Politbarometer,

Ein Monat als Kanzler von Österreich

Der Mai war noch nie ein einfacher Monat für Regierungen bzw. (Vize)Kanzler in Österreich. Am Mai-Aufmarsch 2016 pfiffen Genossinnen und Genossen Werner Faymann aus. Heinz-Christian Strache wurde 2019 sein Ibiza-Abstecher zum Verhängnis. Nur wenige Tage später sprach der Nationalrat Sebastian Kurz das Misstrauen aus. Auch der Mai 2021 sorgte für Aufregung. In der österreichischen Innenpolitik und auf internationaler Ebene. Was ist geschehen? Sehen wir uns den Mai mit Hilfe unseres Politbarometers an.

Ein Blick in den Politbarometer

Dabei zeigt sich deutlich, dass insbesondere über Bundeskanzler Sebastian Kurz geschrieben wurde. Und das mit großem Abstand. Obwohl das nicht unbedingt etwas Neues ist, wie wir schon früher feststellten, ist es diese Deutlichkeit dann doch.

Top 5 Politbarometer (1. bis 26. Mai 2021)
Top 5 Politbarometer (1. bis 26. Mai 2021)

Sehen wir also noch etwas genauer hin und schauen uns den Monat Mai von Kanzler Kurz genauer an.

Ein Monat als Kanzler von Österreich

Die Politbarometer Abfrage zu Sebastian Kurz zeigt zwischen 1. und 26 Mai 2021 folgendes Bild:

Politbarometer Abfrage Sebastian Kurz Mai 2021
Politbarometer Abfrage Sebastian Kurz Mai 2021

Wie zu sehen ist, fing der Mai für Kanzler Kurz grundsätzlich recht ruhig an. Einzig, dass sein Finanzminister für die Aktenlieferung an den „Untersuchungsausschuss betreffend mutmaßliche Käuflichkeit der türkis-blauen Bundesregierung“ etwas länger brauchte (um es vorsichtig zu umschreiben), fällt mit einem erhöhten Wert am 8. Mai auf. Für einen Knalleffekt sorgte dann aber eine Bekanntmachung am 12. Mai durch Kanzler Kurz selbst. Nämlich, dass er von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) beschuldigt wird, im genannten Untersuchungsausschuss nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Die meisten Nennungen bestehen für den 14. Mai. Der Tag, an dem der Bundeskanzler auf dem Bundeskanzleramt die Israelische Fahne hissen ließ.

Durch die Abfrage im Politbarometer konnten wir also die eingangs erwähnte Aufregung ausmachen und auf zwei Ereignisse eingrenzen. Sehen wir uns diese noch genauer an.

Es gilt die Unschuldsvermutung

Beginnen wir mit dem Knalleffekt, der uns wohl noch etwas länger beschäftigen wird. Am 12. Mai gibt Kanzler Kurz bekannt, dass er von der WKStA beschuldigt wird, bei seiner Befragung im Untersuchungsausschuss nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung. Dennoch wird natürlich darüber geschrieben. 6.870 Treffer haben wir an diesem Tag im Politbarometer bei der Abfrage zu Sebastian Kurz. Dass es dabei tatsächlich um die Ermittlungen rund um den österreichischen Kanzler geht, zeigt uns die vom Opinion Tracker ausgemachten Themen der Beiträge.

Häufigsten Themen im Politbarometer (Sebastian Kurz, 8. Mai 2021)
Häufigsten Themen im Politbarometer (Sebastian Kurz, 8. Mai 2021)

Die häufigsten Themen drehten sich um die „Ermittlungen“ der „WKStA“ bezüglich einer „Falschaussage“. Die Beiträge beinhalten zudem das Thema „Rücktritt“. Dazu aber später noch mehr.

Feuer am Dach? Nein, eine Fahne.

Weiter ging es am 14. Mai. Da war zwar kein Feuer am Dach des Bundeskanzleramts zu sehen, wohl aber eine Fahne. Nämlich jene von Israel, um ein „Zeichen der Solidarität“ zu setzen, wie Sebastian Kurz schrieb.

Tweet Sebastian Kurz vom 14. Mai 2021

Über 10.000 Treffer weist unser Politbarometer im Zusammenhang mit Sebastian Kurz für diesen Tag auf. Auffallend ist dabei, dass knapp 1/3 der Beiträge auf Englisch verfasst sind. Es kann also davon ausgegangen werden, dass die gehisste Fahne auch international für Aufsehen sorgte. Zum Vergleich: ansonsten sind etwa 5 % der Beiträge auf Englisch. Auf diplomatischer Ebene drücken der Tunesische Botschafter und der Chef der Mission der Arabischen Liga in Wien im Namen aller 17 arabischen Staaten, die eine Botschaft in Wien haben, ihren Protest aus.

„Rücktritt“? „Neuwahl“?

Nach so einem aufregenden Monat und einigen weiteren Umständen bzw. Ereignissen hält sich zum einen ein Gerücht, zum anderen ein Forderung. Das Gerücht einer Neuwahl und die Forderung zum Rücktritt von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Einer aktuellen Umfrage zufolge ist eine Mehrheit der befragten Personen dafür, dass der Kanzler bei einer Anklage zurücktreten solle. Auch im Netz wird zumindest deutlich mehr über „Rücktritt“ und „Neuwahl“ geschrieben, wie uns unser Opinion Tracker verrät.

Opinion Tracker Abfrage zu „Rücktritt“ und „Neuwahl“ im Zusammenhang mit „Sebastian Kurz“

Von den insgesamt 533 Treffern fallen etwa 1/4 davon auf den 12. Mai. „Rücktritt“ und „Neuwahl“ wurde also insbesondere an dem Tag geschrieben, als der Beschuldigten-Status von Kanzler Kurz publik wurde.

Ein aufregender Monat, dieser Mai. Besonders als Kanzler von Österreich. Wie es weitergeht? Wir bleiben natürlich mit Hilfe unseres Politbarometers und Opinion Trackers dran!

Möchtest auch du den Überblick behalten? Hast du Fragen oder möchtest du deine eigenen statistischen Untersuchungen mit dem Politbarometer oder dem dahinterstehenden Opinion Tracker durchführen? Unsere Expertinnen und Experten helfen dir gerne weiter unter office@datenwerk.at!

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