Ist „42“ die Antwort?

Foto vom Veranstaltungsortdatenwerkerin Petra stellte bei der Konferenz „Big Data 2016 – Digitale Transformationen in der Praxis“ in Wien das Forschungsprojekt „Innovation Lens“ vor. Mit am Podium waren Spezialisten aus der IT-Praxis, Lehrende von WU Wien und Donau-Universität Krems und MitarbeiterInnen aus der öffentlichen Verwaltung. Veranstaltet wurde der Big Data 2016-Tag von ADV – Arbeitsgemeinschaft Datenverarbeitung.

Was ist eigentlich Big Data?

Das thematisch breit besetzte Podium bot einen vollen Tag an Lösungen rund um Big Data. Dabei kreiste das Thema immer wieder um die 3-5 Vs (die Theorien unterscheiden sich hier) von Big Data:

  1. Volume: wie groß ist der Speicherplatz?
  2. Velocity: wie lang dauert es Daten zu laden bzw. zu berechnen?
  3. Variety: wie divers sind die Daten?
  4. Veracity: wie sieht es mit der Datenqualität aus?Foto von der Konferenz
  5. Value: kann ich mit den Daten etwas Sinnvolles machen?

Der fünfte Punkt „Value“ ist jener, der in vielen Theorien nicht genannt wird und der im Rahmen mancher Vorträge zu kurz kam. Das liegt natürlich einerseits daran, dass viele Use Cases keine konkreten Anwendungsergebnisse veröffentlichen durften. Und andererseits daran, dass jede Lösung aufgrund der verschiedenen vorliegenden Daten sehr individuell ist. Ursula Rosenbichler vom Bundeskanzleramt fasste dieses Problem in ihrem Vortrag unter dem Schlagwort „42“ (© Douglas Adams) zusammen: „Ich will nicht eine Lösung präsentiert bekommen für ein Problem, das ich noch gar nicht kenne!“

Was macht datenwerk mit Big Data?

Petra Permesser beim Vortrag

Quelle: ADV/F. Brank

In Petras Vortrag stand von den 5 Vs „Value“ im Vordergrund: Im FFG-geförderten Forschungsprojekt Innovation Lens entwickelt datenwerk gemeinsam mit PartnerInnen ein Modell, das Unternehmen den Raum für radikale Innovationen aufzeigt. Radikale Innovation heißt, den ausgetretenen Pfad zu verlassen und z.B. auch mal hinter den „blinden Fleck“ zu schauen. Wie die Grönland-Wikinger im 15. Jahrhundert Innovation gemacht haben, zeigt genau das Dilemma auf, vor dem Marktführer wie unsere beiden Testunternehmen Greiner und Swarovski oft stehen:

Wie ein mentales Muster radikale Innovation verhindern kann

Im 15. Jahrhundert kam es in Grönland zu einer kleinen Eiszeit, wodurch die Wikinger, die sich bisher von Schafen und Rinder ernährten, diese nicht mehr züchten konnten. Ihre Lösung war, in wärmere Regionen umzuziehen. Eine radikale Innovation wäre gewesen, sich die bereits bekannte Harpuniertechnik zunutze zu machen und sich von Fisch zu ernähren. Warum sie das nicht gemacht haben? Ein mentales Muster in ihrem Denken verhinderte diesen Schritt: sie waren der Überzeugung, dass Fisch giftig ist.Petra Permesser auf Snapchat zum Wikinger Beispiel

Zurück zum Projekt: Die Innovation Lens Methode beschreibt einen mehrstufigen Prozess, der Workshops, Beratung und Data Mining von eigenen Daten, Fremdbild im Netz sowie Trendanalysen vereint, um Innovationspotentiale sichtbar zu machen. Der erste Schritt im Prozess nennt sich „Innovation Lens Sehtest“ und steht online zur Verfügung: http://www.innovationlens.eu/check/ Check it out!

Big Data: superduper oder creepy?

Unabhängig von den fünf Vs darf der Datenschutz bei Big Data Anwendungen und Analysen nicht vergessen werden. Hier geht es einerseits um die sichere Speicherung der Daten und andererseits um die Identifizierbarkeit einzelner Personen in den Daten. So kommen z.B. in den Veröffentlichung von Krebsstatistiken in den USA Karten zum Einsatz, in denen die PatientInnen auf einzelne Wohnhäuser heruntergebrochen eingezeichnet werden. Wer Interesse daran hat, kann herausfinden, an welchem Krebs die NachbarInnen leiden. Creepy? Ja!

Ein weiterer, für NutzerInnen unheimlicher Aspekt ist, dass die Big Data Anwendungen nahezu unbegrenzt Speicherplatz haben und damit auch nichts vergessen wird. Dass das „Right to be forgotten“ ein wichtiges ist, hat datenwerk ja schon mit Webman gezeigt. Ihr wisst nicht, was ich meine? Hier entlang: http://webman.datenwerk.at/

Petra Permesser

Petra Permesser

Petra weiß, was das Netz spricht. Die Kommunikationswissenschafterin und angehende Soziologin kümmert sich im datenwerk um alles, was mit Daten zu tun hat: Suchmaschinenoptimierung, Algorithmen, Ads und das Social Media Monitoring Tool "Opinion Tracker" sind Petras Metier. Außerdem tüftelt sie häufig an Story Maps und weiß, wie komplexe Software-Projekte mittels User Stories strukturiert werden können.

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