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How to livestream – dein professioneller Auftritt im Web

Livestreaming ist schon in den letzten Jahren immer relevanter geworden, aber seit Covid-19 stellt es für viele Unternehmen die einzige Möglichkeit dar, mit Stakeholdern in Kontakt zu treten. Was man für einen professionellen Auftritt via Livestream alles braucht und worauf man achten muss erfährst du in diesem Beitrag:

Die richtige Hardware für den Livestream

Kamera

Im Grunde brauchst du nichts weiter als ein Smartphone, um direkt mit deinem ersten Livestream loslegen zu können. Was die Bildqualität betrifft sind viele Smartphones heute schon wirklich top. Mit einer guten digitalen Spiegelreflexkamera bekommt man aber natürlich noch ein besseres Bild hin. Im datenwerk benutzen wir beispielsweise die Panasonic Lumix GH5. Diese sollte dann am besten auf einem Stativ stehen, außer dein Stream braucht viel Action, dann darf es auch gerne „wackelig“ aus der Hand gefilmt sein.

Video Interface

Je nachdem welches Smartphone oder welche Kamera du benutzt, brauchst du zum Streamen natürlich auch noch eine direkte Verbindung zu deinem Computer. Manche Kameras können das bereits von sich aus, diese musst du dann einfach nur via USB mit deinem Computer verbinden. In den meisten Fällen wirst du aber eine sogenannten „Capture Card“ brauchen. Diese wandelt das Bildsignal deiner Kamera in ein für den Livestream verwendbares Format um.

Ton

Beim Ton wird es dann schon etwas kniffliger. Egal ob Smartphone oder Kamera, der Ton wird in beiden Fällen nicht besonders gut sein. Schließlich hältst du die Kamera ja nicht wie ein Mikrofon direkt vor die sprechende Person. Je nach Anzahl der sprechenden Personen brauchst du daher wenigstens ein oder eben mehrere Mikrofone, die du möglichst nahe an den sprechenden Personen platzierst. Hier gibt es sehr viele verschiedene Möglichkeiten. Der Einfachheit halber empfehlen wir einfach ein Ansteckmikrofon für jede Person zu verwenden. Mit diesen sogenannten Lavalier Mikrofonen kann eigentlich nichts schief gehen.

Audio Interface

Zu guter Letzt brauchst du dann noch ein Audio Interface. Dieses nimmt die Audiosignale der Mikrofone auf und konvertiert sie in ein digitales Signal, welches dein Computer „versteht“. Dabei musst du vor allem darauf achten, dass das Interface genau so viele Mikrofon-Eingänge bietet, wie du auch Mikrofone verwenden willst.

Software für den Livestream:

Auch wenn die richtige Hardware natürlich wichtig ist – ohne eine ordentliche Streamingsoftware wird man auch mit der besten Kamera nicht weit kommen.

OBS

Unser persönlicher Favorit ist die kostenlose Open Broadcaster Software – kurz OBS. Sie spielt alle Register und kann neben Livestreams auch lokale Aufnahmen erstellen. Besonders ansprechend ist bei OBS einerseits die Möglichkeit verschiedene Szenen zu erstellen. Eine Szene ist eine Komposition aus z.B. einem Bildeingang, einem Toneingang und dem Unternehmenslogo. Die Szenen können individuell nach den eigenen Bedürfnissen erstellt und angepasst werden und ermöglichen so, eigene Logos, Farben und Designs zu platzieren und so auch im Livestream die Corporate Identity zum Publikum zu transportieren.

Die Möglichkeit Szenen zu erstellen wird vom Studio Modus ergänzt. In diesem kann während des Livestreams problemlos zwischen den verschiedenen Szenen hin- und hergeschalten werden. Auch simple Animationen für die Übergänge zwischen den Szenen bietet OBS an.

Eine Alternative aus demselben Haus ist das ebenfalls kostenlose OBS Streamlabs (=SLOBS). Die Software kann im Prinzip dasselbe wie OBS – ist aber mit einem speziell auf das Streaming zugeschnittenen User Interface ausgestattet, dass mehr Personalisierung und Spezialeffekte erlaubt. Zielgruppe sind hier primär StreamerInnen aus dem Bereich Gaming und Entertainment.

