1, 2, 3 – Anonymität im Internet vorbei! Das digitale Vermummungsverbot.

Bald ist nun Schluss mit dem „Versteckspiel“ im Internet – Mr. und Mrs. Anonym waren gestern. Jetzt soll gegen die Anonymität im Internet vorgegangen werden. Aus diesem Grund schickt die österreichische Bundesregierung ein neues Gesetz in die Begutachtung, das aktuell als digitales Vermummungsverbot kursiert.

Das Bild zeigt das Gegenteil von Anonymität im Internet, nämlich einen Ausweis, in diesem Fall einen Führerschein.

Anonym im Internet? Eckstein, Eckstein, nichts darf mehr versteckt sein! 

Die Intention dahinter sei es nicht, dass Menschen sich nicht mehr anonym im Internet bewegen dürfen. Ziel des Vorgehens ist es mögliche UnruhestifterInnen und TäterInnen im Web zur Rechenschaft zu ziehen. Denn alles was in der offline Welt verboten ist, soll auch online für die digitale Welt gelten.

„Auf der Straße ist auch niemand mit Namensschild unterwegs, aber wenn ein Polizist ermittelt, muss er sich ausweisen können – darum geht es“,

sagte Bundeskanzler Kurz in einer Pressekonferenz. Plattformen aller Art sollen daher in Zukunft Daten wie Name, Adresse und Telefonnummer ihrer NutzerInnen speichern. So können die UserInnen zwar auch zukünftig unter ihren anonymen Usernames etwas veröffentlichen, aber die zuständigen Behörden haben bei Bedarf die Möglichkeit, die Identität der NutzerInnen festzustellen.

Work in Progress – das digitale Vermummungsverbot ist unklar

Wie die genaue Umsetzung des „digitalen Vermummungsverbots“ genau aussehen soll ist allerdings noch unklar. So kursiert im Web derzeit ein viel diskutierter möglicher Lösungsansatz: eine Registrierung über den Mobilfunkprovider. Hier soll zunächst die persönliche Telefonnummer bekannt gegeben werden und mittels einem Bestätigungscode, der per SMS zugesendet wird, der User letztendlich freigeschalten werden. Das Verfahren ähnelt dem Double-Opt-In Verfahren, das man von der Anmeldung bei Newslettern bereits kennt. Auch die sogenannten Two-Factor-Authentification nutzt bereits SMS um die Sicherheit beim Login zu diversen Services zu erhöhen.

Gesetz hin oder her – Top oder Flop?

Wie genau sich die Gesetzeslage nun ändert, ist noch unklar. Denn derzeit sind Plattformen dazu angehalten bei zuwiderhandelnden Postings, die ihnen bekannten Daten des/der UserIn bereitzustellen. Wie zu erwarten, dauerte es nicht lange bis es scharfe Kritik aus den verschiedensten Bereichen hagelte.  Zunächst die Österreichischen BürgerInnen, die um ihre persönlichen Daten besorgt sind und ihre Freiheiten nicht einschränken möchten; Experten, die mit den schwammig formulierten Anforderungen wenig anfangen können und sogar PolitikerInnen, die die Sinnhaftigkeit des Gesetzes hinterfragen. Denn oftmals findet Hass im Netz unter Klarnamen statt. Die Schwierigkeit liegt hierbei nicht bei der Anonymität, sondern daran, dass strafrechtlich relevante Inhalte nicht verfolgt werden oder sogar überhaupt nicht verfolgt werden können.

 

Du bist dir nicht sicher, welche Auflagen und Richtlinien deine Online Präsenz zu erfüllen hat? Wende dich gerne an unsere ExpertInnen via office@datenwerk.at

Viktoria Weigelhofer

Viktoria Weigelhofer

Vicky schreibt mir der geballten Kraft der Generation Z und ist daher tip top ausgebildet in Online & Social Media Kommunikation. Im Blog schreibt sie über eben diese. Wenn sie in ihrer Freizeit nicht gerade schläft, findet man sie im Sattel ihres Motorrads.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.