Der Value Proposition Canvas und warum du Zähne putzen solltest ☝️

Was ist der Value Proposition Canvas? Vielleicht hast du davon schon gehört, aber kannst dich nicht mehr so richtig erinnern worum es ging? Kein Problem! Wir erzählen dir alles, was du über die Methode wissen musst.

Wie funktioniert’s?

Der Value Proposition Canvas ist eine unserer Lieblingsmethoden beim datenwerk. Warum? Gute Frage, denn das ist auch eine, die dieses Modell beantworten kann. Speziell: Warum sollte jemand mein Produkt nutzen? Deshalb können wir diese Methode ausgezeichnet in verschiedensten Projekten anwenden.

Value Proposition Canvas – sag mir warum man mein Produkt nutzt.

Der Sinn des Modells ist es, Wertversprechen zu formulieren. Wir möchten herausfinden wo sich die Angebote mit den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden Überschneiden. Wo können wir Wert/Nutzen schaffen? Warum das Sinn macht, lassen wir lieber … erklären.

Value-Proposition-Canvas Modell

Copyright: Strategyzer AG – https://www.strategyzer.com/canvas/value-proposition-canvas

 

1) Interne Betrachtung

Auf der linken Seite des Value Proposition Canvas, beim Punkt „Produkte & Services“ beobachten wir welche der eigenen Kompetenzen, Services oder Produkte man überhaupt anbieten kann. Was können Menschen bei uns jetzt schon erwerben oder nutzen? Das Ergebnis kann von Projekt zu Projekt sehr unterschiedlich sein. Möchte man zum Beispiel eine Webseite relaunchen, werden hier sehr viele Kompetenzen stehen. Aber auch Funktionen sollten hier zu finden sein.

Die Punkte „Freude ermöglichen“ und „Sorgen lindern“ können wir parallel behandeln. Hier wollen wir herausfinden, wie unser/e spezielle/s Produkt, Leistung, etc. potentiell Freude ermöglichen oder Sorgen lindern kann. Im besten Fall finden sich hier trennscharfe Ergebnisse.

Von sehr banal bis höchst komplex kann alles vorkommen. Und das soll auch so sein.

2) Externe Betrachtung

Rechts beschäftigen wir uns mit den Kundinnen und Kunden, oder denen, die das Produkt nutzen sollen. Unter dem Punkt „Aufgaben“ sollten sich die Aufgaben der Zielgruppen finden. Alltägliches. Auch das kann vieles bedeuten – selbst Zähne putzen. Um hier den Fokus nicht zu verlieren arbeiten wir im datenwerk gerne mit Personas. Das hilft auch bei der Definition dieser „Aufgaben“ enorm.

Wie auch bei der internen Betrachtung können wir die nächsten Punkte parallel bearbeiten. Wir fragen uns was „bereitet Freude“ und was „bereitet Sorgen“. Je nach Persona können hier unterschiedliche Dinge herauskommen.

3) Let’s bring it all together

Jetzt wo wir wissen, welche Aufgaben unsere Kundinnen und Kunden haben und welche Angebote wir bieten können, kommt der spannende Part. Connect the dots. Indem wir die Ergebnisse der linken und rechten Seite abgleichen können wir ein „Wertversprechen“ formulieren.

Das Ziel des Value Proposition Canvas ist es herauszufinden, wo sich unsere Angebote und die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden überschneiden. Dazu stellen wir uns die Frage, wo gibt es viele Überschneidungen? Und wo gibt es Lücken? Gibt es also Sorgen die wir nicht lindern können, die aber unseren Personas sehr wichtig sind? Gibt es Bereiche in denen wir den Personas zusätzlich Freude bereiten könnten? Aufmerksame Leserinnen und Leser denken jetzt vielleicht …

Und was hat das mit Zähne putzen zu tun?

Jede und jeder sollte regelmäßig Zähne putzen. Wenn du diesen Artikel liest, weißt du das vermutlich schon. Falls nicht, geht es dir vielleicht wie Matthias aus unserem Beispiel.

