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Was Story Points und Excel gemeinsam haben!

Drüben auf TikTok gibt es Miss Excel. Sie verdient sich laut Verge eine goldene Nase damit, dass sie uns Normalsterblichen zeigt, wie wir mit Microsoft Excel wirklich umgehen müssten, damit wir rascher zu Ergebnissen kommen. Kati, so heißt sie, hat verstanden, was sie uns mitgeben muss, damit wir in Excel etwas schneller umsetzen können. Wir sind nicht alle wie Kati.


Viele von uns wissen gar nicht, was sie alles wissen. Wir haben eine Vorstellung, was wir nicht wissen, aber wenn wir was wissen, glauben wir allzu oft, dass die anderen das Gleiche wissen. Um uns im datenwerk alle ein bisschen mehr wie Kati zu machen, verwenden wir bei unseren Aufgaben als Währung zum Schätzen Story Points. Wir besprechen unsere Aufgaben, die wir im Format von User Stories geschrieben haben, und schätzen dann gemeinsam mittels Planning Poker, wie hoch wir die Komplexität, den Aufwand und das Risiko der User Story bewerten. Oft kommen da sehr unterschiedliche Zahlen raus. Und hier beginnt der Austausch darüber, warum ich denke, es sind wenige Story Points und du denkst, es sind viele. Wenn wir so eine Diskussion haben, dann geben wir unser Wissen leichter weiter, als wenn eine Person einfach schätzen würde, diese User Story seien 13 Stunden Aufwand.

Was ist also ein Story Point?

Ein Story Point ist die Einheit zum Schätzen der Komplexität, des Aufwands und des Risikos einer Aufgabe.
„Story points are estimates of effort as influenced by the amount of work, complexity, risk and uncertainty.“ – Wir haben es nicht erfunden, sondern sehr viel von Mountain Goat Software gelernt.

Dabei werden Nummern vergeben, deren Höhen eigentlich egal sind. Wichtig sind einzig die relativen Werte zueinander. Das heißt, eine Aufgabe, für die wir uns auf 2 Story Points geeinigt haben, muss doppelt so komplex sein, wie eine Aufgabe, die mit einem Story Point bewertet wird. Es handelt sich um eine vielschichtige Betrachtung, da mehrere Faktoren in die Schätzung mit einfließen. Wenn unsere Schätzungen dann auseinander liegen, müssen wir uns darüber unterhalten, wie unsere unterschiedlichen Einschätzungen zustande kamen. Liegt es am Aufwand, an der Komplexität oder am Risiko, dass wir nicht auf den gleichen Wert in Story Points kommen?

Wie entsteht ein Story Point?

Deshalb ist fürs Schätzen von Story Points wichtig zu bedenken:

  • Die Menge an Arbeit
  • Die Komplexität der Arbeit
  • Unsicherheiten oder Risiken, die zum Zeitpunkt der Schätzung bestehen
Je  mehr zu tun ist, desto höher muss die Schätzung der Story Points ausfallen.
Je mehr zu tun ist, desto höher muss die Schätzung der Story Points ausfallen.

Menge der Arbeit

Der erste Punkt ist der offensichtlichste. Etwas, das mehr Arbeit bedarf, sollte auch eine höhere Bewertung in Story Points erhalten. Beispielsweise könnte ich das Kopieren von Daten in ein Excel Sheet mit einem Story Point bewerten. Wenn ich das ganze aber 100-Mal machen muss, heißt das deshalb nicht, dass ich der Aufgabe dann 100 Story Points geben muss. Es ist zwar mehr zu tun, aber je öfter ich etwas mache, desto besser werde ich darin oder schreibe mir eine Routine.

Je  komplexer die Anforderung, desto höher muss die Schätzung der Story Points ausfallen.
Je komplexer die Anforderung, desto höher muss die Schätzung der Story Points ausfallen.

Komplexität der Arbeit

Auch dieser Punkt scheint logisch. Je komplexer die nötigen Arbeitsschritte, desto höher sollte auch deren Bewertung sein. Um beim Beispiel der Excel-Tabelle zu bleiben: Reines Kopieren ist unbestritten wenig komplex. Ich muss dazu keine besonderen Kenntnisse haben oder Fähigkeiten anwenden. Geht es jedoch darum, aus einem PDF eine Tabelle in Excel zu kopieren, scheint einer unerfahrenen Person die Aufgabe doch komplexer, als von einem Excel File ins nächste. Wenn wir allerdings bei der Excel Queen aufgepasst haben, dann verringert sich die Komplexität wieder. Denn die Excel Queen hat uns gezeigt, wie wir aus PDFs Tabellen importieren und nicht kopieren!

Unsicherheiten und Risiken erhöhen die geschätzten Story Points.
Unsicherheiten und Risiken erhöhen die geschätzten Story Points.

Unsicherheiten und Risiken

Wenn man in Story Points denkt, muss man auch Unsicherheiten berücksichtigen. Was heißt das jetzt für unsere Excel-Tabelle? Welche Unsicherheiten oder Risiken kann es denn hier schon geben? Klar, in den meisten Fällen würde diese Arbeit weder als unsicher noch risikoreich gelten. Muss ich aber bevor ich ein Ergebnis versprechen kann, eine Recherche über gewisse Funktionen anstellen, tritt schon die erste Unsicherheit auf. Ein Risiko könnte darin begründet sein, dass ich in ein bestehendes System eingreifen muss, das vielleicht schon mit Formeln funktioniert. Die Anforderung für unser Arbeitspaket verlangt jedoch, dass wir diese Formeln bearbeiten.

Deshalb gilt, je höher die Unsicherheiten und Risiken bei einem Arbeitspaket, desto höher muss auch die Bewertung in Story Points sein.

Wozu das alles?

Der Weg, um zu einer Schätzung zu kommen, ist zwar etwas länger, als einfach Zeit in Stunden oder Tagen zu schätzen, und manchmal anstrengender. Doch die gute Nachricht ist, sobald ein Arbeitspaket geschätzt wurde, kann es bearbeitet werden. Story Points sind ein guter Weg, um große Projekte in kleine bearbeitbare Arbeitspakete zu teilen. So entstehen aus einem unschätzbaren Ganzen lösbare Aufgaben, die auch von verschiedenen Personen erledigt werden können. Wenn ein Projekt vollständig in Arbeitspakete unterteilt ist, und diese mit Story Points versehen sind, können kleinere Etappen und Milestones definiert werden. Das hilft allen Seiten in einem Projekt.

Wenn du alleine bist oder ihr zu zweit, dann ist es vielleicht nicht zweckmäßig in Story Points zu schätzen. Aber ab drei Personen sind Story Points der Game Changer. Du wirst sehen, dass ihr damit rasch alle so gut werdet, wie in Excel, wenn du Kati auf TikTok folgst.

Du möchtest ein Projekt umsetzen und dabei Story Points verwenden? Wende dich ganz einfach an unsere Expertinnen und Experten via office@datenwerk.at und hol dir professionelle Beratung!

Christoph Striedner

Christoph kommuniziert und designed. Deshalb ist er bei datenwerk auch als Kommunikationsdesigner beschäftigt. Im Blog schreibt er meist über Webdesign, Social Media und Methoden für verschiedene Online Projekte.

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