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Das Baader-Meinhof-Phänomen und wie du es am besten für dein Business nutzen kannst

Baader-Meinhof-Phänomen – noch nie gehört? Dann solltest du jetzt unbedingt weiterlesen. Denn mit diesem Phänomen kommen wir alle täglich in Berührung. Und mit den richtigen Tricks kann sogar dein Business davon profitieren!

Das Baader-Meinhof-Phänomen

Bestimmt ist es dir selber schon einmal so ergangen: du hörst du ersten Mal zum Beispiel ein neues Wort oder eine Phrase und innerhalb der nächsten 24 Stunden kommt es dir wieder mehrmals unter – dabei bist du davor jahrelang nicht damit in Berührung gekommen? Oder du sprichst mit FreundInnen über ein Produkt, das dich interessiert, und seitdem bekommst du plötzlich massenhaft Werbung dafür auf Social Media, ohne es je online gesucht oder erwähnt zu haben? Erstmal Entwarnung, du wurdest nicht verwanzt, es handelt sich aber auch nicht um Zufall – das Ganze nennt sich Baader-Meinhof-Phänomen oder auch Frequenz Illusion.

Im Grunde beschreibt das Phänomen eine kognitive Verzerrung: etwas, von dem du bewusst zum ersten mal hörst oder siehst, taucht plötzlich mehrmals auf. Grund für dieses Phänomen sind einige psychologische Prozesse: die selektive Aufmerksamkeit und der Bestätigungsfehler, sowie Social Proof und der Mere Exposure-Effekt.

Selektive Aufmerksamkeit

Zuerst zur selektiven Aufmerksamkeit: diese ist in der heutigen Zeit unabdingbar. Tagtäglich prasseln unzählige Eindrücke auf uns ein – viel zu viele, um alle verarbeiten zu können. Alleine Werbebotschaften erhalten wir ca. 10.000 – 13.000 pro Tag. Kein Wunder, dass unser Hirn hier einen Filter anwenden muss. Alles, was unserem Gehirn nicht unbedingt relevant erscheint, blendet es einfach aus. Und das kann schon 90% aller Eindrücke ausmachen.

Aber wann stuft unser Gehirn etwas als relevant ein? Ganz einfach: durch Wiederholung. In der Phase der selektiven Aufmerksamkeit wird uns also etwas zum ersten Mal bewusst. Entweder, weil wir eben mit FreundInnen darüber sprechen oder etwas darüber gelesen haben, oder weil wir uns beispielsweise vor einem Kauf selbst darüber informieren. Denken wir dann aktiv darüber nach, so stufen wir es unterbewusst als potenziell relevant ein. In der Psychologie nennen wir diesen Prozess Priming.

Sobald unser Gehirn die Sache also nicht mehr herausgefiltert, haben wir das Gefühl, wir kommen ständig damit in Berührung. Plötzlich sprechen alle von der Band, die es schon ewig gibt, aber die du letztens entdeckt hast. Oder plötzlich steht überall das Automodell, das du gerade überlegst zu kaufen.

Bestätigungsfehler

Der zweite Prozess besteht aus dem Bestätigungsfehler. Menschen neigen gerne dazu, zu übertreiben. Wir haben das Gefühl “immer” und “überall” mit dem Thema konfrontiert zu werden. Auch wenn es in Realität gar nicht SO oft vorkommt, haben wir bereits die Erwartung, dass es so ist, und wählen und interpretieren die Informationen dann so, dass unsere Erwartungen erfüllt werden.

Social proof

Hier kommt die Rolle von sozialer Bestätigung ins Spiel. Denn eine große Nachfrage bewerten Menschen immer als positives Zeichen. Wenn es gefühlt schon jede und jeder hat oder darüber spricht, muss es doch gut sein, oder? Wie sehr wir unser Verhalten manchmal an anderen orientieren, ohne wirklich zu wissen wieso, zeigt auch dieses lustige Video. Social Proof ist übrigens auch der Grund, warum Kundenbewertungen oder Likes und Shares auf Social Media von so großer Bedeutung sind. Mehr zu Social Proof findest du auch in diesem Blogbeitrag von uns.

