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Umweltschutz digital. Was du im Web für das Klima tun kannst

Es wird wieder kalt. Aber kalt genug? Oder zu kalt? Der Klimawandel sitzt uns allen im Nacken. Nicht nur wegen der derzeitigen exorbitanten Strom- und Gaspreise heißt es den Energieverbrauch reduzieren, den ökologischen Fußabdruck minimieren, kurz: Sparen! Fürs Geldbörsel und fürs Klima.
Wie aber geht Umweltschutz digital? Hast du dir schon einmal überlegt, welchen Einfluss dein online Verhalten auf das Klima hat? Wie viel Strom verbrauchen Handy und Co? Wo und wie kann gespart werden? All diese Infos haben wir für dich in diesem Artikel zusammengetragen. In diesem Sinn: stay positive, stay green!

Stecker ziehen – Was wir schon wissen

Reduziere die Helligkeit deiner Bildschirme. Dreh deine Geräte ab, wenn du sie nicht nutzt. Deaktiviere Ortungsdienste, Bluetooth, Datenverbindung. Zieh die Stromstecker ab, wenn du nicht lädst. Das sind nämlich Monsterenergiefresser und verbrauchen das Zweieinhalbfache des Energieverbrauchs deines Handys. Rechne das einmal auf Bildschirm, TV und Konsolen um.

Das sind alles Maßnahmen, die uns in unserer Nutzung noch nicht einschränken, sondern, an die wir einfach nur denken müssen. Also: just do it!

Zweitgerät – Woran wir denken sollten

Zusätzlich zum Energieverbrauch der Geräte dürfen wir den Verbrauch der Web- und Mobil-Infrastruktur nicht außer Acht lassen. Diese ist z.B. fürs Handy ca. das Zehnfache des Energieverbrauchs deiner Handynutzung. Und: Der CO2-Ausstoß von mobilen Geräten ist mittlerweile vergleichbar mit dem Flugverkehr.

Und dann wäre da noch der Verbrauch bei der Produktion, der größte Energiefresser. Mal ganz abgesehen davon, kommen in unseren digitalen Geräten Metalle und seltene Erden vor, die oft unter sehr umwelt- und gesundheitlich belastenden Bedingungen abgebaut werden. Viele davon, wie Kupfer, sind Mangelware, das Recycling aufwändig und teuer. Unsere Geräte werden nicht selten am Ende ihres Lebenszyklus, oder wenn wir sie halt nicht mehr wollen und wegschmeißen, illegal in Containern nach China oder Westafrika verschifft, um dort von Menschen auf Müllhalden per Hand, ohne Schutzausrüstung auseinandergenommen zu werden. Die enthaltenen, verwertbaren Rohstoffe werden extrahiert, das heißt, offene Feuer werden entzündet, bis nur mehr die Metalle übrig bleiben, der Rest setzt sich in den Lungen der Menschen fest. Danach werden die Rohstoffe an Zwischenhändler verkauft, die sie anschließend an große Firmen weiterverkaufen, damit sie wieder für die Produktion neuer Geräte eingesetzt werden können.

Eine der größten Elektroschrott Müllhalden ist in Ghanas Hauptstadt Accra, im Stadtteil Agbogbloshi. Vor gut zwanzig Jahren ein Fischerdorf, ist es heute eine giftige Gatschhölle. Die Lebenserwartung eines Menschen, der hier arbeitet, beträgt in etwa 34 Jahre, Bleivergiftungen stehen an der Tagesordnung. Wer sich einmal kurz ansehen möchte, unter welchen Bedingungen die Menschen dort leben und arbeiten, dem sei der zweiminütige Trailer des sehr sehenswerten Films “Welcome to Sodom” ans Herz gelegt.

Eine Handlung, die wir für uns daraus ableiten können, ist, dass wir unsere Geräte einfach länger nutzen, auch jetzt, wenn ein neues Gerät deutlich weniger Strom verbrauchen würde. Think globally!

Die grüne Webseite – Umweltschutz im Business 

Umweltschutz digital geht auch im Business. Bei Webseiten denken wir an User Experience, Barrierefreiheit, an Content-Management-System und Search Engine Optimisation. Selten an Umweltschutz. Es gibt mittlerweile einige, auch österreichische Anbieter, die grünes Hosting garantieren. Es beginnt beim klimaneutralen Hosting aus erneuerbarer Energie, geht über nachhaltige Produktions- und Entsorgungsketten, Reduzieren der Energieverluste in den Rechenzentren, eine verbesserte Kühlung bis zum Recycling der Server an ihrem Lebensende.

Wir helfen dir auf dem Weg zu deiner grünen Webseite. Melde dich bei uns: office@datenwerk.at!

Schreib uns

Um ein Bewusstsein für Umweltschutz in deinem Unternehmen zu unterstützen – wir gehen davon aus, dass du das ohnehin schon längst machst – kannst du ganz banale Dinge wie Müll trennen einsetzen.  Wir im datenwerk haben mittlerweile auch ein Biomistküberl. Die MA48 macht daraus den besten Kompost, den man sich kostenfrei bei einigen Wiener Mistplätzen abholen kann.

