Glaubwürdigkeit der Medien

Das Thema der diesjährigen Journalismustage, die am 14. April im MQ in Wien stattgefunden haben, war „Glaubwürdigkeit“. Ein Thema, das nicht nur den klassischen Journalismus betrifft. Darum hier ein paar Eindrück von mir und was ich so für die tägliche Arbeit mitgenommen habe.

 

Der direkte Kontakt leere Bühne Journalismustage 2016mit LeserInnen, HörerInnen und ZuseherInnen ist wichtig

Aus journalistischer Sicht wurden neben der persönlichen Beantwortung von Mails auch Social Media als wichtige Schnittstelle zu den KonsumentInnen angesprochen. So kann zum einen direkt in Kontakt getreten werden und zum anderen können weitere Informationen eingebracht werden, die in der Meldung selbst keinen Platz mehr hatten. Weiterer Vorteil: es zeigen sich die Menschen, die hinter den Artikeln und Beiträge stehen. Dieser direkte Kontakt mit KundInnen, KonsumentInnen und Zielgruppen ist nicht nur für JournalistInnen wichtig sondern auch für alle anderen, die Feedback und Austausch wollen.

 

Publikum und BühneSchnell geteilte Falschmeldungen

André Wolf von Mimikama ist auf sich über Soziale Medien schnell verbreitende Falschmeldungen eingegangen und hat hier wiedereinmal betont, wie wichtig es ist zunächst zu schauen, woher Informationen kommen, bevor sie geteilt werden. Der Verein recherchiert Falschmeldungen und klärt auf, woher die Bilder, Aussagen etc. kommen und auf welchen Wegen sie sich weiterverbreitet haben. Wichtig ist dabei zu beachten, dass Falschmeldungen nicht nur von unerfahrenen oder böswilligen NutzerInnen weiterverbreitet werden sondern hin und wieder auch von erfahrenen JournalistInnen beim Versuch die ersten zu sein.

Das ist etwas, dass auch ich mir mal wieder mitgenommen habe: Nicht zu schnell teilen, liken, retweeten, sondern erstmal schauen, was ich da gerade lesen, woher es kommt und ob es so auch stimmt.

 

an.schläge und andere feministiche ZeitungsartikelWelche Bilder wir nicht zeigen

Besonders gefreut hat mich, dass auch kleine Medien vertreten waren. So berichtete Fiona Sara Schmidt von der feministischen Monatszeitschrift an.schäge von Bildpolitiken abseits der Mainstream-Schönheiten, feministischer Themensetzung, Arbeiten mit Redaktionskollektiven und sprechen mit statt über AktivistInnen. Nicht nur hier ging es auch um Rechtfertigungszwänge gegenüber GeldgeberInnen und KonsumentInnen. Ein Thema, dass ebenfalls nicht nur in diesem Block auftauchte, war der Spagat zwischen guten Quellenangaben, Wissenschaftlichkeit und Lesbarkeit für ein möglichst breites Zielpublikum. Daraus mitgenommen habe ich, dass sowohl bei Inhalten als auch bei Bilder einmal mehr darüber nachgedacht werden sollte, warum ich jetzt genau dieses Bild oder jenen Inhalt wähle und welche ich dabei vergesse.

 

 

 

Sarah Kanawin

Sarah Kanawin

Was Theater-, Film- und Medienwissenschaften angeht macht Sarah niemand so schnell etwas vor. Im datenwerk Blog schreibt sie über diverse Themen von Kreativmethoden bis hin zu Chatbots. Privat liebt sie es Trashserien zu sehen oder bei Kinobesuche und beim Wandern zu entspannen.

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