datenwerks Lieblingsmethoden: Mit umgekehrter Psychologie Webprojekte besser machen

datenwerk setzt „reverse psychology“ für Webprojekte ein? Ich kenne das nur aus der Kindererziehung.

Im folgenden Beitrag erfahrt ihr, warum der Einsatz dieser Methode, der für manche von euch paradox klingen mag, im Web gut funktioniert.

Ursprünglich kommt „reverse psychology“ und die damit verwandte Methode der „paradoxen Intervention“ aus der Psychotherapie. Der/Die PatientIn stellt sich dabei den größten Ängsten, indem sie/er sie sich ebendiese herbeiwünscht.

(Nicht-)Ziele definieren

In der Webapplikationsentwicklung hilft die paradoxe Intervention dabei, den Nutzen von Zielen sowie (Nicht-)Ziele zu definieren. Denken wir z.B. daran, wie User Stories aufgebaut sind: Sie enthalten die Antworten auf folgende Fragen: wer, was und warum. Viele Wünsche von KundInnen enthalten die Antwort nach dem „was“. Die Begründung kann aber nicht formuliert werden. Und hier kommt die paradoxe Intervention ins Spiel.

Erinnert ihr euch an Julias Beispiel von der Geburtstagstorte, die bestellt werden soll. Eine paradoxe Intervention wäre hier ganz einfach eine Frage:

Stell dir vor, du bestellt keine Torte. Was würde passieren?

Die Antwort darauf liefert im besten Fall eine sinnvolle warum-Begründung. Sie zeigt aber auch auf, wo Befürchtungen bestehen, die (nahezu) unbegründet sind. In unserem Tortenbeispiel wäre ein sinnvolle Begründung, dass es sonst keine Torte gibt und das Geburtstagskind traurig wäre. Wenn die Begründung aber ist, dass es dann statt fünf Torten nur vier gibt, die sowieso auch niemand essen kann, kann die User Stories gestrichen oder nach hinten gereiht werden.

In Webprojekten erfüllt die paradoxe Intervention also mehrere Ziele:

  • Sie konkretisiert Nicht-Ziele.
  • Sie hilft, die Begründung für Ziele zu finden.
  • Und sie hilft, Befürchtungen abzubauen.

Klingt doch alles ganz logisch und gar nicht so paradox, oder?

 

Petra Permesser

Petra weiß, was das Netz spricht. Die Kommunikationswissenschafterin und angehende Soziologin kümmert sich im datenwerk um alles, was mit Daten zu tun hat: Suchmaschinenoptimierung, Algorithmen, Ads und das Social Media Monitoring Tool "Opinion Tracker" sind Petras Metier. Außerdem tüftelt sie häufig an Story Maps und weiß, wie komplexe Software-Projekte mittels User Stories strukturiert werden können.

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