Messenger Marketing 2020: In den Dialog treten

Auf manchen Telefonen ist es ruhig geworden in den letzten Wochen und vielleicht wird es ab Anfang März noch ruhiger. Das Ende des WhatsApp-Newsletter und die deutliche Einschränkung beim Newsletter über Facebook-Messenger tragen dazu bei. Welcher Trend zeichnet sich im Messenger-Marketing 2020 ab? Und spielt WhatsApp dabei noch eine Rolle? Achtung, Spoiler: Ja, tut es!

Totgesagte leben länger

WhatsApp Business als Alternative

So ganz vorbei ist es mit dem WhatsApp-Newsletter auch 2020 nicht. WhatsApp setzt auf die eigene Business App und API und stellt den Service-Gedanken in den Fokus. Das heißt konkret:

  • Werbenachrichten sind generell verboten
  • Customer Service ist innerhalb eines 24-stündigen Zeitfenster bei Anfragen kostenfrei möglich
  • Service-Nachrichten (Terminerinnerungen, Versand-Status, etc.) können bezahlt zu einen beliebigen Zeitpunkt versendet werden

Auch die beiden Funktionen Schnell-Antworten und Labels, mit denen WhatsApp-Business wirbt, unterstreichen den Service-Gedanken.

Facebook-Messenger für Nachrichtenseiten, aber nicht nur

Mit Anfang März 2020 gibt es den Newsletter über den Facebook-Messenger nur mehr für registrierte Nachrichtenseiten. Allerdings sind bei diesem Versand keine Werbenachrichten erlaubt. Alle anderen Facebook-Seiten können Nachrichten über den Facebook-Messenger an jene Userinnen und User als Facebook-Ads verschicken, mit denen sie schon mal Kontakt hatten.

Alternativen beim mobilen Newsletter

Wenn der Versand mit WhatsApp und Facebook-Messenger nicht mehr immer kostenfrei ist, stellt sich die Frage nach den Alternativen. Wie erreicht man die Userinnen und User mobil am besten? Die Alternativen sind vielfältig.

e-Mail statt Messenger

Zurück zum klassischen e-Mail-Newsletter: Dieser hat den großen Vorteil, dass e-Mails auch am Smartphone weit verbreitet sind. Aber der große Nachteil ist sicher, dass Newsletter per e-Mail meist länger sind, als es die WhatsApp-Newsletter waren, und es damit einen anderen Arbeitsablauf braucht.

Andere Messenger nutzen

Screenshot vom Telegram-Messenger-Bot der Grünen Wien

Telegram-Messenger-Bot der Grünen Wien

Der Versand von Newslettern funktioniert natürlich auch über andere Messenger-Dienste:

  • Telegram ist eine Messenger-App, die funktional stark an WhatsApp erinnert. Die beiden großen Vorteile: Erstens lassen sich Bots einfach einrichten und für den Newsletter-Versand nutzen. Zweitens entstehen dabei keine Kosten. Großer Wermutstropfen dabei: Die Userinnen- und User-Anzahl ist überschaubar.
  • iOS-Nutzerinnen und Nutzer können mit Apple Business Chat direkt in der Nachrichten-App erreicht werden. Der große Vorteil: Es braucht keine eigene App und die Funktionen sind ähnlich umfangreich wie bei WhatsApp früher. Um Werbenachrichten verschicken zu dürfen, muss allerdings auch Support über diesen Kanal angeboten werden. Da nur rund ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher iPhones und iPads hat, liegt der Nachteil auf der Hand.

Push-Nachrichten schicken

Statt einer Message kann man auch eine Push-Nachricht schicken. Diese hat allerdings eine eingeschränkte Länge (ungefähr so lang wie ein Tweet), ist aber eine gute Möglichkeit um auf Smartphones präsent zu sein. Der Versand ist auf verschiedene Weisen möglich:

Screenshot von Browser-Push-Nachrichten auf oegb.at

Abo von Browser-Push-Nachrichten auf oegb.at

  • Wer bereits eine eigene App hat, kann in dieser eine Push-Funktion einbauen lassen und so das mobile Newsletter-Erlebnis nachbauen. Der große Nachteil dabei liegt auf der Hand: Nur für einen Newsletter eine App zu entwickeln, ist wohl etwas übertrieben.
  • Dass die Programmierung einer eigenen App für viele zu aufwändig/teuer/etc. ist, haben sich bereits andere Unternehmen zunutze gemacht: Mit Apps wie z.B. Notify können Newsletter verschickt werden. In dieser App können Userinnen und User Nachrichtenkanäle abonnieren und erhalten dann Push-Nachrichten. Hier gilt ein ähnlicher Wermutstropfen wie bei Telegram: Die Userinnen- und User-Zahl ist (noch) verschwindend geringer.
  • Seit einiger Zeit ist es auch möglich, Push-Nachrichten über eine Webseite zu schicken. Ein häufig genutzter Dienst dafür ist CleverPush. Dabei können Nachrichten themenspezifisch geclustert werden und Userinnen und User abonnieren die für sie interessanten Kanäle. Hier gibt’s eigentlich nur Vorteile: Die Kommunikation erfolgt über eine bestehende Plattform. Und es funktioniert auch am Desktop.

Prinzipiell bietet sich an, auf einen Mix aus verschiedenen Kanälen zu setzen, um die Zielgruppe auch weiterhin möglichst breit zu erreichen. Das gilt natürlich nur, wenn ihr den Newsletter v.a. als Informations- und nicht als Interaktionskanal seht. Wer zu letzterem tendiert, ist mitten im Trend für 2020.

Pull statt Push – mehr Dialog im Messenger Marketing

Der große Trend 2020 geht also hin zu einem Dialog mit den Kundinnen und Kunden. Das zeigen auch die Vorgaben zum Customer Service bei WhatsApp. Konkret heißt das, Userinnen und User müssen dazu aufgefordert werden, Informationen direkt anzufordern: Sie „pullen“ die Information also. Dann kann man mit ihnen in Kontakt treten. Und in Kontakt treten kann auch heißen, einen Chatbot für wiederkehrende Anfragen zu nutzen. Innerhalb des 24-Stunden-Fensters geht es auch weiterhin über WhatsApp kostenfrei.

Die große Kunst 2020 wird daher sein, Userinnen und User dazuzubekommen, die Informationen anzufordern. Mit den richtigen Touchpoints ist es leicht möglich. Schließlich wünscht sich ein Großteil der Kundinnen und Kunden, über Messenger mit Unternehmen in Kontakt treten zu können.

 

Ihr wollt die richtigen Touchpoints für euch finden, einen Chatbot entwickeln lassen oder auf eine der vielen Alternativen umsteigen und wisst nicht genau wie: Die datenwerkerinnen und datenwerker helfen mit 20-jähriger Expertise unter office@datenwerk.at weiter.

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Petra Permesser

Petra Permesser

Petra weiß, was das Netz spricht. Die Kommunikationswissenschafterin und Soziologin kümmert sich im datenwerk um alles, was mit Daten zu tun hat: Suchmaschinenoptimierung, Algorithmen, Ads und das Social Media Monitoring Tool "Opinion Tracker" sind Petras Metier. Außerdem tüftelt sie häufig an Story Maps und weiß, wie komplexe Software-Projekte mittels User Stories strukturiert werden können.

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