Innovative Projekte durch böses Design?

Buchcover "Evil by Design"

Buchcover „Evil by Design“

16. Februar ist „Innovation Day“. Deswegen möchten wir euch heute einen Ansatz in der Konzeption von Online Projekten vorstellen, mit dem wir hier bei datenwerk immer wieder arbeiten. Neben unserem eigenen Ansatz, bei der Usability den Menschen ins Zentrum eines Projekts zu setzen, passt auch Chris Nodders Ansatz „Evil by Design“ wunderbar ins Konzept. Denn es geht darum, die UserInnen in Versuchung zu führen. Nein, es geht nicht darum UserInnen bewusst zu manipulieren und sie durch verdeckte Botschaften Gehirn zu waschen. Es geht darum, sich mit den Bedürfnissen des UserInnen auseinander zu setzen. Warum dann Evil Design? Ganz einfach, weil UserInnen manchmal ganz eogistische, nutzenmaximierende Bedürfnissen haben. Und weil „Fluffy by Design“ vielleicht nicht ganz so aufregend klingt wie „Evil“.

Über 7 Sünden sollst du nachdenken

Chris Nodder nutzt im „Evil by Design“-Ansatz die sieben Sünden zur Konzeption und Analyse von (Web-)Projekten. Dabei werden bestimmte Verhaltensmuster analysiert und Ableitungen für Designprojekte getroffen. Bei datenwerk arbeiten wir immer wieder mal mit dem Ansatz und haben ihn ein wenig weiterentwickelt. Vielleicht habt ihr euch schon mal gefragt, warum ein Flipchart mit „Wut, Völlerei, Lust, Gier, ….“ bei uns im Besprechungsraum hängt.

Wie können diese Schlagworte nun in der Konzeption zum Einsatz kommen?

  • Stolz: UserInnen beim Ego packen. Soziale Interaktionen fördern und in den Vordergrund stellen. Empfehlungen anderer UserInnen zeigen und diverse Like, +1 und Share Buttons einbinden.
  • Faulheit:  Hier kommt der klassische Usability Ansatz „Don’t make me think“ von Steve Krug zum Einsatz. UserInnen haben keine Zeit und Lust viel zu überlegen und eine ganze Website nach der Informationen abzugrasen, die sie gerade benötigen. Intuitives Design, eine übersichtliche Auswahl an Optionen und Mehrwerte sind hier die Schlagworte. Wunschlisten, gespeicherte Warenkörbe zum einfachen Wiederbestellen, das sind Beispiele für böses Design für faule UserInnen.
  • Völlerei: Gib dem Affen Zucker! Und gebt den UserInnen mehr! Mengenvorteile, individuelle Rabatte, kleine Belohnungen auf dem Weg zum großen Ganzen.
  • Wut: Niemand will wütende UserInnen. Wenn mal etwas doch nicht klappt, nehmt es mit Humor (eine lustige 404er Seite macht dann bestimmt niemanden wütend). Bereitet UserInnen auf Veränderungen vor. Niemand wird gerne über Nacht aus seiner gewohnten Umgebung gerissen.
  • Neid: „Von meinem iPhone“ gesendet. Genug gesagt.
  • Wollust: UserInnen schmeicheln, Ihnen das Gefühl geben, dass man sie mag, gerne hat, dass sie wichtig sind. Kleine (kostenlose) Geschenke erhalten die Freundschaft und machen Lust auf mehr.
  • (Hab-)Gier: Das Projekt zum Erlebnis machen. Aufgaben stellen und die UserInnen so spielerisch zu Aktivitäten bringen – bei Erfolg will man mehr. Every one’s a winner, baby.

„Evil by Design“ ist keineswegs eine Anleitung für die perfekte Seite. Aber die darin aufgeworfenen Fragen unterstützen bei der Konzeption von Kommunikationsprojekten, Webseiten und Produkten. Sie helfen uns in der Konzeption immer wieder den Blick auf das Wesentliche zu richten und uns nicht in Details zu verheddern. Selbstverständlich nutzen wir diesen Ansatz auch nur für die gute Seite der Macht. Alles andere würde uns Webman nicht erlauben!

 

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