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Die Psychologie hinter Clickbait

“Die 15 ultimativen Life-Hacks, die du auf keinen Fall verpassen solltest” oder “So verdoppelst du dein Gehalt in 24 Stunden”. Jeder ist tagtäglich mit derartigen Clickbaits konfrontiert. Wie Clickbait genau funktioniert und ob du es für dich nutzen solltest, erfährst du hier.

Was sind Clickbaits?

Clickbaits sind Überschriften, die im Austausch für einen einfachen Klick oft Gott und die Welt versprechen. Das Ziel von Clickbait steckt schon im Namen: bait = ködern. Der/die LeserIn soll also geködert werden, auf den Link zu klicken. Auch wenn der Begriff oft negativ behaftet ist – es scheint zu funktionieren. 

Im Grunde ist Clickbait keine neumodische Erfindung. Das Grundprinzip gibt es schon seit jeher, in Form von reißerischen Titeln in der Boulevardpresse. Aber auch heute hat es an Popularität nicht eingebüßt – im Gegenteil. In einer Untersuchung von 1,67 Millionen Facebook Posts von verschiedenen Medienquellen waren zwischen 25-60% der Fälle Clickbaits, abhängig von Thema und Medienunternehmen. 

Arten von Clickbaits:

Betrachten wir den formalen Aufbau eines Clickbaits, so können wir zwischen 4 Formen unterscheiden:

Hinsichtlich der verwendeten Stilmittel lassen sich 8 Formen von Clickbait unterscheiden:

  • Übertreibung: Falsche Versprechungen in der Überschrift
  • Teaser: Auslassung von Inhalten
  • Provokation: Nutzung unangemessener oder vulgärer Begriffe
  • Formatierung: Übertriebener Einsatz von Großschreibung oder Satzzeichen
  • Metapher: Bildliche Beschreibung von anzüglichen, verstörenden und unglaublichen Dingen
  • Weiterleitung: Angekündigter Inhalt nicht auf Zielseite, weitere Klicks notwendig
  • Ambiguität: Unklarheiten und Mehrdeutigkeiten
  • Irreführung: Faktisch falsche Überschrift

Information Gap Theory

Psychologisch lässt sich der Erfolg von Clickbait durch die sogenannte Information-Gap Theory erklären. Durch das Clickbait werden Menschen neugierig und bekommen plötzlich das Gefühl, eine Wissenslücke zu haben. Dieses Mangelgefühl kann nur durch die Beschaffung von Information aus dem Weg geräumt werden. Und dies geschieht am einfachsten durch das Klicken auf den Link, wir erhoffen uns dadurch also eine Belohnung. Die Neugier einer Person ist umso größer, je:

  • mehr Informationen sie bereits hat
  • mehr Potenzial der Artikel hat, die Wissenslücke zu schließen
  • direkter und einfacher die Wissenslücke geschlossen werden kann
  • eher eine vorige Erwartung verletzt wurde
  • eher nur jemand anders Informationen dazu hat
  • mehr Feedback man erhält über Lücken im eigenen Wissenstand

Clickbait-Tipps für Content Marketer

Mit folgenden Tipps wollen wir dir zeigen, wie du als Content Marketer am besten mit Clickbait umgehst:

  • Verwende nur qualitativen Clickbait: Bei qualitativem Clickbait besteht ein verwertbarer Mehrwert des Artikels und du kannst die Erwartungen der UserInnen erfüllen.
  • Achte auf SEO-Auswirkungen: Quantitative statt qualitative Clickbaits führen zwar zu mehr Clicks und erhöhen die Reichweite, die Auswirkungen auf deine KPI’s und dein Google Ranking sind aber problematisch. Denn die Sitzungsdauer verkürzt sich dadurch und die Absprungrate erhöht sich.
  • Kenne deine Zielgruppe: Betreibe beim Kreieren von Content immer eine gute Keyword- und Zielgruppenanalyse. Für verschiedene UserInnen sind oft unterschiedliche Themen relevant. Daher solltest du Content auf verschiedene Zielgruppen streuen. Achtung: speziell jüngere Zielgruppen tappen eher in die Klickfalle.

 

Ist Clickbait gut oder schlecht?

Wie du vielleicht an den Beispielen bemerkt hast, bedienen auch wir uns ab und an kleiner Tricks, um das Interesse zu wecken. So lange Clickbait aber im Rahmen bleibt und  du nicht leere Versprechungen tätigst, ist das auch völlig ok. Schließlich brauchen wir heutzutage kreative, unterhaltsame Methoden, um in der reizüberfluteten Gesellschaft herauszustechen. Wer aber regelmäßig seine FollowerInnen hinters Licht führt und dadurch zu einer schlechten User Experience beiträgt, der/die wird langfristig LeserInnen verlieren. Wie immer gilt: Qualität vor Quantität!

 

Du brauchst Hilfe dabei, dein Content ein wenig aufzupeppen? Dann wende dich ganz einfach an unsere Expertinnen und Experten via office@datenwerk.at!

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