Leistungsfähiger Computer

Sowohl OBS als auch OBS Streamlabs sind leistungsstarke Software. Je nach Setup kann es sein, dass man daneben noch ein Programm für das Kamerasignal, sowie das Livestreamingportal der jeweiligen Plattform offen hat. Neben einem zweiten Bildschirm, um alle diese Fenster zu managen ist es hier essentiell, dass der benutzte Computer eine gewisse Leistung mitbringt, um die Arbeitslast tragen zu können. Im Notfall können aber z.B. OBS und das Livestreaminportal des jeweiligen Anbieters (z.B. Facebook, Youtube,…) auf zwei verschiedenen Rechnern betrieben werden, um diese zu entlasten.

Worauf man beim Livestream achten sollte:

Streamingsoftware und starker Computer sind kein Problem? Auch Kamera und Audio sind gecheckt? Super! Trotzdem gibt es noch einige Dinge die wichtig sind, wenn man einen professionellen Eindruck machen möchte:

Bitrate

Die Bitrate ist die Menge und Komplexität an Daten, die dein Computer für den Stream uploadet. Eine hohe Bitrate führt zu einer besseren Qualität für den Livestream. Aber Vorsicht! Eine zu hohe Bitrate kann bei ZuseherInnen mit schwachem Internet zu großen Buffer-Zeiten führen und dadurch die Qualität wiederum senken. Auch die eigene Uploadgeschwindigkeit spielt hier mit. Stellt man die Bitrate zu hoch ein kann es sein, dass die eigenen Uploadgeschwindigkeit nicht ausreicht, um alle Daten zu übermitteln. Das Resultat sind dann sogenannte „dropped frames“ – also Bildinformation, die nicht übermittelt werden konnte. Das führt zu einem ruckeligen Bild im Livestream.

Ein solider Richtwert für die Bitrate ist etwa 3500-4500. Sollte dein Bild dann nach wie vor ruckeln oder/und du viele gedroppte Frames haben (OBS hat dafür eine Anzeige), dann kannst du problemlos auf 3000 reduzieren. Viel weniger würden wir aus Qualitätsgründen nicht empfehlen und stattdessen lieber die Uploadgeschwindigkeit beim Provider erhöhen.

Versatz

Versatz bedeutet, dass dein Bild und dein Ton nicht gleichzeitig bei den ZuseherInnen ankommen. Besonders wenn jemand spricht, fällt das sehr stark auf. Dieser entsteht, wenn dein Ton und dein Bild nicht zur selben Zeit ankommen. OBS hat hierfür in den erweiterten Audio-Einstellungen eine Funktion, wo du in Millisekunden einstellen kannst, ob dein Ton schneller oder langsamer eingespielt werden soll. So kannst du Bild und Ton perfekt aufeinander abstimmen.

Delay – Verzögerung

Eine Verzögerung deines Streams hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist, dass kurze Aussetzer ausgebügelt werden können und so zu einem lückenlosen Streamingerlebnis führen. Der Nachteil ist einerseits, dass du z.B. Fragen deines Publikums auch erst etwas verzögert bekommst, weil dein Publikum deine Inhalte erst später sieht als du sie selbst erlebt hast. Der zweite Nachteil ist, dass diese Verzögerung des RAM-Speicher deines Gerätes stark in Anspruch nimmt. Dennoch würden wir empfehlen, zumindest eine kurze Verzögerung zu erlauben – denn bei kurzem Delay braucht man eine unglaublich starke Internetverbindung, die keine Bandbreitenschwankungen aufweist, um ein stabiles Bild zu produzieren.

Ende ausklingen lassen

Und noch ein kleiner Tipp zum Schluss. Uns ist – vor allem bei Facebook – aufgefallen, dass der Stream abrupt endet, wenn man den Stream auf dem Facebook-Streamingportal beendet. Und zwar in dem Moment wo man auf Beenden klickt – auch wenn noch 1 Minute vom Stream übrig ist. Hier empfehlen wir einen Endscreen vorzubereiten und diesen noch 1-2 Minuten nachlaufen zu lassen. So verhinderst du ein abruptes Ende im Stream, bei dem vielleicht sogar jemandem das Wort abgeschnitten wird.

Du bist immer noch unsicher, wie du den livestream für dein Unternehmen professionell gestalten kannst oder hast einfach nicht das Equipment dafür? datenwerk organisiert Livestreaming Events inklusive Vor- und Nachbereitung für dich und dein Unternehmen – wende dich ganz einfach an unsere Expertinnen und Experten via office@datenwerk.at!

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Alexandra Posch

Alex brennt für Social Media Kommunikation, Foto- und Videobearbeitung. Wenn sie sich nicht gerade um die Online Communities und Social Media Auftritte unserer Kund:innen kümmert, schreibt sie hier über die besten Tipps & Tricks rund um Social Media und Contenterstellung.

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