Was der Corona-Virus im Politbarometer zu suchen hat

Kennst du Ulrike Königsberger-Ludwig? Die niederösterreichische Landesrätin gewann in den letzten Wochen stark an Bekanntheit. Wir haben uns in der Politbarometer Story des Monats angeschaut, wie und warum sie zu einer der Top 20 Politikerinnen und Politikern wurde und was der Corona-Virus mit dem Politbarometer zu tun hat.

Es muss nicht immer ein Shitstorm sein

Wenn jemand plötzlich ungewöhnlich viele Nennungen hat und dadurch im Politbarometer unter die Top 20 schnellt, hat das häufig negative Gründe (Wahlergebnisse ausgenommen). So ist oft ein Shitstorm dafür verantwortlich, wenn jemand quasi über Nacht zum Politbarometer-Star wird.

Das sehen wir zum Beispiel sehr deutlich bei Hans Peter Doskozil. Nach der gewonnenen Burgenland-Wahl Ende Jänner flachte er im Politbarometer wieder ab. Die nächste deutliche Spitze sehen wir Mitte Februar, als bekannt wurde, dass seine Verlobte in seinem Büro angestellt werden sollte. Es folgte ein Shitstorm und das spiegelte sich auch im Politbarometer wider.

Anders war es bei Königsberger-Ludwig. Ihr plötzlicher Aufstieg war eher eine sehr gut genutzte Nebenwirkung des Corona-Virus und definitiv kein Shitstorm.

Corona-Virus im Politbarometer

In den letzten Wochen landeten einige Flugzeuge mit Menschen aus Corona-infizierten Gebieten am Flughafen Wien Schwechat – und damit in Niederösterreich. Als niederösterreichische Landesrätin ist Königsberger-Ludwig unter anderem für den Bereich Gesundheit zuständig. Sie kündigte also an, Fiebermessungen bei allen aus Peking gelandeten Personen durchführen zu wollen.

Mit dieser Ankündigung machte sie Schlagzeilen. So landete der Corona-Virus im Politbarometer. Und das beschränkte sich nicht nur auf Österreich, auch in Deutschland wurde über sie berichtet.

Der Track von Ulrike Königsberger-Ludwig von Ende Jänner bis Mitte Februar. Wir sehen einen rasanten Anstieg am 5. Februar auf über 200 Nennungen. Dieser bleibt dann relativ konstant um die 200, bis er am 12. Februar wieder absteigt. Ab dann und bis zum 16. Februar hat sie immer um die 80 Nennungen pro Tag, was immer noch weit mehr ist als im Jänner.

 

Wer berichtet?

Auffallend ist dabei, dass der Großteil der Nennungen aus Web News stammt. Das ist nicht immer so.

Vergleichen wir Königsberger-Ludwig zum Beispiel mit Pamela Rendi-Wagner, die ihr in den Nennungen in diesem Zeitraum am nächsten kommt, sehen wir den Unterschied. Bei Rendi-Wagner ist es so, dass die meisten Nennungen von Twitter kommen. Eine ähnliche Mischung sehen wir bei sehr vielen Politikerinnen und Politikern.

Pamela Rendi-Wagner im Politbarometer von Ende Jänner bis Mitte Februar. An ihren Balken sehen wir, dass die meisten Nennungen von Twitter stammen.

Königsberger-Ludwig ist hingegen selbst wenig in den Sozialen Medien aktiv und es wird dort auch kaum über sie gesprochen. Es wäre interessant zu sehen, wie viel mehr Nennungen sie noch erreicht hätte, wenn sie zum Beispiel auch Twitter entsprechend nutzen würde. Dort hätte sie auch durch den gekonnten Einsatz von Hashtags auch noch Einiges erreichen können.

Best Practice in Niederösterreich

Die niederösterreichische Landesrätin Königsberger-Ludwig hat uns im Februar gezeigt, wie man Situationen gekonnt nutzt, um nicht nur die eigenen Vorhaben umzusetzen, sondern auch persönlich bekannter zu werden.

Auch wenn das wohl nicht ihr Ziel war, erreichte sie durch ihren kompetenten Umgang mit dem Corona-Virus in ihrem Zuständigkeitsbereich einen Bekanntheitsgrad, von dem andere Landesrätinnen und Landesräte wohl nur träumen.

Du willst jetzt wissen, wie es auch dir gelingt, im Politbarometer unter die Top 20 zu kommen? Mit unseren 20 Jahren an Erfahrung und Expertise helfen wir dir gerne weiter!

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Julia Kauer

Julia Kauer

Julia kennt sich dank ihres Politikwissenschaft-Studiums bestens mit internationalen Beziehungen aus. Als Spezialistin für politische Kampagnen schreibt sie im Blog den monatlichen Artikel über den Politbarometer.

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