Feiertage. Trotzdem war er bisher im katholischen Österreich kein gesetzlicher Feiertag, sondern nur frei für Menschen mit entsprechendem religiösem Bekenntnis. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes muss die österreichische Regierung eine neue und einheitliche Lösung zum Karfreitag finden.

Warum ganz, wenn doch auch halb geht?

Die Lösung fiel der Regierung nicht leicht. Zuerst wurde versichert, dass man auf keinen Fall jemandem einen Feiertag wegnehmen wolle.

Im nächsten Schritt sprach die Bundesregierung dann von einem „halben Feiertag“ für alle ab 14:00 Uhr. Das sorgte für sehr viel Kritik, vor allem von Seiten des ÖGB und der AK. Sie gaben zu bedenken, dass 14:00 Uhr nicht die Hälfte des Tages ist (außer man geht etwa von einem 12h-Arbeitstag aus), dass sehr viele am Freitag ohnehin kürzer arbeiten und dass einem im Falle von Urlaub trotz des halben Feiertags wohl ein ganzer Urlaubstag abgezogen werden würde. Kritik, wenn auch aus anderen Gründen, kam auch vom Handelsverband.


Let them eat Urlaubstage!

Nach sehr viel Kritik änderte die Regierung dann also ihren Plan des halben Feiertags. Stattdessen soll es in Zukunft einfach keinen Feiertag mehr geben. Wer möchte, könne sich ja am Karfreitag Urlaub nehmen, ein „persönlicher Feiertag“ sozusagen.

Auch dieser Vorschlag kam eher nicht so gut an.

Zwei Vorschläge, zwei Spitzen

Wir sehen im Politbarometer schon auf den ersten Blick, wann die beiden Vorschläge jeweils bekannt wurden. Am 18. Februar wurde die Idee des halben Feiertages verkündet. Hier sehen wir sowohl für #karfreitag als auch für #feiertag eine Spitze. Eine zweite Spitze gibt es am 26. Februar, also am Tag der Entscheidung für die Abschaffung des Feiertags als solchen.

 

Und was sagt die Regierung?

Bundeskanzler Kurz, Vizekanzler Strache und auch die restlichen Mitglieder der Bundesregierung melden sich in den sozialen Medien kaum zum Karfreitag zu Wort. Ein einziger Tweet von Bundeskanzler Kurz erklärt, man sei mit der Regelung nur dem Urteil des EuGH gefolgt.

Und auch unser Politbarometer spiegelt diese Zurückhaltung wieder.

Weder bei Sebastian Kurz noch bei HC Strache ist der Feiertag auch nur unter den Top 10 der wichtigsten Themen, über die in Zusammenhang mit ihnen gesprochen wurde.

 

So wurde also aus einem Feiertag für manche, ein halber für alle und dann doch keiner für niemanden. Wir bleiben jedenfalls dran und bringen dir auch im März wieder die Politbarometer Story des Monats.

Bleib auch du dran und schau dir den Politbarometer genauer an!

 

Julia Kauer

Julia Kauer

Julia kennt sich dank ihres Politikwissenschaft-Studiums bestens mit internationalen Beziehungen aus. Als Spezialistin für politische Kampagnen schreibt sie im Blog den monatlichen Artikel über den Politbarometer.

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3 Antworten

  1. 26. März 2019

    […] Stay tuned für die Politbarometer Story des Monats […]

  2. 9. April 2019

    […] dem Politbarometer Story des Monats gibt es auch immer spannende Beiträge rund um die […]

  3. 2. Mai 2019

    […] unbeliebt gemacht. Beispiele dafür sind der 12-Stunden-Tag und der gestrichene Karfreitag (wir haben berichtet). Eine gestärkte sozialdemokratische Mehrheit in der Arbeiterkammer sind so die logische […]

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