Der Rest kommt dann von selbst und hast du es nicht gesehen, ist dein Business so green wie nie zuvor. Du wirst ganz von selbst dein Video in Calls abdrehen und nur aktivieren, wenn du redest. Du wirst den Musik-Streaming-Dienst deiner Wahl zwischendurch abdrehen, den Zweitbildschirm nicht die ganze Zeit nutzen. Papierlos ist state of the art und das Handy wird nur mehr vier Mal am Tag gecheckt, anstatt vier Mal in der Stunde.  Deine Stromrechnung wird’s dir danken und die Umwelt auch! Nicht vergessen: der oder die Letzte dreht das Licht ab!

Wenn du wissen willst, wieviel Strom du am Handy und beim Surfen und Streamen verbrauchst und wieviel Treibhausgase du damit freisetzt, hol dir die App und das Browser Add-on “Carbonalyser”. Es veranschaulicht deinen ökologischen Fußabdruck. Du kannst die App im Google Play Store oder im Apple App Store.

Good to know: In Deutschland gibt es sogar schon einen klimapositiven, datensparsamen und gemeinwohlorientierten Mobiltarif-Anbieter. Das wäre doch für Österreich ein interessantes Business Model.  Anyone? https://www.wetell.de/

LAN-Party – Umweltschutz privat

Man muss es leider deutlich sagen: Streamen und online zocken sind Umweltsünder. Die Rechenzentren, die dafür benötigt werden, sind riesig und alles andere als nach grünen Standards ausgerichtet. Es ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass Cloud-Gaming mit seinen Serverfarmen und ihrer leistungsstarken Hardware deutlich mehr Energie verbrauchen, als lokales Gaming. Dazu muss auch noch der CO2-Ausstoß gerechnet werden und die Katastrophe ist perfekt. 

Das Gute: auch in der Gaming-Branche wird der Ruf nach Klimaschutz lauter. Die Vereinten Nationen haben ein Umweltprogramm ins Leben gerufen:

Playing for the Planet

2019 hat sich die Gaming Industrie bei der UN Klimakonferenz zum Klimaschutz bekannt. Ziel ist, dass die Videospiel Industrie ihren CO2 Fußabdruck deutlich reduziert, dass Umweltschutz vermehrt in Spielen thematisiert wird und laufend neue Strategien für green games zu erarbeiten. 

Was die Playing for the Planet Allianz schon getan hat, lest ihr am besten auf deren Webseite. 

Dreh Discord ab, wer braucht das ständige Gequatsche? Die meiste Kommunikation geht auch wortlos in deinem Battle-Royale. Such dir am besten eine Crew, mit der das gut funktioniert. Und wie wärs mal mit einer LAN-Party 2.0? Heutzutage geht das schon leichter als anno dazumal, wo wir Kleinbusse mieten mussten, unsere Zentner schweren Tower und Röhrenbildschirme die Altbautreppen hinunterschleppen mussten, dann in irgendeinen Keller und drei Tage später wieder retour. Heute wird einfach der Gaming-Laptop eingepackt and go. Oder, noch empfehlenswerter: ein Co-op Spiel. Es gibt derzeit fantastische Couch-Mehrspieler Games. Der Vorteil daran: es läuft nur eine Grafikkarte, zieht nur ein Beamer Strom, brennt nur in einem von vier Zimmern Licht, ihr seht euch in echt und könnt euch gegenseitig in die Rippen boxen. 

All das gilt auch fürs Videostreaming: eigentlich müssen wir euch raten: don’t do it! Ungefähr 80 Prozent des gesamten Datenverkehrs geht darauf zurück. Nicht machen ist aber wahrscheinlich nicht realistisch. Deswegen: am besten eine analoge Watchparty veranstalten und vielleicht parallel dazu einmal wieder über ein Buch diskutieren. Papierlos hin oder her: ein Buch, so richtig in Papier, im Taschenbuchformat, ist  im Vergleich zu allem anderen oben genannten eine Wohltat für die Umwelt.

Kurz zusammengefasst kann man sagen: weniger ist mehr! Eh klar. Wir müssen es nur mehr tun. Also!

Elisabeth Pausz

Wer wissen will, wie man seine Botschaft so rüberbringt, dass sie nicht falsch verstanden wird, ist bei Elisabeth richtig. Die gelernte Kommunikationsmanagerin stapft gerne in den Schuhen ihrer Kund:innen, um deren Bedürfnisse besser zu verstehen und zu übersetzen, welche Antworten auf welche Probleme gefunden werden müssen.

Kommentare

  1. Ich stimme zu, dass zur Bekämpfung der Klimakrise jeder die Routine des Verbrauchs von Papier, Energie usw. überdenken muss. Aber immer noch stehen große Konzerne (Hersteller, Energiesektor usw.) beim Thema Klimawandel an erster Stelle. Aus diesem Grund setzen viele Unternehmen grüne Richtlinien in ihrem Geschäft um. Einige von ihnen beginnen damit, papierlos zu werden, während andere mit der Änderung der Energieverbrauchsgewohnheiten weitergehen.

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