Nehmen wir an unser Produkt ist eine elektrische Zahnbürste für Kinder, die leuchtet und Musik abspielt. Damit haben wir unser Angebot. Unsere Persona, Matthias, 6 Jahre alt, muss jeden Tag seine Zähne putzen – voll nervig. Bei dieser Aufgabe können wir ihm aber helfen. Matthias mag es gerne bunt. Je mehr Geblinke, bunte Bilder, Zeichentrick und Comics, desto besser für ihn. Das bereitet ihm Freude. Die Zeit im Badezimmer bereitet ihm aber Sorgen, das findet er langweilig und er muss dafür seine Spielzeit unterbrechen. Mit unserer Zahnbürste würden wir ihm gleichzeitig die Sorgen lindern und Freude ermöglichen. Durch sie wird seine Abendroutine keine Unterbrechung des Spiels, sondern eine Fortsetzung.

Gleichzeitig können wir noch eine andere relevante Persona für unser Beispiel hernehmen. Matthias wird sich die Zahnbürste wahrscheinlich nicht selbst kaufen. Sein Vater, Flo, 29, will nur das Beste für seinen Sohn, es ist seine Aufgabe, sich um ihn zu kümmern. Einige Sorgen sind Zeitdruck, Überforderung, Geldsorgen, Sorgen um die Gesundheit seines Sohnes. Freude bereitet ihm unter Anderem das Lachen seines Sohnes und entspannte Abende bei einem guten Film zu verbringen. Zum Glück ist unsere Wunder-Zahnbürste nicht nur bunt und laut, sondern auch noch kostengünstig und erwiesenermaßen effektiv (12 von 10 Zahnärztinnen und Zahnärzten empfehlen sie – Angaben ohne Gewähr). Da die Abendroutine von Matthias nicht mehr so ein Theater ist, kann Flo ihn leichter ins Bett bringen und hat mehr Zeit sich um seine eigenen Bedürfnisse zu kümmern.

Und jetzt?

Das Beispiel mag banal klingen und sicher löst unser Produkt nicht alle Probleme. Aber mit diesem Modell betrachten wir ja auch nur die Sorgen und Freuden bzw. wo wir Sorgen lindern oder Freuden ermöglichen können. Und jetzt wissen wir wo es Überschneidungen gibt. Was bringt uns das? Einiges.

  • Wer es festhalten möchte könnte jetzt Wertversprechen formulieren. Zum Beispiel so: Wir helfen [Zielgruppe/Persona] mit [unserem Angebot] dabei [Sorge/Freude].
  • Der Value Proposition Canvas ist ein tolles Tool um zu schauen, ob die Wertversprechen noch mit den Angeboten übereinstimmen. Oder auch wo es Potential geben könnte.
  • Wir beim datenwerk haben viele Lieblingsmethoden. Und noch lieber haben wir es, wenn sie sich verbinden lassen. Das gute am Value Proposition Canvas ist, dass diese Methode alleine verwendet werden kann, wenn es der Zweck verlangt. Wer aber weiter arbeiten möchte, sollte sich den Business Model Generation Canvas anschauen.
  • Und vielleicht die wichtigste Erkenntnis: Zähne putzen muss nicht langweilig sein!

Vielleicht denkst du dir jetzt: „Ach, meine Kundinnen und Kunden sind super zufrieden mit meinem Produkt. Value Proposition Canvas? Meine Zeit investiere ich lieber in etwas anderes.“ Aber vielleicht zwickt es dich ja schon im Bauch, vielleicht kommt mein Produkt/meine Dienstleistung doch nicht mehr so gut an wie ich denke. Es passiert immerhin auch den besten. In dem Fall, wende dich an unsere Expertinnen und Experten via office@datenwerk.at

Schreib uns

Christoph Striedner

Christoph Striedner

Christoph liebt Sprachen. Darum übt er sich fleißig in Spanisch und würde auch gerne einmal Japanisch und Tschechisch lernen. Im datenwerk Blog schreibt er zumeist über Social Media Themen. Außerhalb des Büros findet man ihn in der Kletterhalle.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.