Methoden & Tools,

Kreativmethode: Crazy 8

„Unter Druck kann ich besser arbeiten“ – geht nicht jedem so aber etwas Wahres muss wohl dran sein! Die Methode „Crazy 8“ baut genau darauf auf. Du hast nämlich nur 8 Minuten Zeit, um 8 neue Ideen zu finden. Wie das funktionieren soll, stellen wir dir hier vor.

Crazy 8 – was ist das?

Die Crazy 8 ist eine Kreativmethode, um Ideen zu scribbeln. Und zwar acht Mal zum gleichen Thema. Warum so oft? Weil dir nach dem zweiten Mal vielleicht schon die Ideen ausgehen und du gezwungen wirst, weiter zu denken. Vielleicht etwas Verrücktes zuzulassen, etwas ganz anderes.

Die Methode ist Teil des Google Design Sprints – funktioniert aber auch alleine!

Das brauchst du für Crazy 8

  • etwa 5 Kollegen/Kolleginnen
  • A4-Papier
  • Stifte
  • Eine Stoppuhr
  • Sticker
  • eine konkrete Frage zu deinem Problem

Los geht´s

Die Frage muss nicht das ganze Problem beschreiben, es reicht wenn dadurch ein Teilbereich abgedeckt ist. Zum Beispiel: „Wie kann ich unsere Expertise auf unserer Webseite darstellen?“. Sobald allen die Frage erklärt wurde, nehmen alle ein Blatt Papier und falten es in der Hälfte. Einmal, zweimal, dreimal. Wenn alles richtig gemacht wurde, hat man einen Zettel mit 8 gleich großen Bereichen vor sich. Crazy, right?

Die Stoppuhr wird auf eine Minute gestellt und es geht los. Alle zeichnen einen Lösungsvorschlag in eines der Kästchen. Nur kein Stress. Zeit ist relativ. In einer Minute kann man so einiges schaffen. Aber Achtung: es geht ohne Pause weiter. Eine Minute Zeit, eine Idee, eine Minute, eine Idee, Minute, Idee. Plötzlich fühlt sich eine Minute nur mehr wie 10 Sekunden an.

Je nachdem wie groß die Gruppe ist, hat man jetzt 24, 32, 40, … verschiedene Ideen. Nicht jede Idee wird dich vom Hocker hauen aber es sind sicherlich einige Schätze dabei.

Wenn du dir noch nicht wirklich vorstellen kannst, wie die Anwendung von der Methode „Crazy 8“ funktioniert, sieh dir doch dieses kurze Video an.

Beispielgrafik, wie sehen die Crazy 8 aus?Die Qual der Wahl

Um herauszufinden, welche Ideen man verwenden kann macht es Sinn diese kurz zu erklären. In der kurzen Zeit sind vor allem die späteren Ideen nämlich sehr wahrscheinlich mehr Chaos als Mona Lisa. Das macht aber nichts.

Nachdem alle die eigenen Ideen erklärt haben, kommen die Sticker ins Spiel: Alle haben 2-3 Punkte, die sie vergeben können. Diese können innerhalb von 3 Minuten (Stress Ahoi!) auf die einzelnen Sketches verteilt werden wie es sich für jede Person richtig anfühlt.

Ob man seine Punkte auf 3 Zeichnungen aufteilt oder alle auf eine gibt, bleibt einem selbst überlassen. Dadurch soll eine Heatmap entstehen die in eine oder mehrere Richtungen verweist.

Crazy 8 – Das Ergebnis gibt dir eine Richtung vor

Das Endergebnis soll eine Richtung sein in die man sich bewegt, um das Problem zu lösen. Und das alles nach nur (mehr oder weniger) 8 Minuten.

Die „Crazy 8“ bieten sich vor allem für Design Sprints und andere Gruppenarbeiten an. Man bekommt viele verschiedene Richtungen und verfängt sich nicht so leicht in einer fixierten Idee. Außerdem gibt diese Kreativmethode auch stilleren Mitgliedern eine Platform, um ihre Ideen zu präsentieren und die Richtung der Lösung mitzubestimmen.

Noch ein Tipp zuletzt: Du bist erfolgreich gewesen und hast durch „Crazy-8“ eine Top-Idee gefunden? Dann kann es durchaus sinnvoll sein, den gesamten Prozess mit dieser Idee als Ausgangspunkt erneut zu durchlaufen. Dadurch wird eure Idee verfeinert und mögliche Probleme werden schon vorab umgangen.

Ist deine Neugierde auf die Lieblingsmethoden von datenwerk geweckt? Hier findest du weitere Blogbeiträge dazu!

Wenn jetzt noch Fragen offen sind, keine Panik! Schreib uns doch einfach unter office@datenwerk.at

Christoph Striedner

Christoph Striedner

Christoph kommuniziert und designed. Deshalb ist er bei datenwerk auch als Kommunikationsdesigner beschäftigt. Im Blog schreibt er meist über Webdesign, Social Media und Methoden für verschiedene Online Projekte.

Kommentare

  1. Vielen Dank für die Erläuterungen zu den crazy 8s. Zusätzlich kann es aus meiner Erfahrung Sinn machen, danach den Prozess mit der Top-Idee als Ausgangspunkt noch einmal zu durchlaufen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.