Mere Exposure-Effekt

Je öfter wir etwas wahrnehmen, desto eher bewerten wir die zuerst neutrale Sache immer positiver. Dadurch wird werden Produkte und Dienstleistungen, bei denen wir das Gefühl haben, dass sie uns andauernd begegnen, automatisch positiver von uns bewertet. Je öfter wir also einen Jingle hören und oder ein Logo sehen, desto positiver nehmen wir die Marke bzw. das Produkt wahr. Das Ganze läuft bei uns unbewusst ab – die Strategie sollte also auf keinen Fall überstrapaziert und dadurch bewusst gemacht werden.

So profitiert dein Business durch das Baader-Meinhof-Phänomen

Das Baader-Meinhof-Phänomen eignet sich ausgezeichnet für die Lead-Gewinnung und -Pflege! Dafür gibt es viele Möglichkeiten, wir gehen hier auf zwei Strategien ein: Cookies und E-Mail Marketing. 

Mmmh…Cooookies!

Wie du vielleicht schon bemerkt hast: Wir lieben Cookies! Den runden Köstlichkeiten haben wir beispielsweise hier einen ganzen Beitrag gewidmet.

Mithilfe von Cookies kannst du beispielsweise AnwenderInnen wiedererkennen und ihre Einstellungen und Webseitenbesuche speichern. Dies eignet sich, um Retargeting zu betreiben. Du hast also dadurch die Möglichkeit, das Verhalten zu analysieren und personalisierte Werbung auch auf anderen Kanälen zu schalten.

Das Baader-Meinhof-Phänomen kannst du dann folgendermaßen für dich und dein Business nutzen: Schauen sich BesucherInnen auf deiner Seite ein Produkt an, so wird ein Cookie gesetzt. Verlassen die potenziellen KundInnen dann die Seite und wechseln z.B. auf Facebook, erscheint dort Werbung zu genau dem angesehen Produkt. Dein Benutzer oder deine Benutzerin wird also sofort wieder daran erinnert.

Es gibt zwar unzählige Webseiten mit Werbung, aber nur wenige WerbedienstleisterInnen mit wenigen Adservern. Dies macht personalisierte Werbeausstrahlung möglich, denn auf Seiten, die vom gleichen Adserver beliefert werden, können Verhalten und Vorlieben der AnwenderInnen analysiert werden und  die passende Werbung gezeigt werden.

Cookies sind aber nicht 100-prozentig zuverlässig: Personalisierte Werbung funktioniert nicht mehr, sobald BesucherInnen die Cookies wieder löschen. Daher haben wir noch eine weitere Alternative in petto, wie du durch das Baader-Meinhof-Phänomen profitieren kannst:

 

E-Mail Marketing

Das Baader-Meinhof-Phänomen hilft auch dabei, durch E-Mail-Marketing die Conversion Rate zu steigern. KundInnen können sich in ein Formular auf deiner Webseite eintragen, ihre E-Mail Adresse bestätigen und den Newsletter abonnieren. Dadurch kannst du ihm oder ihr regelmäßig E-Mails zusenden, die am besten nicht rein werblich gestaltet sind, sondern einen Mehrwert haben und Informationen bieten. Denn so sind die E-Mails noch überzeugender!

Trackst du zusätzlich das Nutzungsverhalten, also welche Links deine EmpfängerInnen klicken bzw. welche Videos sie sich ansehen und wie lange, so kannst du das E-Mail Marketing noch gezielter gestalten. Du kannst also passende E-Mails zusenden, abhängig davon, welchen Link die Person geklickt hat. Je mehr EmpfängerInnen das Gefühl haben, dass sie verstanden werden und die Produkte ihren Interessen entsprechen, desto eher werden sie zu KundInnen.

Wenn du mehr zu E-Mail Marketing erfahren möchtest, kann ich dir diesen Beitrag ans Herz legen.

Du hast noch mehr Ideen, wie du das Baader-Meinhof-Phänomen für dein Business nutzen kannst? Dann lass uns gerne ein Kommentar da!

 

Zum Schluss noch ein Fun Fact: Angeblich recherchierte ein Leser der St. Paul Pioneer Presse 1994 über die RAF. Und siehe da – plötzlich war er überall mit dem Terroristen Duo Andreas Baader und Ulrike Meinhof  konfrontiert. Daher soll das Baader-Meinhof-Phänomen also seinen ungewöhnlichen Namen haben.

Du brauchst Hilfe dabei, bei Cookies, Digital Marketing und co. durchzublicken und willst es besser für dich und dein Unternehmen nützen? Dann wende dich ganz einfach an unsere Expertinnen und Experten via office@datenwerk.at!

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