Scribble, oder: ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Wie kommen wir von einer konkreten Idee für eine Website oder Online-Applikation zur Umsetzung? Dazu braucht es einige Schritte. Ein wichtiger davon ist das Scribble oder Mock-up. Was es mit dieser datenwerk-Lieblingsmethode auf sich hat, erfährst du in den nächsten sechs Minuten.

Headerbild zum Scribble. Zeigt ein handgezeichnetes Scribble zur Illustration

Scribble oder Mockup?

Die beiden Begriffe Scribble und Mockup werden bei uns im datenwerk synonym verwendet, da sie dieselbe Funktion im Software-Entwicklungsprozess erfüllen. Streng genommen müssen wir hier aber unterscheiden zwischen:

  • Ein Scribble ist eigentlich eine Kritzelei, mit der eine Website oder Applikation als Erstentwurf gezeichnet wird.
  • Bei einem Mockup handelt es sich in der Software-Entwicklung um einen Prototypen, der entweder bereits digital oder auch nur gezeichnet vorliegen kann.

Da wir im datenwerk in der Konzeption meist einen Mittelweg zwischen Kritzelei und Prototyp wählen, kommen die beiden Begriffe auch synonym zum Einsatz.

Was soll ich scribbeln?

Ein visueller Entwurf als Scribble hilft, sich eine neue Website oder Applikation besser vorstellen zu können. Es ergänzt also die User Stories, die die Anforderungen als Text erfassen, mit einem Bild.

Das sind die Vorteile des scribbelns:

  • Prozesse und Klickwege, die noch nicht verschriftlicht wurden, fallen schneller auf. Also: wer die Frage „was passiert, wenn ich auf Button xy klicke?“ nicht beantworten kann, wenn er/sie den Button zeichnet, weiß, dass da noch eine Lücke ist.
  • Die visuelle Repräsentation ermöglicht auch einen einfacheren nochmaligen Austausch mit den KundInnen über die Anforderungen, weil alle ein gemeinsames Bild in Text (User Stories) und Bild (Scribble) vor Augen haben.
  • Im Vergleich zu einem Screendesign, das zeitlich viel aufwendiger ist, ist das Scribble so abstrakt, dass man sich auch nicht in Website-Farben oder anderen Designelementen verliert. Damit liegt der Fokus weiterhin auf dem Wesentlichen.
Beispiel für ein Scribble

Beispiel für ein Scribble, erstellt mit dem Programm Balsamiq

Wie soll ich scribbeln?

Formal gibt es für Scribbles zwei unterschiedliche Philosophien und Herangehensweisen. Ein Scribble mit einem Mockup-Programm oder ein Paper-and-Pencil-Scribble. Beide haben ihre Vor- und Nachteile.

Scribble mit einem Mockup-Programm

Wer mit digitalen Scribbles arbeitet, hat den großen Vorteil, dass Elemente einfach von einer auf die nächste Subseite weiterkopiert werden können. Außerdem kann das Feedback von KollegInnen und KundInnen durch einfaches Verschieben oder Löschen eingebaut werden. Viele der Mockup Tools haben außerdem bereits vorgefertige Elemente wie z.B. eine Formularliste mit Checkboxen.

Es gibt eine Vielzahl dieser Programme. datenwerk hat dazu bereits 2012 eine Liste unserer beliebtesten Mockup-Tools erstellt. Was ihnen allen gemein ist, ist die Liste mit vorgefertigten Elementen. Ihr Einsatz und die Suche nach dem richtigen vorgefertigten Element kostet zumindest am Anfang einiges mehr Zeit und ist nicht so intuitiv.

Bonuspunkt bei manchen Mockup-Programmen: Bei Webapps wie z.B. Moqups kann auch die gesamte Feedbackschleife innerhalb des Tools mit Kommentaren abgebildet werden. So haben alle gleich alles auf einem Blick.

Paper-and-Pencil-Scribble

Wer lieber mit der Hand zeichnet, hat den großen Vorteil, das überall jederzeit tun zu können. Ein normales Blatt Papier und ein Bleistift reichen für die schnelle Kritzelei aus. Wer das ganze professioneller machen will, nimmt eine der vielen Vorlagen aus dem Netz. Die von http://sneakpeekit.com/ gibt es z.B. in der Desktop-Version mit einer 12-spaltigen Grid-Markierung. Außerdem bietet die Website auch einen mobilen Paperbrowser an. Das ist in Zeiten von Googles Mobile First Index und steigenden mobilen Zugriffsraten ein guter Ansatz. Dann wird gleich so konzipiert, wie z.B. 60% der BesucherInnen hier diesen Blog sehen.

Die zwei großen Nachteile bei händisch gezeichneten Scribble sind die fehlende Flexibilität beim Feedback und das Fehlen von Vorlagen. Kommt also Feedback, das zu kleinen Änderungen führt, muss oft die gesamte Subseite neu gezeichnet werden. Und wer Toggles oder Checkboxen haben will, muss sie jedes mal neu malen. Der große Vorteil ist der flexible Einsatz: einen Stift und einen Zettel hat jedeR schnell dabei, um etwas aufzuzeichnen. Auch ein gemeinsamer Zeicheneinsatz auf einem Flipchart ist denkbar.

Und: Wie handhabst du das so? Paper-and-Pencil-Scribble oder gleich digital? Oder verzichtest du gänzlich darauf? Wir freuen uns auf einen Erfahrungsaustausch hier als Kommentar, per Mail an office@datenwerk.at oder auf Facebook.

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